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+++ Abschädeln mit Stil – Interview mit Luke von BLOOD AND SUN +++

Anfang dieses Jahres veröffentlichten die (Neo-)Folker BLOOD AND SUN rund um Mastermind Luke Tromiczak, der früher auch in einigen Black-Metal-Bands aktiv war, deren zweites Album „Love & Ashes“. Überraschenderweise übernahmen Nordvis die Schirmherrschaft über die Veröffentlichung, ist das Label doch ansonsten eher für schwarzmetallische Kunst bereit. Luke stellte sich für ein längeres Gespräch über Fragen der Re-Sakralisierung der modernen Welt, der Rolle der Umgebung, wenn man Lieder schreibt, sowie des Einflusses eines guten Produzenten zur Verfügung, was wir natürlich nicht abschlagen konnten. Ein Auszug des Gesprächs findet sich auch in unserer Ausgabe #126, hier dürfen wir Euch nun das gesamte Interview in voller Länge (inklusive der englischen Originalantworten) präsentieren!

Please scroll down for the English version of the interview!


Guten Tag Luke und vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst für dieses Interview! Gehen wir es langsam an: Dein neues Album trägt den Titel „Love & Ashes“. Wie ist dieser Name zustande gekommen? Und warum ist er für dich die perfekte Zusammenfassung der neun Kompositionen, die man auf dem Album finden kann?

Der Song ,Love & Ashes‘ war das perfekte Ende eines Kompositionsprozesses für ein Album, dessen Aufnahmen schon vor eineinhalb Jahren gestartet hatten. Das Lied zollt den spezifischen Tagen, die es inspiriert haben, Respekt und es ehrt den harten Pfad, den es brauchte, bis es geboren werden konnte. Außerdem bestätigt es auch die wichtige und notwendige Handlung, die ich setzen musste, um mein Leben in die richtige Richtung zu führen und eine wichtige Liebe neu zu entflammen. Um es ehrlich zu sagen: Ich war auf einem Konfrontationskurs mit dem Tod. Ohne Glück, echte Freundinnen und Freunde sowie einem persönlichen Willen, etwas zu ändern, könnten wir heute wohl nicht über dieses Album sprechen.

Für mich war es außergewöhnlich zu lesen, dass du das Wort ,ökumenisch‘ verwendest, wenn du einige Aspekte der Songs auf „Love & Ashes“ beschreibst. Wir hier in Europa sind natürlich vom Katholizismus stark geprägt und wenn wir ,ökumenisch‘ lesen, dann denken wir sofort an die Kirche und an den Dialog zwischen den Religionen. Allerdings: Wenn wir den griechischen Begriff „οἰκουμένη“ anders interpretieren, dann bedeutet er ,bewohnte Erde/bewohnter Raum‘. Ich verstehe, dass du daran glaubst, dass die Umgebung, die Geografie und der Habitus/die Kultur die individuellen Songs insofern beeinflussen, als sie immer in einem spezifischen Umfeld entstehen. Das erinnert mich an Naas Alcameth von Aoratos (und natürlich Nightbringer), der mit seinem Album „Gods Without Name“ den ,genius loci‘ des ländlichen Lebens und alter Orte in den USA evozieren will. Lange Rede, kurzer Sinn: Sollen wir die Songs auf „Love & Ashes“ im Sinne eines ,genius loci‘ interpretieren?

Ich glaube, hier gibt es eine lustige Doppel- oder sogar Trippeldeutigkeit, die wir auflösen müssen. In der Einleitung zum Album schreibe ich, „there is something more ecumenical than [these song’s] messy lowborn specifics”. In diesem Kontext ist die Phrase ,lowborn specifics’ sehr wichtig dafür, warum ich diese Songs geschrieben habe. Das Wort ,ökumenisch‘ verwende ich, um eine Konnotation der Transformation von ,normalen‘ zu ,heiligen‘ Formen anzudeuten. Es geht darum, ich nenne es einmal so, universelle und andockfähige Geschichten zu schreiben. Aber ja – und ich denke, wir werden noch länger darüber sprechen – ich glaube, dass unsere Welt und unsere Umwelt die Bühne ist, auf welcher sich das Heilige abspielt. Ich denke, dass wir als Kreaturen der Erde mit unseren Leben, die sich der Natur verdanken, unsere Beziehung zu derselben re-sakralisieren müssen, unabhängig davon, wo wir uns gerade befinden. Lass es uns deshalb so sagen: Diese ,messy lowborn specifics‘, also die bevölkerte Erde, das sind die Orte, an denen Mythen geboren und auf eine poetische Ebene gehievt werden. Außerdem manifestieren sich dort, wenn man aufmerksam ist, die heiligen Wahrheiten. In diesem Sinne bezieht sich das Wort ,ökumenisch‘ sowohl auf das Universelle als auch auf das Unveränderliche.

