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Legacy proudly presents

BREAK OUT OPEN AIR

BORKNAGAR & MELECHESH & BODYFARM & IMPERIUM DEKADENZ & CYTOTOXIN & HANGATYR & THE COMMITTEE & HORRESQUE & MÆRER & SERVANT & PSYCHONAUT 4 & THRONECULT & VICTIM & GRACELESS & FLESHLESS & SECOND DEATH & BRACHLANT und einige mehr

 

Ein Hauch von Ostblock-Charme umweht das frühere DDR-Feriendorf Crispendorf in der Nähe von Schleiz in Thüringen bis heute. In den fünfziger Jahren als Kinderferienlager Karl Marx mit schlichten Holzbaracken errichtet und den Arbeiterkindern des DDR-Uran- und Erzabbaus der IG Wismut vorbehalten, wurde es in den Achtzigern zum Ferienort für Werkstätige des Arbeiter und Bauernstaates. Nach fast zehn Jahren Karriere als Lost Place erfährt es seit 1998 eine Art von Renaissance und ist über die Zeit auch beliebter Platz für Metal-Festivals geworden.

 

NUR ECHT MIT MIESER LAUNE UND BÖSEM BLICK

"Fühlt euch frei, packt euere miese Laune ein, setzt den bösen Blick auf und pilgert mit uns in den botanischen Garten der harten Klänge." So steht's düster-philosophisch auf der Homepage geschrieben und ja: Das BREAK OUT OPEN AIR hat eine Vorliebe für derbe Sounds. Egal, ob das Hangatyr aus Bad Sulza sind, deren auf Deutsch gekeifter Gesang zusammen mit dem Mix aus Pagan-, Black- und Death Metal eine einzigartig-apokalyptische Atmosphäre erzeugt, oder aber Black Metal aus dem Schwarzwald von Imperium Dekadenz, deren Klangdichte und Intensität wohl an diesem Wochenende ihresgleichen suchen.

Obwohl, die Norweger Borknagar werden da bestimmt ein gewaltiges Wörtchen mitzureden haben, gilt ihr letztes Album "Fall" doch als ein äußerst beeindruckendes Meisterwerk im Bereich atmosphärischer Black Metal. Angeschwärzt, aber doch größtenteils Death Metal, dafür mit melodischen Doom-Passagen und der Vorliebe, über menschliche Gräueltaten zu singen, das sind Horresque. Death Metal in Reinform kommt dann von der funny Farm: Wo immer die Niederländer Bodyfarm einstöpseln, wackeln alle Wände und ein beachtlicher Mob rennt vor der Bühne glückselig headbangend im Kreis umher.

Graceless kommen auch aus den Niederlanden. Ihre Profession ist es, eine Todesmetall-Walze über ihr Publikum rollen zu lassen. Ganz oben auf dem Billing steht Depressive Suicide Black Metal aus Georgien mit Psychonaut 4 vermerkt. Das ist Achterbahnfahrt durch alle Emotionen zwischen lauter, krachiger Eruption und leisen, verschwimmenden Tönen, in die sich manisch in die Hoffnungslosigkeit gekreischte, geschrieene und geflüsterte Vocals mischen – absolute Grenzgänger. Melechesh aus Israel sind vielschichtig und Genrebezeichnungen wie Black- oder Death Metal längst entwachsen. Sie fügen ihrer Musik nicht nur orientalische Elemente hinzu, sondern die der Musik innewohnende Boshaftigkeit spielt auch mit uralten Entitäten, die lange vor heute üblichen Göttern gewirkt haben.

 

MIT DER EISENBAHN BIS ZUM SCHWIMMBAD

 

Ticket organisieren ist einfach: Ticketshop auf der Homepage öffnen, und dann haben wir drei Möglichkeiten: Die Eintrittskarte für das Festival kommt auf 112,- Euro, das Campingkärtchen kostet 10,- Euro. Und ein Kombiticket 122,- Euro. Auf dem Feriendorf-Areal ist alles vorhanden, was der Metaller sich wünschen kann. Vom Prinzip kann man am Morgen auf die geländeeigene Eisenbahn klettern, um ans Schwimmbad auf der anderen Hälfte der Freizeitanlage zu tuckern und das verkrustete Vortags-Corpsepaint aus dem Antlitz zu schrubben.

