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Seid ihr immer noch das „Bocholt Live Squad“? 2005 veröffentlichten Battle Cry Records einen so betitelten Mitschnitt eures Gigs vom 17. Mai 1987 dort.

Arnd: Nun ja, zu Bocholt hatten wir nur ein einziges Mal einen Bezug, und das war der Gig dort vor vielen Jahre. Ich erinnere mich nicht, danach noch einmal dort gewesen zu sein. Zu Essen, meiner Heimatstadt, habe ich natürlich einen Bezug, auch wenn ich dort nicht mehr wohne. Wir proben dort noch und ich habe noch immer Freunde und Familie in Essen. Die Metal-Szene in Essen ist nach wie vor bunt, rumpelig und sehr aktiv

Lacky: Überall, wo wir gespielt haben oder noch spielen werden, bringen wir etwas Altenessen Thrash Metal mit. Unser Proberaum liegt immer noch in 4300 Essen 12, da sind unsere Wurzeln, und da wird sich irgendwann der Kreis schließen.

Wie eng ist das Verhältnis zu euren alten Proberaumkumpanen Kreator heute? Tom von Sodom meinte kürzlich ein einem Interview, so etwas wie die Teutonic Big 4 würde es live nie mehr geben, weil Kreator die Hallen alleine vollmachen. Bestätigt das eigene Erfahrungen über den Umgang untereinander?

Lacky: Da hat der Tom nicht ganz unrecht, unsere Freunde von Kreator spielen zu Recht mittlerweile in ihrer eigenen Liga. Aber wenn vier teutonische Bands Live gefragt sind, würden wir uns gerne anschließen, hehe.

Dirk: Das Verhältnis zu Kreator ist bis heute unverändert. Klar, man sieht sich heute weniger als früher aber man hat sich nie aus den Augen verloren. Speesy und ich schreiben zum Beispiel noch fast täglich über irgendwelche Messenger und versuchen uns regelmäßig zu treffen.

Apropos Sodom: Schon deren ‚Caligula‘ auf dem neuen Album gehört?

Lacky: Na klar, coole Nummer. Ich habe mich immer schon gefragt, wann mal jemand einen Song über diesen Typen schreibt… (Anm. d. Verf.: DARKNESS hatten einen gleichnamigen Song auf ihrem 1988er-Album „Defenders Of Justice“.)

Hattet ihr damals Kontakt zu den DARKNESS aus Ludwigshafen, später umbenannt in Blasted? Hat man sich postalisch angegiftet, oder Demos getauscht? Nach Pforzheim hätten sie es ja 1987, als „Cleaning Pfotzheim“ mitgeschnitten wurde, nicht so weit gehabt…

Lacky: Uns hat zu Demo-Zeiten, als die Sache richtig ins Rollen kam, mal eine Band persönlich aufgesucht, die hießen Midnight Darkness und erzählten uns was von Verwechslungsgefahr und so, drohten mit Anwalt. Na ja, wir haben sie in typischer Ruhrpott-Tradition mit dicker Backe nach Hause geschickt und dann auch nie wieder von ihnen gehört. Der Name DARKNESS tauchte immer mal wieder irgendwo in wirrem Zusammenhang auf. In Ex-Jugoslawien gab es sogar damals eine Popband, aber eigentlich war uns das scheißegal.

Ihr habt eure Pseudonyme wie Torturer schnell an den Nagel gehangen – bereut ihr es? Welche Kampfnamen hätten die „neuen“ im Line-Up sich verdient – und welchen hattest du, Arnd?

Arnd: Ich hatte nie einen Kampfnamen, mein eigentlicher Name ist Kampfname genug! Eine Silbe, vier Buchstaben - mehr Kampf geht nicht (lacht). Ich fand die Pseudonyme immer albern, deshalb habe ich mir nie eines zugelegt. Zudem sind wir textlich und vom Image her ja schnell vom Satanismus in eine kritische Ecke gewechselt. Da passten die Namen nicht mehr. Der einzige Spitzname, der geht, ist Lacky. Hast Du überhaupt einen richtigen Namen?

