
TANKARD & FINAL BREATH & GOD DETHRONED & LIK & THE FLESHTRADING COMPANY & SACRIFIRE & SPLINTER FLESH & ARCH DEMONS
Bereits zum fünften Mal wird die Stadthalle im unterfränkischen Lohr am Main zum Schauplatz eines gepflegten metallischen Abrisskommandos. Hinter dem CHAOS UNITY FESTIVAL stehen die heimischen Death-/Thrash-Metaller Final Breath, die 1993 in Lohr gegründet wurden und mit ihrer inzwischen traditionellen Homecoming-Show einmal mehr hochkarätige Verstärkung eingeladen haben. Angeführt wird das acht Bands starke Aufgebot von den deutschen Thrash-Metal-Urgesteinen Tankard, die seit über vier Jahrzehnten beweisen, dass sich Bierdurst und messerscharfe Riffs bestens vertragen. Nicht minder heftig dürfte es bei den niederländischen Blackened-Death-Metal-Veteranen God Dethroned und den schwedischen Todesblei-Spezialisten Lik zur Sache gehen. The Fleshtreading Company liefern weiteren Thrash-Nachschub, während Sacrifire mit düsteren Doom-Klängen, Splinter Flesh mit Death Metal und Arch Demons mit Deathcore für zusätzliche Abwechslung sorgen.
Value for money
Am Samstag, dem 14. November 2026, öffnen sich um 15 Uhr die Pforten der Stadthalle, bereits um 15.30 Uhr fällt der Startschuss für das musikalische Schlachtfest. Tickets sind ab 52,90 Euro erhältlich und können unter anderem über Reservix sowie die offiziellen Vorverkaufsstellen erworben werden. Acht Bands, ein langer Festivaltag und eine ordentliche Portion Underground-Spirit: Wer den Metal lieber unmittelbar vor der Bühne als aus sicherer Entfernung genießt, dürfte in Lohr bestens aufgehoben sein. Und für Final Breath ist es ohnehin wieder ein Heimspiel der besonders lautstarken Sorte!
Veranstalter Heiko im großen Interview
Am 14. November geht das CHAOS UNITY FESTIVAL bereits in seine fünfte Runde. Ursprünglich steht dahinter ja die Idee, mit Final Breath eine Art musikalisches Heimspiel in Lohr am Main zu veranstalten und dazu befreundete beziehungsweise geschätzte Bands einzuladen. Wie hat sich aus dieser Idee ein eigenständiges Festival entwickelt?
Die Idee ist ja das eigene Festival, haha. Dahinter steht eben genau, was du beschrieben hast. Außerdem möchten wir natürlich der Szene und vorrangig auch unserer lokalen Musikszene etwas zurückgeben und sie beleben. Wir machen das inzwischen seit mehr als einem viertel Jahrhundert. Wir möchten aber auch gerne Nachwuchs sehen. Sowohl bei den Fans als auch bei jungen Menschen, die selbst Musik machen, die Szene bereichern wollen. Das Besondere dabei ist das Flair, das ein kleines Festival eben oftmals größeren Events voraus hat: Es ist familiär.
Der Name CHAOS UNITY ist eigentlich ein schöner Widerspruch: Auf der Bühne herrscht musikalisches Chaos, davor entsteht im Idealfall eine ziemlich eingeschworene Gemeinschaft. Gerade in Zeiten, in denen die Metal-Szene immer stärker ausdifferenziert erscheint, finde ich diesen Gedanken interessant. Wie wichtig ist euch dieses Gemeinschaftsgefühl bei der Veranstaltung?
Ich mache das an der extrem positiven Stimmung fest. Du hast das richtig erkannt. Der Name des Festivals stammt von einer textlichen Idee von unserem Song ,Chaos Unity‘. Es ist genau das, was du in einem Satz selbst zusammengefasst hast. Die Metal-Szene erscheint Außenstehenden oft vielleicht etwas chaotisch. Im Inneren ist es aber eine eingeschworene Gemeinde, die die gemeinsame Liebe zu dieser Musik einfach mit jeder Pore lebt. Dieses Gemeinschaftsgefühl entsteht ganz automatisch.
Mit God Dethroned, Tankard, Lik und natürlich Final Breath habt ihr 2026 eine ziemlich schlagkräftige Mischung aus Death- und Thrash Metal zusammengestellt, die sowohl unterschiedliche Generationen als auch verschiedene Spielarten extremer Musik zusammenbringt. Geht es vor allem darum, Bands einzuladen, die ihr selbst gerne sehen würdet, oder verfolgt ihr dabei eine bestimmte musikalische Dramaturgie?
Beides ist richtig. Mich treibt einfach der Gedanke, ein abwechslungsreiches und doch homogenes Programm auf die Beine zu stellen. Im Idealfall mit Bands, die wir persönlich mögen und schätzen. Das trifft auf einer persönlichen Ebene zu, aber auch auf das musikalische Schaffen. Wir bauen das Festival auch immer um unsere eigene Performance herum. Somit kann ich mir immer ganz einfach die Frage stellen: Was könnten Leute noch gut finden, die unsere Musik mögen.
Ein Festival mit einer überschaubaren Kapazität von rund 900 Besucher*innen lebt vermutlich besonders stark von seiner Atmosphäre. Stellen wir uns deshalb einmal vor, jemand reist zum ersten Mal nach Lohr und kennt weder die Stadt noch das CHAOS UNITY: Wie würdest du dieser Person den perfekten Festivaltag beschreiben – vom ersten Bier beziehungsweise alkoholfreien Getränk bis zum letzten Ton?
Zur Wahrheit gehört, dass wir bisher die Kapazität der Halle, die soweit mir bekannt bei 900 oder 950 Besuchern liegt, bisher noch nicht vollends ausgeschöpft haben. Letztes Jahr waren es etwas über 500 Besucher. Das war allerdings ein sehr gutes und zufriedenstellendes Ergebnis. Wir haben also noch etwas Luft nach oben, wollen aber auch kein ungesundes und sprunghaftes Wachstum auf Teufel komm raus erzwingen. Das ist es aber auch, was ich dieser Person ans Herz legen würde. Es ist ein familiäres Festival, das einfach eine großartige Atmosphäre bietet. Die ersten paar Bands werden von unseren Besuchern genau so wohlwollend empfangen, wie die etablierten Acts später am Abend. Es gibt ein riesiges Foyer, wo man nach Lust und Laune zwischen den Bands seine Drinks genießen, also Bekanntschaften wieder treffen und neue Leute kennenlernen kann. Die Essenz der Metal-Szene also.
Jonathan Jancsary
FB: StadthalleLohr