Was einen Begriff des ,genius loci‘ betrifft, so habe ich tatsächlich versucht, dass die jeweilige Umgebung irgendwie in den Songs präsent ist. Einige davon wurden in New York City geschrieben, eine Stadt, die natürlich eine andere Grundstimmung – unruhig und schwindelerregend – ausstrahlt als die Kojoten, die im ländlichen Minnesota den Horizont anheulen. Das ist für mich schon fast eine pastorale Stimmung. Aber ich war auch an Plätzen wie dem Thingvellir-Nationalpark in Island mit den heiligen Teichen, den zerklüfteten Steinen und dem ewigen Sonnenrad – das findet man auch in Real de Catorce im ländlichen Mexiko, für die Huicholen war das der Geburtsort der Sonne. Das sind Orte, die schlicht Geschichten erzählen, die tief aus der Erde an die Oberfläche kommen und dann über den Plätzen schweben. Dort gibt es eine Anziehungskraft, der man sich nicht entziehen kann. Über die ganze Welt verstreut finden sich solche Orte. Ich denke, der Trick ist jener, dass man die Geister des Ortes auch an jenen Plätzen findet, die noch nicht so bekannt sind.

Was Nightbringer betrifft, so habe ich sie in den Rocky Mountains auftreten sehen. Da hatten sie nichts anderes als eine Feuerschale für das Licht und sie schrien in einen menschlichen Schädel. Wenn man erlebt, wie ,I Am I‘ fehlerfrei in ,Supplication Before The Throne‘ übergeht und das unter der Decke der Milchstraße und 30 Meilen von bewohnten Straßen entfernt passiert, dann ist das ein Erlebnis, das sich einem einprägt.

Auf deinem ersten Album „White Storms Fall“ hatte ich das Gefühl, dass die Themen des Heidentums und des Paganismus wesentlich stärker vertreten waren, als es jetzt auf „Love & Ashes“ der Fall ist. Hier scheinen sich die Themen mehr um Gefühle und um das ewige Wandern durch Raum und Zeit zu drehen. Würdest du einer solchen Beobachtung zustimmen? Oder habe ich die heidnischen Referenzen in der Musik und den Lyrics übersehen?

Das ist eine interessante Interpretation. Das Album selbst erlaubt sich, ,zeitlich‘ zu sein, um es so zu sagen, was bei „White Storms Fall“ definitiv nicht der Fall gewesen ist. ,By What Road?‘ ist zum Beispiel eine Ballade darüber, dass ich durch unglaublichen Zufall meine Liebe gefunden habe. ,Madrone‘ ist im Wesentlichen eine Chronik meiner Zeit in Nordkalifornien, als die Hügel rund um Oakland brannten und ich im ,Emerald Triangle‘ kurz vor einer Psychose stand. Aber in einigen Fällen ist die Erwähnung der heidnischen Tradition wesentlich deutlicher, als es früher in BLOOD AND SUN der Fall gewesen ist. Das Album beginnt zum Beispiel mit einem Zitat aus der Sigrdrífomál, welches dann in den Song ,Resurrection Charm‘ fließt, das wiederum von der finnischen Kalevala inspiriert wurde. Und auch die Lieder, die sich scheinbar eher mit zeitgenössischen Themen beschäftigen, sind von psychotropischen Visionen und Versatzstücken des Mythischen durchdrungen.

Auf deiner Homepage gibt es etwas, das – so glaube ich – sowohl Metalheads wie auch Folk-Fans überall auf der Welt teilen, auch wenn sie es unterschiedlich ausdrücken. Es gibt eine Sehnsucht nach einer Re-Sakralisierung der Welt. Wobei das ,Sakrale‘ eigentlich gar kein religiöses Thema ist, sondern vielmehr der Wunsch, dass Dinge und Lebensformen einen Sinn und eine Bedeutung haben und dass dies auch für unsere Handlungen gilt. Wie verstehst du persönlich dein Streben nach einer Re-Sakralisierung der Welt? Wie erreichst du das mit der Musik von BLOOD AND SUN?

Ich denke, dass du da etwas erkannt hast. Auch der stärkste anti-christliche und satanische Black Metal beschäftigt sich mit Fragen des Geistes und des Spirits, welche in einer materialistischen und rationalen Ausrichtungen nicht gestellt werden. Ob wir es mögen oder nicht, wir Menschen bewohnen Ebenen der ,Bedeutung‘. Meiner Meinung nach trifft man viele Menschen, die reich an solchem Geist sind und ganz unterschiedliche Hintergründe aufweisen. Sie haben kein Interesse daran, sich mit den materialistischen Sorgen der heutigen Welt auseinanderzusetzen. Was ich damit vielleicht sagen will: Als die Macht und der Einfluss der Kirche, welche ein vertikales Konzept des Geistes vertrat, in der westlichen Welt nachgelassen hat, haben die merkantilen Materialisten und die industriellen Kräfte diesen ideologischen Platz eingenommen. Aber das ,vertikale‘ Gerüst ist stehen geblieben. Übrig geblieben ist so ein Glaube, der von verschiedenen Flaggen des ,Fortschritts‘ und der ,Vernunft‘ getragen wird und der eine materialistische Vision des Messias vertritt, sprich: Es soll ein materialistisches ,Goldenes Zeitalter‘ kommen.