Lacky: Ich hab meinen Spitznamen schon im Kindergarten bekommen. Und unsere „okkulten“ Pseudonyme waren Anfangs ganz witzig und cool, aber wir nannten uns dann doch lieber bei unseren richtigen Spitznamen. Sonst hätte ja keiner mehr auf den anderen reagiert.

Dirk: Meiner wäre wahrscheinlich „Dr.Thrash“! Hahahaha.

Ist das Kapitel Eure Erben definitiv geschlossen oder nur auf Eis? Seht ihr es im Nachhinein als gescheitert an, hat es euch zu sehr auf G/A/S limitiert? Warum war zu der Zeit Deutsch als Sprache für euch so wichtig? Bis auf die punkigen Sodom-Ausreißer hattet ihr damit eine Sonderstellung. Euer alter DARKNESS-Song ‚Staatsfeind‘ war noch vor ‚Bombenhagel‘ ein englischer Song mit einem deutschen Einwort-Refrain.

Arnd: Das Kapitel ist geschlossen. Es war ein Versuch, ich würde es aber nicht zwingend als gescheitert betrachten. Als Lacky und ich angefangen haben wieder miteinander Musik zu machen, hatte insbesondere ich keine Lust, auf den Re-Union-Zug aufzuspringen. Das war mir zu abgewichst, hat sich, um der Wahrheit die Ehre zu geben, aber als Fehler erwiesen. Zudem war mir damals nicht klar, wie gefragt DARKNESS noch immer waren. Mit deutschen Texten wollten wir neue Wege beschreiten. Für ‚Staatsfeind‘ haben wir damals noch Schelte bekommen; so etwas ginge im Thrash nicht! Das war uns aber egal.

War „Terror 2.0“ alleine schon von den Titeln her seiner Zeit voraus, traurigerweise wie Amok, Schläfer und Terror zeigen? Ist das Doppelalbum heute bereits eine Rarität – habt ihr nur noch Restbestände in eurem Merch-Shop?

Arnd: Viele Songs von "Terror 2.0" wären textlich schon in den 80ern zeitgemäß gewesen. Sie waren es vor zehn Jahren, sind es jetzt und werden es in 30 Jahren immer noch sein. Das System ändert sich nicht und wenn, dann zum Schlechten. Von daher würden eigentlich Textbausteine ausreichen, die man immer wieder neu zusammenbaut.

Lacky: Ob Zeit voraus, oder zu spät, kann man gar nicht sagen, diese Themen begleiten uns textlich schon seit 1987. Das spricht nicht für diese Welt, dass sie irgendwie immer aktuell waren, sind und wahrscheinlich sein werden. „Terror 2.0“ ist keine Rarität, schau mal in unserem Haus-Shop www.sektor12shop.de vorbei, da kannst Du die Doppel-CD zum Preis einer einzelnen CD finden.

Modern Dance-Studio klingt schauderhaft – haben dort tatsächlich vor allem Dance/Pop-Projekte aufgenommen? Und wo wir gerade beim Thema sind: Zusammen mit dem Holger Schreiber, der die Lucifer‘s Heritage Demos aufgenommen hat, den Urschleim von Blind Guardian, bildete Arnd vor Jahren ein Produktions-/Kompositionsteam für Künstler wie Frank Marin, Torsten Krause Randy Heitmann und Nova Beat. Vom Thrash auf diese Musik umzuschwenken ist schon sehr atypisch.

Lacky: Das Modern-Dance-Studio in den Kellern der Zeche Carl war eigentlich nur ein etwas besser ausgebauter Proberaum als die restlichen Räumlichkeiten. Da die Zeche als Jugend- und Freizeitzentrum diente, trieben natürlich auch diverse musikalisch anders geartete Bands dort ihr Unwesen, deshalb wurde da eben auch mal ungenießbare Kost aufgenommen. Mit DARKNESS nahmen wir da die Demotapes „Titanic War“ und „Spawn Of The Dark One“ auf!