Keine Lust auf Zelten? Das Feriendorf bietet eigene Übernachtungsangebote, die aber meist schnell ausgebucht sind. Be quick or be dead ... Die Bratwurstbude ist natürlich obligatorisch, wenn wir im Freistaat Thüringen sind, es gibt aber auch vegane und vegetarische Kost auf dem Gelände. Getränkebuden verstehen sich von selbst, und Ecken mit Merch-Ständen findet man auch auf dem Event. Viel Wald außenrum ist zudem ein passender Rahmen, damit der geneigte Black-Metaller sich heimisch fühlen kann. Das Gelände bietet zudem bis heute Nischen, in denen man gut dem verblichenen Sozialismus hinterherfotografieren kann. Viel Spaß gewünscht!

 

Wedekind Gisbertson

www.planbar-breakout.de

EUROBLAST

DECAPITATED & HAKEN & JOTUNN & HUMANITYS LAST BREATH & THE DEAR HUNTER & EINAR SOLBERG & VILDHJARTA & GOROD & SWALLOW THE SUN & ALLEGAEON & FRACTAL SUN & THE RETICENT & DALI & SEVEN BLOOD & ALKERA & TEXTURES & INTERRA & SEETHING AKIRA & THE BROKEN HORIZON & KARMANJAKAH & ANCIENTS & ENTERPRISE EARTH & PANZERBALLETT

Was 2008 unter den Gleisen des Kölner Hauptbahnhofs als kleines Metal-Festival begonnen hat, ist zum Happening für all diejenigen gewachsen, die das Progressive im Metal suchen, die in der Verschmelzung verschiedener Stilistiken die Zukunft des musikalischen Ausdrucks sehen und für alle, die wagemutige Experimente innerhalb der Musik schätzen und lieben. Entdecker und Visionäre zieht es deswegen Ende September nach Köln.

SCHRÄGE SOUNDS UND KRUMME TAKTE ...

Technischen Death Metal von anspruchsvollster Präzision versprechen die Polen Decapitated, deren letztes Album "Cancer Culture" bereits einige Jahre zurückliegt. Es könnte sein, dass sie in Köln schon neue Stücke präsentieren könnten. Jotunn aus Dänemark hingegen sind wahre Meister darin, ihre Stücke in Überlänge auf der Bühne in der Dunkelheit zu zelebrieren, wobei Sänger Jón Aldará mit dem Licht in seinem Mikroständer für einzigartige Illuminationen sorgt. Haken aus London lassen sich als Progressive Metal umschreiben, der mit Einflüssen aus dem klassischen Progressive Rock und modernem Metal spielt und dabei immer wieder rhythmisch vertrackt in die Jazz-Fusion-Ecke ausbricht.

Verschachtelten melodischen Death Metal bringen Allegaeon aus den USA mit. Das Umschaltspiel von blastendem Geschrote auf angeschwärzte, kalte Melodik mit moderner Note beherrscht die fünfköpfige Band bestens, wie man auf ihrem jüngsten Album "The Ossuary Lens" nachhören kann. Ein besonderes Erlebnis dürften die fünf Finnen Swallow The Sun sein, deren melodischer Doom Metal unter den Legacy-Lesenden viele Freunde hat und die für emotionale Performances bekannt sind, die unter die Haut gehen. Auch hier liegt das letzte Album "Shining" schon eine Weile zurück, eventuell gibt es auch hier neue Töne zu hören.

Die Schweden Humanity’s Last Breath vertonen eigenen Angaben zufolge die Apokalypse. Sie tun das wuchtig, mit basslastigem und polternden Deathcore, Geschrei und wie Lava vor sich hin walzenden dissonanten Doom-Passagen, in die sie immer wieder die eine Melodie pflanzen. Doch das ist nur ein Bruchteil der auftretenden Künstler, mit ein paar Grenzgängern und Obskuritäten beschäftigen wir uns gleich ...

 

THE STAIRWAY TO PROGRESSIVE HEAVEN ...