Auch wenn wir nur einen oberflächlichen Blick auf das vorangegangene Jahrhundert werfen, so sehen wir, dass diese Vision unerwartete und katastrophale Folgen hatte und dass einige dieser Folgen auch noch lange nachwirken werden. Was wir zurückbekommen haben und was uns von der christlichen Welt geraubt wurde, ist die Materie und der Körper. Aber diesem neuen oder wiederentdeckten Konzept des Körpers und der Materie fehlt jede Form eines spirituellen Animismus. Dieser wäre – meiner Meinung nach – aber dringend notwendig. Wenn ich also von einer ,Re-Sakralisierung‘ spreche, dann möchte ich das spirituelle Leben von Orten, Wesen und Dingen neu erwecken.

Du fragst auch, wie die Songs von BLOOD AND SUN dies tun? Vielleicht reflektieren die Stücke einfach das Joch, das einhergeht, wenn man versucht, so zu leben. Ich denke, sie versuchen meinen Alltagserfahrungen Sinn und Bedeutung zu geben, und zumindest hält sich so der zynische Nihilismus des Alltags zurück.

 

 

Eine zusätzliche Frage zu diesem Thema: Hängen die Idee des ,Ökumenischen‘ und der Akzeptanz der Erde als ein wichtiges Phänomen für Paganismus und Heidentum zusammen? Und ist das eben auch das Phänomen, von dem du sprichst, wenn es um die Re-Sakralisierung der Welt geht? Dass diese Phänomene, die heutzutage vor allem als ,Rohmaterial‘ gesehen werden, also zum Beispiel die Erde als Ding, das ausgebeutet werden kann, wieder metaphysischen Sinn und Bedeutung erlangen?

Nun, das Wort ,pagan‘ stammt ursprünglich von den Begriffen ,rural‘ und ,Dorfbewohner‘ ab, also denke ich, wenn man heutzutage diesen Begriff aufnimmt, dann hat man die Verpflichtung, zu lernen, was es bedeutet, wenn man gemeinsam mit der Erde lebt und wächst. Wieder neu zu lernen, mit den großen Naturkräften zu leben und sie vielleicht auch etwas zu steuern, das ist eine mehr als ehrenvolle Aufgabe.

Auf dem Cover-Artwork des neuen Albums finden sich drei Dolche, wobei einer dieser Waffen einen Vogel, der in Flammen steht, durchbohrt. Ich würde mich trauen zu interpretieren, dass es hier um die bekannte Phrase ,wie ein Phönix aus der Asche‘ geht. Wenn man dies im Kontext deines Albums betrachtet, geht es dann darum, dass ,die Liebe‘ hier den Platz des Phönix einnimmt? Ist das erdolchte Wesen, das brennt, zu Asche wird und dann neu aufsteigt, die Liebe? Und wenn ja, wie persönlich ist das Album „Love & Ashes“?

Ich glaube, dass du hier die Symbolik etwas zu wortwörtlich liest. Damit meine ich, dass sowohl der Songtitel als auch der Albumtitel keine Interpretation des Bildes darstellen. Aber ja, die Wiedergeburt ist da. Und ja, die Gefahr ist da. Der Vogel wird aber nicht erdolcht. Das Bild selbst hat die Wurzeln in ein oder zwei literarischen Referenzen. Es ist eine kleine Verbeugung vor einer Inspirationsquelle.

Wie persönlich „Love & Ashes“ ist? Es ist mein Sein. Es ist einfach ich, wie ich versuche, einen Sinn im Atmen zu finden. Es ist ich, wie ich für Stärken, Schwächen, Konflikte und Ambitionen Allegorien finde. Es ist ich, wie ich versuche, diese Dinge ernsthaft und ehrlich zu tun.

Um diese Frage aus einer anderen Perspektive zu stellen: Hat das Dreieck, das auf dem Cover-Artwork zu sehen ist, etwas mit dem Emerald Triangle in Nordkalifornien zu tun, wo ja auch einige Songs entstanden sind?

Nein. Auch hier gilt, dass dies keine didaktische Repräsentation des Songs ist, und es ist auch keine Karte. Mach eine kleine Reise durch den Song ,Madrone‘, um die Inspiration zu finden, die aus dem Vorhang der roten Wälder entstanden ist.

 

bloodandsun loveandashes

 

Eine recht offensichtliche Beobachtung ist die Tatsache, dass es viel Melancholie auf „Love & Ashes“ zu finden gibt. Was bedeutet Melancholie für dich persönlich? Interpretierst du es als ein positives und befreiendes Gefühl oder handelt es sich für dich eher um eine Falle und eine negative Erfahrung? Wenn du persönlich melancholische Musik hörst, welche Emotionen löst das in dir aus?