Arnd: Holger Schreiber ist ein alter Freund von mir. Bei ihm haben wir 1986 das Vier-Track-Demo aufgenommen, mit dem wir später den ersten Deal bekommen haben. Zu etwa der gleichen Zeit sind auch Blind Guardian bei ihm gewesen. Dort habe ich auch Witchburner einmal getroffen, ich glaube, als sie ein Album produziert haben. Holger betreibt sein Studio professionell und kann sich die Künstler, die zu ihm kommen, nicht immer aussuchen. Holger macht professionelle Tontechnik und kann viele Musikstile in Sound kleiden. Es wäre ungerecht, ihn nur auf Schlager und Pop zu reduzieren. Rick Rubin hat ja auch unterschiedliche Musikstile produziert. Sein Studio heißt übrigens SC-Sound Recording. Da wir uns ewig kennen lag es einfach nahe, die EP dort Mastern zu lassen.

Musstet ihr bei Eure Erben und den deutschen Texten nicht immer an ‚Ich bin noch zu haben‘ aus deiner andrerer Karriere denken?

Arnd: Nein, eine derartige Frage ist eben der Grund, warum die ERBEN nicht richtig an den Start gekommen sind: wenn Du deutsche Texte machst, wirst du entweder mit Rammstein oder Schlagern in einen Topf geworfen.

Lacky: An sowas dachten wir bestimmt nicht, denn die Erben-Sachen versprühten doch auch eher den Charme des Angepisst-Seins. Woran ich immer denken muss, ist die Reaktion der Fans auf die deutschen Texte. Andauernd kamen Anfragen, das doch bitte in Englisch zu machen. Dann sind wir dem Ruf gefolgt und haben mit der „Terror 2.0“ eine englische Scheibe dazu gepackt, als Geschenk und nette Geste für unsere Hardcore-Anhänger. Als es dann das erste Mal hieß, wir machen wieder was als DARKNESS, kamen die gleichen Leute und fragten, ob wir denn auch eine deutschsprachige Scheibe dazu legen. So kann es gehen …. haha.

Die großen Alten des Teutonen Thrash waren quasi immer da, wenn im Fall von Destruction auch mit einigen schrägen Wendungen. Auch Bands wie Exumer, Assassin, Holy Moses, Minotaur, Necronomicon, Acu§er, Protector,… sind wieder seit Jahren aktiv und keine Eintagsfliegen am Reunion-Himmel. Welche hiesige Band vermisst ihr menschlich wie musikalisch, mit dem habt ihr viel erlebt und seit Jahren die Kontakte verloren? Vielleicht Living Death, Violent Force, Deathrow..? Risk waren teilweise erheblich älter, zumindest der Faithful Breath-Teil der Band.

Lacky: Ich vermisse eigentlich nichts. Das liegt aber daran, dass ich vielen Leuten und Bands aus der Vergangenheit immer wieder über den Weg laufe.

Dirk: Ich würde total gern nochmal ETERNAL DIRGE sehen…

Gibt es irgendeinen Schuppen, der heute auch nur ansatzweise das Mephisto ersetzen kann?

Arnd: Nur das Mephisto im Heavy Metal Himmel. Da hält Olli die ersten Biere für uns kalt und plaudert mit Ray darüber, dass ich im Studio ein echter Arsch sein kann. ;-)

Lee: Eigentlich kannst Du das Mephisto mit keinem Laden vergleichen! Vor allem wenn man darüber nachdenkt wer sich da alles rumgetrieben hat. Ich wüsste gerne mal wie viele Bands weltweit von den Jungs die da gesoffen haben beeinflusst worden sind oder wie viele Platten kumuliert von denen verkauft wurden. Ich glaube vom Style und vom Publikum kommt das Helvete dem am nächsten! Meine Erinnerungen sind aber sehr verschwommen. Erst dachte ich es liegt daran, dass es so lange her ist bis mich mal jemand daran erinnert hat wie rappelvoll wir immer alle im Mephisto waren.

Dirk: Das Mephisto war einmalig. Sowas wird´s nicht nochmal geben. Legendär! Neben dem Endzeit der Platz zum „sein“, den wir damals gebraucht haben. Heute gibt es noch vereinzelt Läden in denen man ganz gut zu härterer Musik sein Bierchen blubbern kann, hier sei das Freak Show in Essen lobend erwähnt. Und auch das Cafe Nord und das Black End in Dortmund sind gern besuchte Orte.

Wer hat 1985 euer „The Evil Curse“-Demo-Cover gemalt? Die späteren (Bleistift?) Kassettencover sahen schon deutlich filigraner aus.

