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„Wir haben Markus durch Mathias’ andere Band Throne Of Heresy kennengelernt, weil die Band ihr Album auch im Kalthallen Studio gemastert hat. Wir möchten, was Markus mit der Scheibe angestellt hat. Glücklicherweise war das Throne Of Heresy-Album auch von Devo aufgenommen, es war deshalb gut zu wissen, dass Markus die Arbeit des Endarker Studios schon kannte. Ich selbst kannte die Kalthallen Studios aber vorher nicht. Aber Thor, unser Label-Manager, kannte Markus. Allerdings haben wir das erst rausgefunden, als wir uns schon entschieden hatten. Zusammengefasst: Alles ist gut gelaufen, und das Resultat ist großartig. Insofern, ein großes Dankeschön an Markus.“

Neben neuen Produzenten sind durch den Abgang von Karsten (Drums) und Lars (Gitarre) auch zwei Neulinge zur Band gestoßen, namentlich Mathias Westman (Drums) und Ted Sjulmark (Gitarre). Wie viel Einfluss hatten die beiden Musiker auf den Sound von „:taudr:“? „Sie hatten einen großen Einfluss, gerade wenn es um die handwerklichen Skills geht. Sowohl Mathias wie auch Ted sind große Meister ihrer Kunst, also ist es sehr angenehm, sie auf der Reise dabei zu haben. Das Fundament der Songs wird aber nach wie vor von Karl und mir komponiert. Allerdings haben sie auf jeden Fall Spuren und Ideen hinterlassen. Mathias hat die Drum-Linien komponiert und sie mit uns in den Proben arrangiert. Ted hat Solos geschrieben und auch sonst ein paar großartige Leads in den Topf geworfen. Sie haben uns in der Entwicklung wirklich vorwärts gebracht.“

Abgesehen von den musikalischen Änderungen kam es auch zu einem Bruch mit Metal Blade, dem langjährigen Label der Truppe. „:taudr:“ erscheint nun via Trollmusic, einem leidenschaftlichen, aber sehr kleinen Label, das mit Metal Blade nicht zu vergleichen ist. Label-Wechsel sind eigentlich mäßig interessant, aber wenn die beiden Unternehmen so unterschiedlich konzeptioniert sind wie Metal Blade und Trollmusic, dann muss nachgefragt werden, wie dieser Wechsel vonstattenging: „Das hat auch mit den Faktoren zu tun, die fast das Ende der Band bedeutet hätten. Aber unsere Jahre bei Metal Blade waren wirklich gut, und wir sind sehr glücklich mit diesen Jahren und den Alben – es war eine gute Kooperation und ein sehr professionelles Team. Unser Vertrag war aber zu Ende, und wir hatten ein paar Schwierigkeiten. Deshalb haben wir uns entschieden, die Sache zu beenden, anstatt dem Label noch einmal neue Demos et cetera zu schicken. Wir hatten auch andere Interessen, aber wir dachten vor allem, es wäre das Beste, mal etwas herunterzukommen und alles neu aufzubauen. Thor und ich sind seit einer Weile befreundet, und wir sind einfach auf die Idee gekommen, zusammenzuarbeiten. Und jetzt sind wir hier, und wir werden auch von Jungs von Prophecy Productions unterstützt. Ich denke, dass wir die momentane Situation lieber mögen. Schauen wir einfach, wo uns diese hinführt. KING OF ASGARD-Fans werden uns auf jeden Fall finden, unabhängig davon, wie tief wir im Underground stecken. Da fühlen wir uns einfach sicher, und wir gehören dort wohl auch einfach hin.“

Diesbezüglich kann man aber doch noch tiefer bohren. Ist der Labelwechsel auch bis zu einem gewissen Grad eine Absage an die Musikindustrie? Letztlich ist Heavy Metal in den letzten Jahrzehnten auch immer mehr zu einem „Business“ geworden, auch wenn viele das nicht glauben wollen. Soll diese Veränderung für KING OF ASGARD deshalb auch dazu führen, dass man sich mehr auf die Kunst und weniger auf Geschäftliches konzentrieren muss? „Nein, wir hatten niemals solche Diskussionen. Aber wir sind gleichzeitig auch nicht sehr geeignet für große Unternehmen. Wie schon gesagt, wir sind wesentlich mehr im Underground verwurzelt als die meisten Metal Blade-Bands und deshalb gehören wir einfach mehr zu dieser Subkultur. Aber wir brauchen trotzdem gute Partner, die sich um die Distribution et cetera kümmern. Das ist uns sehr wichtig. Es war für uns immer entscheidend, unsere Kunst zu machen, unsere Konzepte durchzusetzen, unser Layout zu bekommen et cetera, aber es hat mit Metal Blade trotzdem geklappt. Aber sie wollten wohl, dass wir was Live-Gigs betrifft aktiver sind und so weiter. Am Ende des Tages muss man sich als Band und Label einfach einigen können, wohin die Reise geht. Letztlich ist auch alles wichtig – sowohl das Marketing/das Geschäftliche als auch die Kunst. Solange man miteinander klarkommt, gibt es kein Problem, sich auf alle Elemente zu konzentrieren. Für KING OF ASGARD sind beide Seiten wichtig.“