Das ist eine gute Frage. Ich meine, wenn wir Melancholie als Traurigkeit ohne Wurzeln verstehen, dann würde ich vielleicht insofern nicht zustimmen, als es Wurzeln für die Dunkelheit auf diesem Album gegeben hat. Ich habe mich aber nie depressiv gefühlt, um es so zu sagen, weil ich meine Gefühle für gewöhnlich in fassbaren Umständen verankern kann. Dennoch bin ich keine besonders fröhliche Person, obwohl ich befreiendes Lachen, eine gute Geschichte und spannende Gesellschaft sehr wertschätze. Ernsthaftigkeit ist vielleicht ein besseres Wort, um zu schreiben, was ich mit BLOOD AND SUN erschaffen will. Ich glaube, das hängt eben mit der Frage der Bedeutung zusammen, die ich vom Leben erwarte. Mit Songs wie ,Resurrection Charm‘ und ,Stone Wrote In Stone’ gibt es auch eine Dosis strengen Ärgers und Energie zu hören.

Was in mir passiert, wenn ich melancholische Songs höre? Ich denke, ich höre manchmal fröhliche Lieder und wenn ich dann tatsächlich etwas Vergnügtes höre, dann lässt es meine Zähne verfaulen wie Süßigkeiten. Antony ist wahrscheinlich mein Lieblingskünstler des vergangenen Jahrzehnts. Ansonsten habe ich ein wenig die Singer-Songwriter-Tradition aufgearbeitet und Leonhard Cohen, Tim Buckley, Gene Clark, Steeleye Span und stets Richard und Mimi Farina gehört. Die mongolische Band Khusugtun hat es mir auch angetan, und ich hatte das Glück, sie in New York im Rubin Museum live sehen zu können. Black Metal habe ich ansonsten kaum gehört, sieht man von Roadtrips und ein paar Live-Settings ab, die ich von Sanguine Eagle und Gevurah erleben konnte.

Wie du selbst auf deiner Homepage erwähnst und Nordvis auch deutlich zum Ausdruck bringen: BLOOD AND SUN bist im Wesentlichen du mit einer Vielzahl von Gastmusikern für Live-Shows und Studioaufnahmen. Wie denkst du, dass diese Dynamik sich auf die Kompositionen für deine ,Band‘ auswirkt? Ich denke, in vielen traditionellen Band versucht der Komponist Songs so zu schreiben, von denen er oder sie weiß, dass die Mitglieder der Band diese auch spielen können und dass sie auch zum grundsätzlichen Stil und zur Ausrichtung der Band passen. Ich gehe davon aus, dass deine Perspektive auf die Songs und dein Umgang mit den Songs von BLOOD AND SUN ein anderer ist? Wann weißt du, dass etwas bereit ist, um aufgenommen zu werden? Und kommt es dann auch noch zu Änderungen, während du einen Song aufnimmst?

Sagen wir, ich bin der Architekt der Musik. Während „White Storms Fall“ mit Personen aufgenommen wurde, mit denen ich auch in einem Bandgefüge gespielt habe – das heißt, wir hatten uns getroffen, haben geprobt, Shows gespielt und so weiter – war „Love & Ashes“ mehr ein Projekt. Einige der Songs wurden schon auf den Straßen gespielt, wohingegen andere abgesehen von der Aufnahmesession noch nie gehört worden sind. Ich schreibe die Songs normalerweise auf der Gitarre oder auf anderen Saiteninstrumenten, auf denen ich herumspiele. Meistens habe ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, welche anderen Instrumente ich in den bestimmten Songs hören will, aber ich habe absolut keine Fähigkeiten, diese Ideen auf anderen Instrumenten auszudrücken. Das ist der Zeitpunkt, bei welchem die anderen Spieler auf diesem Album dazukommen. Wir nehmen für gewöhnlich die Gitarren und die Drums/Percussions gleichzeitig auf. Das sind noch roh gespielte Gitarren mit lockeren Vocals, während die Percussions einen ,nützlichen Take‘ daraus machen. Dann können wir weiter an dem Song arbeiten. Allerdings schreibe ich Songs für gewöhnlich so, dass ich mich auch sicher fühle, diese mit einer Gitarre und meinem Gesang alleine einem Publikum vorzuspielen. Wir haben an diesem Album lange gearbeitet: Die ersten vier Skizzen der Songs sind im Juni 2017 entstanden, dann haben wir im Februar 2018 die nächsten vier gebaut. Bis zum Juni 2018 ist „Love & Ashes“ fertig geworden. Dann habe ich 2019 und nach den Aufnahmen des Gesangs, des Bass und der Percussions begonnen, im Land herumzureisen, um andere Musiker, die das Cello, das Piano, die Violine, das Akkordeon und andere Soundscape-Elemente beitragen können, zu suchen. Manche dieser Beitrage wurden einfach eigenständig aufgenommen, und wir haben sie dann in den Mix integriert. Ich würde es lieben, mit diesen Musikern und Musikerinnen eines Tages gemeinsam in einem Setting zu spielen, aber es braucht dafür die richtigen Umstände.