Lacky: Das „The Evil Curse“-Cover hat Klaus „Skull“ Becker von der ersten DARKNESS-Besetzung auf die Schnelle gekritzelt. Die darauf folgenden Zeichnungen sind von meinem alten Kumpel Christian „Gonz“ Kappel, mit dem ich viele Jahre in der Band Charger gespielt habe. Ich selbst habe keine einzige Kassette mehr, mein Bruder archivierte zum Glück ein paar Tapes, die wir dann High Roller für die Vinyl-Veröffentlichungen zur Verfügung stellen konnten.

 

Wolltet ihr damals wie selbst Running Wild anfangs noch etwas auf den Venom-Zug aufspringen? Hat sich jemand ernsthafter mit Okkultismus befasst, oder war das einfach nur ein Horror-Gimmick?

Lacky: Man hat sich tatsächlich einiges an okkultem Wissen angelesen, aber es diente eher dazu, Lehrer und Eltern professionell zu provozieren. In Verbindung mit harter Rockmusik extrem Erfolgs-versprechend (lacht).

Haben High Roller euch auch wie damals Gama mit Sixpacks abgefüllt, bevor ihr den neuen Vertrag unterschrieben habt – oder seid ihr heuer auf der Hut gewesen?

Lee: Hehehe! Nein, nein… wir mussten nicht auf der Hut sein! Die Zeiten haben sich geändert und High Roller Records sind supercool!

High Roller haben bereits zweimal Demomaterial von euch als Vinyl-/CD-Compilations veröffentlicht. War da viel Überredungskunst nötig, weil ihr eher die Spielfehler als den Kultcharakter raushört?

Lacky: Eigentlich waren wir uns sehr schnell einig mit Steffen von High Roller. Die Vinyl-Re-Releases der alten DARKNESS-Alben und die Aufbereitung der Demo-Klassiker sind so authentisch und ehrlich geworden, für mich ist dieses Label deshalb zurecht erste Wahl für so ein Projekt gewesen. Selbst wir haben für deren Aufarbeitung des alten Materials sehr viel Lob und Anerkennung kassiert. Da basiert das Musikbusiness noch auf echter Begeisterung, wo also wären wir auch mit dem neuen Album besser untergebracht als dort.

Hatten Arnd oder Pierre eine klassische Gitarrenschulung, die dann in ‚Tarsman Of Ghor‘ bei den Leads und dem Intro von ‚Burial At Sea‘ durchbrach? Oder kam da ein Mekong Delta-Einfluss durch?

Arnd: Ich kenne nicht einen Ton von Mekong Delta. Das meine ich wirklich vollkommen wertfrei! Ich persönlich hatte Gitarrenunterricht, der neben der Ausbildung am Instrument auch Musiktheorie und Harmonielehre beinhaltet hat. Ich habe an der akustischen als auch der elektrischen Gitarre gelernt, so wie es sich gehört. Ob Pierre Unterricht hatte oder nicht, ist mir nicht bekannt; er war immer ein guter Rock- und Heavy Metal-Gitarrist. Worin wir uns unterschieden haben, das hat uns auch stark gemacht: ich war manchmal zu sehr mit dem Kopf in den Riffs, während er immer mit dem richtigen Feeling drin gesteckt hat. Pierre ist ein guter Mann!

Gab es damals Überlegungen, bei New Renaissance zu unterschrieben? Das Label war doch auch für sehr geringe Produktionsbudgets bekannt – und in den USA dazu noch für euch bei Problemen nicht greifbar in Zeiten von teuren Flügen und schlechten Transatlantiktelefonverbindungen.

Lacky: Wir haben damals ein Schriftstück von New Renaissance bekommen, eine Art Vertrag, weshalb wir auch beim Holger Schreiber vier Songs recordeten. Ich weiß nicht mehr, warum, aber nur „Armageddon“ hat es auf einen Sampler des Ami-Labels geschafft. Wahrscheinlich haben wir das Angebot und den Abschluss von denen einfach mal wieder nicht Business-mäßig ernst genug genommen. Aber von der dazugehörigen Abschluss-Party gibt es noch einige Bilder, die beweisen, dass wir uns gefreut und das auch ordentlich begossen haben!