 

Karten für das Happening in Köln bekommt man ganz einfach über die Homepage. Das Ticket für die drei Tage kostet 149,-, Tageskarten am Freitag 49,- und Samstag/Sonntag 59,- Euro. Es gibt zudem ein Kontingent an Karten, die drei Übernachtungen im DJH Köln Deutz beinhalten, hier muss man 284,- Euro berappen. Das Hostel ist fußläufig knappe 20 Minuten vom Veranstaltungsort Essigfabrik entfernt. Auf dem Festival gibt's reichlich Verpflegungs- und Getränkestände. Der  Community-Gedanke ist den Veranstaltern besonders am Herzen gelegen, weswegen es rund um das Geschehen auf den Bühnen zahlreiche Workshops und Mitmach-Möglichkeiten geben wird. Wir wünschen freudvolle erste Schritte auf dem musikalischen Neuland. It's one small step for men ...

 

INTERVIEW MIT VERANSTALTER DANIEL

 

Wie habt ihr das Line-up für das kommende Festival ausgewählt? Gibt es da Parameter, nach denen ihr vorgeht?

Besonders am EUROBLAST ist, es gibt keine klaren Genregrenzen! Für uns heißt "progressiv" vor allem, dass man die ausgewählten Bands in keine Schublade stecken kann. Am Ende ist es ein bunter Mix aus musikalischen Extremen. Die meisten Bands vereint die gewisse technische Virtuosität, Polyrhythmik, häufig mehr als sechs Gitarrensaiten und Originalität. Wir wollen unser Publikum gerne mal vor den Kopf stoßen und überraschen. Wenn selbst unsere hartgesottene EUROBLAST-Fangemeinde die eine oder andere Neuentdeckung bei uns macht, haben wir beim Booking alles richtig gemacht.

 

Wie weit kann man das Publikum mit Musik aus der Komfort- oder Normal-Zone rausreißen, und was sind die "Obskuritäten", die ihr auf dem Spielplan habt?

Es gibt keine Limits! Den meisten Spaß beim Booking haben wir deshalb, weil wir die Extreme voll ausreizen können. Wir haben das Glück, eine feste Fangemeinde aus solchen Musiknerds zu haben, wie wir es selber sind. Die es zu schätzen wissen, wenn sie aus ihrer Komfortzone rausgeholt werden und musikalische Achterbahnfahrten mitmachen. Am besten beschreibt es der Kontrast in der 2022-Edition, als Humanity's Last Breath mit ihrem THALL-Sound die Tore der Hölle beschworen und direkt danach die Dirty Loops mit ihrem progressiven Pop-Funk die Himmelspforten wieder geöffnet haben. 2026 wird es ähnlich aufregende Kontraste geben. Das zeigt schon die Spannweite zwischen Agent Fresco, Panzerballett, Vildhjarta und Decapitated.

 

Die Schweden Vildhjarta sind echt weit draußen. Aber auch Seething Akira, die sich ja aus einer ganz anderen Richtung diesem Metal-Ding nähern ...

Mein Partner John und ich sind beide Drummer und große Fans von Meshuggah und Tool, die uns bei der Bandauswahl beeinflusst haben. Mit Vildhjarta haben wir bereits 2009 einen Gig in Bonn veranstaltet und seitdem waren sie öfter auf der EUROBLAST-Bühne. Als Gründer des typischen THALL-Sounds sind sie fester Bestandteil der Szene und somit auch der EUROBLAST-Fangemeinde. Seething Akira sind natürlich ein krasser Kontrast, sie pushen den Sound von modernem Metal in eine andere Richtung, das macht sie so besonders.

 

Was bietet ihr denen, die mit einem bestimmten Künstler/einer Band so gar nicht warm werden?

Im Außenbereich der Essigfabrik bieten sich viele Gelegenheiten für Abwechslung. Es warten verschiedene kulinarische Spezialitäten auf die Gäste, aber auch Gitarren-Aussteller, Merch- und Schmuckstände, Kunst sowie ein Tattoo-Stand.