Bob Ferbrache, der bei Blood Axis regelmäßig einen großartigen Job abliefert, ist für die Produktion von „Love & Ashes“ zuständig. Der Produzent eines Albums zu sein, kann vieles bedeuten. Könntest du uns über die Rolle von Bob bezüglich der Kompositionen etwas erzählen? Hat er mit dir an den Songs gearbeitet? Oder hat er sie ,nur‘ abgemischt und gemastert? Wie dürfen wir uns die Rolle eines ,Produzenten‘ im Kontext von BLOOD AND SUN vorstellen?

Bob und ich sind nach dem Abmischen von „White Storms Fall“ Freunde geworden. Damals hat das mein erstes Label eingefädelt. Ich hatte einen Toningenieur, aber die Abmischungen hatten mich nicht zufrieden gestellt. Bob hat es dann perfekt gemacht und das geliefert, nach dem ich gesucht hatte. Wir sind in Kontakt geblieben, und er hat deshalb auch alles, was ich seither veröffentlicht habe, gemastert. Bob hat mich auf einem Festival getroffen, nachdem er von Colorado zu den Green Mountains in Neuengland umgezogen war, und er wollte auch das nächste Aufnahmeprojekt übernehmen, das ich mir vorgenommen hatte. Mit Bob ein Album zu produzieren, heißt, dass man mit einem Mann, der sein Leben dem Rock’n’Roll gewidmet hat, und dessen Erfahrungen beschenkt wird: Er ist ein Meister der unbedarften, qualitativ hochwertigen und verrückten Aufnahmetechniken. Man kann seine große Sammlung von handgefertigten und schicken Mikrofonen benutzen, so wie zum Beispiel das InnerTube Audio MM-2000. Außerdem hat er eine große Neumann-Kollektion und eine Sammlung von Vintage-Geräten (ein paar davon liste ich weiter unten auf). Er gibt alles, um deine Scheibe zu etwas zu machen, von dem du gar nicht geglaubt hattest, dass es möglich sein könnte.

Big Bad Bob ist ein exzentrischer Produzent, der für viele Veröffentlichungen verantwortlich ist, die mir sehr am Herzen liegen. Da gibt es 16 Horsepower und Wovenhand sowie In Gowan Ring, aber auch Munly, Bobby Beausoleil, NON, Fire + Ice, Tarantella, Devotchka, Lillium, Itchy-O, Ian Cook, und – etwas neuer – das geisterhafte und verträumte Folk-Projekt Nighttime von Eva Goodman aus Brooklyn. Da hat er sich um das Debütalbum „Hand In The Dark“ gekümmert.

Was dieses BLOOD AND SUN-Album betrifft, so hat mich Bob dahingehend trainiert, mich mit seinen Geräten gut aufnehmen zu können. Er hatte immer ein waches Auge und stets eine korrektive Hand, wenn es darum geht, wo das Mikrofon platziert sein sollte. Er hat sich auch um den Eingangspegel und um leichte Anpassungen was die Komprimierung betrifft gekümmert. Er hat mich auch dahingehend ermutigt, auf seinem Arsenal an Vintage-Akustik-Gitarren abzuliefern, dazu gehören 1950er-Gibsons, eine handgemachte Mandoline, ein Firebird-Bass, eine Bouzouki und weitere Dinge, die alle dazu beigetragen haben, dass die Scheibe etwas wird. Es gab ein paar Monate, in denen wir pro Woche ein paar Mal bis um drei oder vier in der Früh aufgenommen haben und ich auf einer Matratze im Studio geschlafen habe.

Für Technik-Nerds kann ich noch sagen, dass wir Tube-Pre-Amps von Avalon und Drawmer, Solid-State-Pre-Amps von Oram und JLM sowie Mikrofone von Neumann verwendet haben. Dazu gehörten ein KM147-Stereo-Paar, ein TLM103-Stereo-Paar für die Gitarren und Drums sowie ein M147 für den Gesang. Wir benutzten auch MicroTech-Gefell-Mikrofone, ein M930-Stereo-Paar sowie ein UM900 für den Gesang. Wir haben auch eine Anzahl von Blue Microphones verwendet – das Black-Ball-Stereo für die Becken, das Woodpecker-Stereo-Paar für die Saiten und das Mouse für den Gesang. Wir benutzten außerdem ein Royer121-Stereo-Paar, ein Sennheiser421-Paar der T.H.E.-Reihe, Brauner Valvet, ADK SS50, Crowleys und Tripp Ribbon sowie ein Beyer-M160.

