
Vier Oscar-Nominierungen für einen gewagten Beitrag zum Film Noir waren im Jahr 1952 sicherlich recht ungewöhnlich, aber vor allem Lohn für die tollen Performances der namhaften Hauptakteure in „Ehe mit dem Satan“. Auch wenn es am Ende nicht für eine Auszeichnung reichen sollte, konnte sich Protagonistin Joan Crawford für so manchen Reinfall in ihrer damals noch recht jungen Karriere rehabilitieren und eine ihrer besten Leistungen auf der Leinwand abrufen. Nichtsdestotrotz gehört die recht bildgewaltige Produktion auf den Kennerlisten des Genres nicht zwingend zu den großen Nummern, womöglich auch wegen des unverhofften Mainstream-Erfolgs – zu den besten Streifen seiner Zeit gehört „Ehe mit dem Satan“ aber dennoch, auch wenn man über den recht bescheuerten deutschen Titel bis heute streiten kann. Crawford verkörpert die Bühnenautorin Myra Hudson, deren aufstrebende Karriere auch mancher Schauspieler als Sprungbrett nutzen möchte. Unter diesen Anwärtern ist auch der stolze Lester Blaine, der auf Anhieb Myras Herz erobert und ihr Ehemann wird. Doch mit der Zeit distanziert sich Blaine immer weiter von ihr, Myra ahnt, dass es ihrem Gatten nicht um ihre Liebe, sondern um ihr wachsendes Vermögen geht. Gemeinsam mit seiner Freundin Irene plant er offenbar ein Attentat, doch eine Tonbandaufnahme verrät seine Absichten rechtzeitig. Die Story ist vorzüglich und bestens gealtert, die Atmosphäre eine Noir-Blaupause und die digitale Aufbereitung tadellos – mehr kann man eigentlich nicht erwarten. Lediglich die Tatsache, dass kein lukratives Bonusmaterial am Start ist, trübt den Eindruck ein wenig, nicht jedoch die Begeisterung über die grundsätzliche Neuveröffentlichung dieses unbestrittenen Klassikers! (BB)
Bewertung: 5