 

Wedekind Gisbertson

www.euroblast.net 

HEIMBURGER METALNACHT FESTIVAL

AEONBLACK & BLOODY INVASION & GRAVEWORM & CHAOS AND CONFUSION & RED RUNNING RIVER & DEFACING GOD & DELIVER THE GALAXY & DISMINDED & HELGRINDUR & IADUL & ZEIT & OBSCURITY & ILLDISPOSED & SCOURGE OF RAGE & INFESTATION & IN DEMONI & ROTTING DEMISE & RISE OF KRONOS

 

Herzlich willkommen im Legacy-Reisebüro. Unser Weg führt uns diesmal in den Harz, genauer gesagt nach Heimburg bei Blankenburg. In unmittelbarer Nähe gibt es sowohl die bizarre Felsformation der Teufelsmauer zu besichtigen, die in einen Berg gehauene Burgruine namens Regenstein (Vorsicht! Nomen est Omen!). Zudem lockt das Kloster Michaelstein mit Stille und Backsteinarchitektur, und ein Dorf weiter gäbe es noch die Roßtrappe und den Hexentanzplatz zu Thale. What? Wir sind wegen einem Festival in diesem schönen Landstrich? Warum sagt das denn keiner ...

WENN DER TEUFEL AUF SEINER HÖRNERGEIGE SPIELT ...

Als Headliner werden die Südtiroler Graveworm auf die Bühne klettern und dem versammelten Publikum einen Querschnitt aus inzwischen zehn Alben bieten. 1997 als Gothic Metal-Kapelle gestartet, hat sich ihr Sound zu einer spannenden Mischung zwischen melodischem Black- und Death Metal entwickelt. Zum Teil progressiver Death Metal dänischer Machart mit einem echt kauzigen Frontmann – nicht weniger ist von Illdisposed zu erwarten, die ihre Setliste sogar aus inzwischen 14 Alben zusammenstellen können. Rise Of Kronos aus Hamburg haben sich auf die Fahnen geschrieben, Death Metal auf ein eigenes, moderneres Level zu hieven. Das gelingt der Truppe, indem sie eine Menge wirrer Rhythmen, technische Moves, Breaks und Breakdowns in ihren Sound integrieren und so aus dem Berechenbarkeits-Schema der Stilistik ausbrechen.

Disminded überzeugen mit grobem Geschrote, fetten Riffattacken und bestialischem Geschrei zwischen Thrash und Death. Und weil man im Harz immer Pagan- und Viking Metal hören will, sind Obscurity aus dem Bergischen Land in NRW immer gerne gesehene Gäste auf der Bühne der HEIMBURGER METALNACHT, und auch Helgrindur hacken mit ihrem Sound zwischen Pagan- und Black Metal in eine ähnliche Kerbe. Ganz nah am Black Metal sind Zeit aus Leipzig, die ein kaltes, hohl klingendes Soundkonstrukt anbieten, das sich immer wieder in eine Langsamkeit flüchtet, bevor es erneut den Ausbruch sucht. In diesem Jahr spielen übrigens am Donnerstag Infestation, Scourge Of Rage plus zwei weitere Bands eine Warm-up-Show bei freiem Eintritt.

 

… UND DAS HEXENVOLK AUF DEN TANZPLATZ DRÄNGT!

 

Ein Wochenendticket für die Sause zwischen Deibelsmauer und Hexentreppchen gibt’s für 85,- Euro inklusive Camping und Parkplatz. Auf der Homepage auf Tickets geklickt, kurz runtergescrollt, et voilà. Wer das Festival unterstützen möchte, kann auch die Supporter-Varianten wählen. Für einzelne Tage berappt man jeweils 50,- Euro.

Verpflegung ist garantiert: Von Kochen ohne Knochen über vegetarisch bis hin zu Fasermaterial, wie der Harzer seinen saftigen Schinken auch gerne nennt, ist alles in Fülle vorhanden. Zapfsäulen gibt’s auch, und sowohl Futter als auch Getränke sind preislich extrem fair gelagert. Ein paar Stände werden ihre Waren feilbieten, und für Leute mit Handicap sind Wege gedacht worden, die auch ihnen das Festival-Erlebnis ermöglichen. In diesem Sinne: Das HEIMBURGER METALNACHT FESTIVAL dürfte im Sommer 2026 der heißeste Hexentanzplatz im Harz werden. Mittanzen ist alles!

 

Wedekind Gisbertson

www.heimburgermetalnacht.de