Nach meinen Reisen in den mittleren Westen und nachdem alle die Tracks von meinen isolierten Mitmusikern geliefert wurden, haben wir die Arrangements in Form gebracht, das Ganze gemischt und gemastert. Das dauerte ungefähr von März bis zum 22. Juni 2019, dann waren wir mit dem Resultat zufrieden. Das ist auch der Punkt, an dem Bob hell leuchtet. Er hat seine Toningenieur-Skills, die er sich im Laufe der Jahre angelernt hat, hervorgeholt, um eine strukturierte Hörerfahrung aus der Scheibe herauszuholen.

Für dein neues Album hast du dich mit Nordvis zusammengetan, ein Label, das vor allem für Folk-Black-Metal bekannt geworden ist. Warum hattest du das Gefühl, dass Andreas der richtige Typ ist, um deine Kunst und Musik zu veröffentlichen? Was erwartest du von einem Label? Und was sind deine Hoffnungen, wenn es darum geht, dich als Künstler zu betreuen?

Nach der Fertigstellung der Scheibe war ich ein bisschen verloren, was ich bezüglich eines Labels tun sollte. Ich hatte eines in Europa, das aber leider nicht in der Lage war, unsere lose Abmachung einzuhalten, weil es da Umstände außerhalb seiner Kontrolle gab. Ich habe dann meine Fühler ausgestreckt und meine alten Freunde von Bindrune Recordings gefragt, mit denen ich schon seit über einem Jahrzehnt befreundet bin, ob sie eine Empfehlung hätten. Nachdem Marty und Austin von Bindrune das Album gehört hatten, haben sie mich mit Andreas von Nordvis in Verbindung gebracht. Er hat sich die Songs angehört und scheint sofort verstanden zu haben, was ich mit den Kompositionen mache und vorhabe. Überraschenderweise sind wir gut klar gekommen und haben eine Arbeitsbeziehung aufgebaut. So haben wir dann die Post-Produktion des Albums weitergebracht. Aber um es mehr im Kontext von BLOOD AND SUN zu sagen, wir suchen dieselben Ströme, die sich scheinbar direkt außerhalb des Schleiers befinden. Das, was ich mir erhofft hatte, hat er bereits geschafft: drei wunderschöne Versionen von „Love & Ashes“ und ein Glaube an den Wert des Projektes und meiner Motive.

Ich hoffe, dass das nur der Beginn eines gemeinsamen Arbeitens ist. Wenn die Beziehung zunimmt, dann werden wir Euch auch mit mehr Veröffentlichungen von BLOOD AND SUN versorgen können, die mit derselben Leidenschaft entstanden sind wie „Love & Ashes“. Ich habe bereits angefangen, an neuem Material zu arbeiten, aber wir werden sehen, ob mich die Muse weiterhin großzügig küsst.

Letzte Frage: Was für Bücher liegen derzeit auf deinem Nachtkästchen?

Ich bin seit kurzem auf einem absoluten Folklore-Trip, aber da ist stets Platz für ein bisschen Foucault. Ansonsten: „Carl Jung: The Earth Has A Soul“, herausgegeben von Merideth Sabini. „Gods And Myths Of Northern Europe“ von H.R. Ellis Davidson. „Song, Dance, And Customs Of Peasant Poland“ von Sula Benet. Außerdem: „Society Must Be Defended: Lectures At The Collège De Francde” von Michel Foucault und „The Eldritch World” von Nigel Pennick. Schließlich noch „The Man Who Planted Trees“ von Jean Giono sowie „Bali: Atlas Kebudajaan (Cults And Customs)“ von R. Goris.

 

ENGLISH VERSION:

At the beginning of this year the (neo)folk band BLOOD AND SUN, the project surrounding mastermind Luke Tromiczak who has also played in various American black metal bands, released their second album “Love & Ashes”. Surprisingly, Nordvis from Sweden took care of the release which became famous for (folk) black metal. Luke was willing to speak longer with the Legacy-Mag and me about the so-called re-sacralization of the modern welt, the importance of one’s surroundings when composing music and the influence of a good producer (namely Bob Ferbrache) for an album. We may now present you the whole interview not only in German language but also in English.

 

Good day Luke and many thanks for taking the time to answer my questions! Let’s start slowly and with a simple question: your new album is called “Love & Ashes” – how did that title develop? And why do you consider it the perfect summation for the nine compositions found on this album?

The song “Love And Ashes” was a perfect end to writing the album I had already began recording a year and half previous. It pays tribute to the specific days it was inspired by, it honours the hard road up until its inception, and it acknowledges the crucial action needed and then taken to right the direction of my life and rekindle an important Love. To put it honestly, I was on a collision course with death. Without a good amount of luck, true friends, and personal willed change we would not likely be talking about this album today.