 

In den Liner Notes zu den Re-Releases eurer frühen Alben fasst ihr die Bandgeschichte bis dahin als eine Mischung aus Pech und mangelndem eigenen Organisationstalent zusammen. Habt ihr damals versucht, als Profimusiker von der Band zu leben? Seid ihr heute ganz anders engagiert – oder immer noch chaotisch, weil ihr keine Illusionen mehr habt, euren Lebensunterhalt mit DARKNESS zu bestreiten?

Arnd: Natürlich wollten wir Profis werden. Heute ist alles geprägt von einer Portion Erwachsensein und den schlechten Erfahrungen von früher. Das hilft ungemein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Leider bin ich aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, einer bürgerlichen Tätigkeit nachzugehen. Mein Vermieter mag keinen Metal und akzeptiert unsere CDs nicht als Mietzins.

‚Another Reich‘ scheint vom Titel eher prima zur katastrophalen Landtagswahl in Mecklenburg Vorpommern und überhaupt dem Rechtsruck in der Gesellschaft (leider europaweit) zu passen. Wie alt ist der Text, was war der direkte Aufhänger? Seid ihr in Sachen Politik und Religion alle ziemlich auf einem Nenner?

Arnd: Als die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gelaufen ist, war die Produktion schon lange abgeschlossen. Darauf bezieht der Text sich also nicht. Der Song beschäftigt sich damit, von wo wir kommen, auf welchem Weg wir uns befinden und auch damit, wie gleichgültig und desinteressiert die meisten Menschen damit umgehen. Diese Gleichgültigkeit behandle ich in ‚Freedom On Parole‘ im Besonderen. Was die Texte und die Aussagen betrifft, sind wir nicht immer auf einem Nenner.

Der Song ist für euch ungewöhnlich langsam und subtil melodisch, aber nicht soft. Stand er zur Debatte, oder ist er gerade wegen seiner Eigenwilligkeit einer eurer Favoriten?

Dirk: Für mich ganz klar einer der Favoriten auf dem Album. Mit ‚Another Reich‘ haben wir gezeigt, dass harte, brutale Musik nicht zwangsläufig schnell sein muss.

Lee: Der Song stand nie zur Debatte und ist wegen seiner kompromisslosen Härte von Anfang an einer unserer Favoriten gewesen!

Würdet ihr heute von „The Gasoline Solution“ wie von eurem Debüt 15.000 Einheiten absetzen – es wäre eine Sensation. Was sind eure realistischen Ziele und Erwartungen? Wie ist euer Status im Ausland – spiegeln kolumbianische Re-Releases ein starkes internationales Interesse an euch, oder seid ihr tiefster Underground und startet bei nahezu Null? Diese Facebook-Statistik der Likes international scheint mir wenig aufschlussreich. Spielt ihr mehr Auslands-Gigs ans in den 1980ern, wo reihenweise die geplanten Touren geplatzt sind?

Lacky: Pünktlich zum großen Thrash Metal-Revival waren wir mit dem Namen DARKNESS wieder ernsthaft im Gespräch. Wir wurden selbst überrascht von dem Stellenwert, den wir trotz der langen Auszeit noch in der Szene hatten. Ob das für 15000 verkaufte Tonträger reicht, ist natürlich fraglich. Man vergisst ja gerne mal die tausende Downloads, hahaha... Wir werden so oft es geht Live spielen und haben auch eine Menge Angebote, die wir im Moment ab-checken, wir können leider nicht alles annehmen, das haut zeitlich schon nicht hin, wir müssen ja auch noch im wirklichen Leben malochen. Aber das Ausland lockt tatsächlich auch immer mehr, allerdings ist das immer etwas schwierig wegen der erhöhten Kosten, aber ein paar Events haben wir schon gesichert. Sind jetzt schon mehr Angebote als in den goldenen Achtzigern, wo wir nicht wirklich in Sachen Torneen vom Glück gesegnet waren. Arnd sagt ja immer, dass die jetzige Besetzung nach den Wechseln und Todesfällen der letzten 30 Jahre die „MOST DARKNESS-A-LIKE“ Besetzung ever ist! Solche Aussagen zwingen uns also dazu, noch eine Menge Bühnen einzureißen.