
Doc MacGregor hat sich als Berufsspieler in der Gegend einen Namen gemacht und dabei auch so manchen Gauner gegen sich aufgebracht. Als er aus Notwehr in ein Verbrechen hineingezogen wird, gelingt ihm gerade noch die Flucht in die Kleinstadt Baldosas, wo er unter falscher Identität Ruhe zu finden hofft. Doch MacGregor gibt sich dummerweise als der berüchtigte Revolverheld Larry Kitchener aus, der Baldosas einst zu schützen geschworen hatte und nun als potenzieller neuer Sheriff in die Pflicht genommen wird. Gemeinsam mit dem Kopfgeldjäger Slade soll er die Stadt verteidigen – doch Letztgenannter ist auch heiß auf die 10.000 Dollar, die aufs MacGregors Kopf ausgesetzt sind, weiß aber nicht, dass sein Mitstreiter gleichzeitig auch der Gesuchte ist. "Der Mann, der kam, um zu töten" ist in der Hochphase des Spaghetti-Westerns entstanden und zeigt dessen Härte und Skrupellosigkeit in allen Facetten auf, auch wenn der Überblick über die etwas verrückte Handlung suggeriert, dass hier auch Anteile einer Komödie inbegriffen sind. Doch die Story geht straight voran, nimmt so manche brutale Wendung und erfreut sich einer fantastischen Inszenierung durch Hauptakteur Carl Möhner. Wie so oft trägt der etwas einfältige deutsche Titel nicht dazu bei, diesen '67er-Streifen in einem Atemzug mit den großen Beiträgen des italienischen Westerns zu nennen. De facto ist die Produktion von Alfonso Balcazar aber nicht nur eine der besten ihres Jahrgangs, sondern grundsätzlich einer der vielen Höhepunkte, die das Genre seinerzeit hervorgebracht hat. (BB)
Bewertung: 4