I was intrigued to read that you use the word “ecumenical” when describing certain aspects of the songs on “Love & Ashes”. Obviously, we here in Europe are socialized so strongly in aspects of Catholicism that when we read “ecumenical” we immediately think about this term in the context of the church and about the dialogue between religions. However, correctly translated from the Greek word “οἰκουμένη“ it means nothing else then „inhabited earth/space”. I understand that you believe that the surroundings, the geography and the habitus/culture of the people, influenced how the individual songs sound. It reminds me of Naas Alcameth from Aoratos (and also Nightbringer) who in his album “Gods Without Name” tries to evoke the “genius loci” of rural life in the U.S. and of old places where the spirits are feelable. Long story short: could the songs on “Love & Ashes” also be interpreted in the context of the “genius loci”?

I think there is a happy double or triple entendre to unpack here. Specifically, in the introduction I say, “there is something more ecumenical than [these song's] messy lowborn specifics” In this context the “lowborn specifics” are absolutely crucial to why I've written the songs, but in this usage of “ecumenical” I hoped to bring connotations of transmutations from basic into holy forms, and dare I say universal, relatable stories. But again—and I think we'll touch on this more—I do believe the world and our environment is the stage in which the sacred plays out. I believe we, as beings of the earth, with lives beholden to nature, must resacralize that bond where ever we happen to find ourselves. So let us say the “messy lowborn specifics” (inhabited earth/space) are the places where the myths are born (to a poetic realm), and where, with the right attention paid in life, sacred truths present themselves (“ecumenical” in the contemporary sense of universal and immutable).

In terms of a “genius loci,” I at least tried to take note from my surroundings as the songs presented themselves. Some songs were written in New York City, which has a completely different animus—anxiety and vertigo—than the coyotes that call on the horizon of rural Minnesota, which I might call pastoral. But going to places like Thingveller in Iceland, full of sacred pools, jagged rocks, and the historic sun-wheel of the All Thing—or Real De Catorce in rural Mexico—next to the birthplace of the sun for the Huichol—these places have histories that seep from the ground up, hover in place, and have a palpable magnetism that can't be denied. The world is covered with such places. I think the trick is to also unlock the spirits in places with seemingly less provenance as well.

In regards to Nightbringer, I've seen them perform in the Rocky Mountains with nothing but a pit of wood fire to illuminate them screaming into a human skull. Witnessing ,I Am I’ into ,Supplication Before The Throne’ executed flawlessly under the blanket of the Milky Way 30 miles off paved roads is something to behold.

On your first album “White Storms Fall” which I listened to extensively, I had the feeling that the topics and motives of heathenism and paganism were much stronger than they are now on “Love & Ashes” which seems more focused on emotion and on being an everlasting wanderer through space and time. Would you share such an observation? Or did I miss the pagan references in the music and the lyrics?

That is an interesting interpretation. This album allows itself to be temporal in a way “White Storms Fall” did not. ,By What Road?’ is a ballad to meeting my Love by improbable chance. ,Madrone’ chronicles time spent in Northern California as the hills around Oakland burned and I came close to psychosis in the Emerald Triangle. But in some instances the references to the pagan tradition are far more overt than what has preceded in the songs of BLOOD AND SUN. The album opens with lines from the Sigdrifumal, which flows into the ,Resurrection Charm,’ which itself takes inspiration from the Finnish Kalevala. And even these more contemporary themed songs are laced with psychotropic visions and tokens of the mythic.

There is one thing on your website which is something I believe that both metalheads as well as folk fans around the world have in common – they both long for re-sacralisation of the world, however, the “sacred” is not so much a religious topic (ironically), but the feeling that things and life forms have “meaning” and that our actions are “meaningful”. What do you personally mean when you write that you strive for a re-sacralisation of the world? How does your music with BLOOD AND SUN do that?

I think you're on to something here. Even in the most “anti-Christian” Satanic Black Metal you have the concerns of the spirit which is absent from a materialist rationalist orientation. Whether we like it or not we humans occupy realms of “Meaning.” In my experience you meet many people rich in spirit, of varied background, who could not be bothered to keep up with the materialist concerns of the day. Perhaps what I mean to say is, when the power and influence of the Church—which occupied a vertical conception of spirit—gave way in the west, the Mercantile Materialist and Industrial forces took up the helm of ideology, but the vertical scaffold still remained. So the effect is a belief saddled by various ideological banners of “progression” and “reason” to a materialist vision of the messianic, i.e. a material “golden age.” Even just a cursory look at the preceding century, we see that vision carried unexpected cataclysmic tolls, and certainly tolls that continue to play out today. What we got back, denied by the Christian world, was Material and Body, but this concept of Body and Material absolutely lacked the spiritual animism I believe was needed to foster an importance in the way we live. So when I say “re-sacralize” it means to re-animate the spiritual lives of place, beings, and things.

So your question is also how do the songs of BLOOD AND SUN do this? Perhaps the songs are a reflection of taking up the yoke of living that way. I think they act as a charge to make meaningful my experience of life, and they at least keep the cynical nihilism of the day at bay.

 

 

An additional question concerning this topic: are the idea of the “ecumenical” and the acceptance of Earth as an important phenomenon a fundamental pagan/heathen aspect? And is this also the phenomenon you mean when talking about a re-sacralization of the world? That those phenomena which are currently only being seen as “raw material”, the usage of land for exploitation for example, actually have metaphysical worth and meaning?