Apropos Live-Front – wie sieht es da für die Zukunft aus? Ein paar Gigs wurden bereits angekündigt, aber von einer Tour hat man leider noch nichts gehört. Ist diesbezüglich etwas geplant? „Ja, wir hoffen, dass wir häufiger spielen können als früher, sofern unsere Terminkalender das erlauben. Leider ist momentan keine Tour geplant, aber mit diesem Line-Up und dieser MCD fühlen wir uns stärker als je zuvor. Also wäre es großartig, Fans zu treffen und ihnen unseren Bastard „:taudr:“ vorzuführen. Noch sind die Möglichkeiten diesbezüglich rar gesät, aber das könnte sich ändern. Wir könnten dann auftauchen, wenn ihr es am wenigsten erwartet. Passt also auf, haha!“

Da „:taudr:“ „nur“ eine MCD darstellt, darf man als Fan denn nun hoffen, dass in Bälde ein vollwertiges Album via Trollmusic in den Läden stehen wird? „Da gibt es momentan nichts zu sagen. Material ist schon geschrieben und Ideen existieren, aber derzeit ist nichts fixiert. Wir schauen erst einmal wie diese MCD ankommt, wie die Kooperation funktioniert und so weiter, bevor wir weitere Pläne schmieden. Wir sehen ja „:taudr:“ sowieso fast als vollwertiges Album, weil es so organisch ist, und wir deshalb auch ein paar Songs weggelassen haben, einfach damit es so geschlossen bleibt. Hier gibt es keine Filler, sondern nur das Allerbeste von KING OF ASGARD. Deshalb wird die MCD nachwirken, und wir müssen nicht hetzen. Unsere Wurzeln sollen uns nicht würgen, sondern neues Leben in der Dunkelheit erschaffen.“

Eigentlich wäre dies ein wunderschönes Schlusswort, aber die schwedischen Wikinger haben noch ein kleines Schmankerl in der Hinterhand, das nicht untergehen darf. Auf ihrer MCD „:taudr:“ findet sich nämlich eine neue aufgenommene Cover-Version des Mithotyn-Songs ,Upon Raging Waves‘. Da ja KING OF ASGARD die Quasi-Nachfolger von Mithotyn sind, ist es doppelt spannend, warum die Herren diesen Song noch einmal in neuem Soundgewand auf ihre Hörerschaft loslassen: „Das hat alles damit angefangen, dass uns ein brasilianischer Konzert-Promoter gebeten hat, ob wir für die Show, die wir letztes Jahr gespielt haben, auch einen Mithotyn-Song zum Besten geben können. Da es einer unserer seltenen Gigs war, haben wir uns gedacht, dass wir das machen können. Außerdem gibt es ja unsere Tradition, dass wir auf Alben Cover-Songs aufnehmen, deshalb haben wir uns gedacht, wir könnten das gleich mit diesem spezifischen Track machen, anstatt wieder einen von einer anderen Band zu suchen. Wir wurden auch früher schon oft gefragt, ob wir einen solchen Song spielen können. Logischerweise deshalb, weil Karl und Karsten damals in der Band dabei waren und KING OF ASGARD mit ähnlichen musikalischen und lyrischen Konzepten arbeiten. Wir hatten dann das Gefühl, dass der Song ,Upon Raging Waves‘ sehr geschätzt werden würde. Außerdem konnten wir ihm auch gerecht werden. Aber wir hatten auch andere Tracks diskutiert. Also ist das Ganze einfach so passiert, aber das Resultat ist natürlich ein wichtiger Teil von KING OF ASGARDs Vergangenheit.“


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