Well the word “pagan” of course has its roots in meaning “rural” or “villager,” and so I do believe if you take up a term like that today you are charging yourself with a duty to learn what it means to dwell with the earth again. So re-learning stewardship and humility to the greater forces that make up environments I think is more than a worthy charge.

The cover-artwork of your new album is decorated with three daggers, one of them drilling through a bird in flames – I guess that the middle part of the drawing is basically a reference to “like a phoenix from the ashes” so to speak. In the context of your album: does “love” swap places with the “phoenix”? So is the punctured entity that burns, turns to ashes and then rises again actually the phenomenon of “love”? And if so, how personal is the new album “Love & Ashes”?

I think you've read into the symbolism a bit too literally. I mean the song title and album title are not a didactic of the image. Yes, rebirth is there. Yes, peril is there. The bird is not getting stabbed. The image has roots in a literary reference or two. A nod to an inspiration.

How personal is “Love & Ashes”? It's my being. It's me trying to make sense of breathing. It's me allegorising strengths, faults, conflicts, and ambition. It's me doing these things in earnest.

To ask this question from a different perspective: does the triangle visible on the cover-artwork have anything to do with emerald triangle of Northern California in which some of the songs were developed?

No. Again, the illustration is not a didactic representation of the songs, and even less a map. Take a little spin through the song ,Madrone’ to hear the inspiration that came from beyond the Red Wood Curtain.

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There is also something severely melancholic on “Love & Ashes” to be found – that is, of course, an obvious observation, but still a meaningful one. What does melancholy personally mean to you? Do you consider it rather a positive and freeing emotion and feeling or is it more of a trap and a negative experience for you? And if you personally listen to melancholic music, which emotion does that evoke in yourself?

It's a good question. I mean, if we talk about melancholy as being sadness with no root I might disagree that there were no roots for the darkness in this album. I've never considered myself depressed so to speak because I can usually anchor my feelings to tangible circumstances. That said, I'm not a cheerful person, although I love a good laugh, a great story, and good company. Solemn might be a better adjective to describe what I attempt to engender with BLOOD AND SUN, and I think that goes back to the meaning I seek from life. Also, with songs like ,Resurrection Charm’ and ,Stone Wrote In Stone,’ there's a dose of austere anger and energy as well.

Listening to melancholic songs? I guess sometimes I think I listen to uplifting songs, and then I hear something that's actually cheery and it rots my teeth like candy. Antony has to be my favourite artist of the last decade. I've been on a bit of a singer songwriter catchup with Leonard Cohen, Tim Buckley, Gene Clark, Steeleye Span, and always Richard and Mimi Farina. The Mongolian band Khusugtun has also been a favourite, and I was lucky enough to see them in New York at the Rubin Museum. Black Metal has been out lately except for road trips and live settings I've seen of Sanguine Eagle, and Gevurah.

As you mention yourself on your website and as Nordvis also prominently writes – BLOOD AND SUN is basically you and a lot of varying guest musicians (for live-sets and studio recordings). How do you think does that dynamic influences your compositions for your “band”? I guess in many traditional bands the song writers try to write the song in such a way that he or she knows the band members are able to play it and that it somehow fits their style and overall direction. I guess that your perspective and your handling of the song writing is very much different. Could you elaborate for us how songs develop in Blood and Sun? When do you know that something is ready to be recorded? And do you then also make changes while already recording the track?

Let's say I'm the architect of the music. Whereas “White Storms Fall” was tracked with people I had been playing with in a band setting—getting together, rehearsing, playing shows, etc.—"Love & Ashes” was much more a recording project. Some of the songs have been performed live on the road while some still haven't been heard outside of the recording. I write the songs with guitar and other stringed instruments I plunk around on. I usually have a good idea of what instruments I want voiced on a particular song but I by no means have the facility to execute those ideas on many instruments, so this is where the other players on the album come in. We usually tracked the guitars and percussion back to back. Assembly line style scratch guitar plays with a slop vocal while the percussion tracks a “usable take,” then we build up from there. But I tend to write the songs so that I am also confident belting them out with guitar and voice to a live audience. We moved slowly with this album: four skeletons of the songs came first in June 2017, then we started building the next four in February of 2018. By June 2018 I had “Love & Ashes”. I began traveling to capture other musicians performing the cello, pianos, violin, accordion and other soundscape elements around the country in 2019 after the vocals, bass, and percussion were complete. Some tracks were tracked solo by the performers and we pulled them into the mix. I'd love to work together with musicians again someday in an ensemble setting but it has to be the right circumstances.

Bob Ferbrache who did a great job with Blood Axis, at least in my opinion, is responsible for the production of “Love & Ashes”. Being the producer of an album can mean a lot of things, can you elaborate concerning his role in your compositions? Did he actually work with you on the songs? Or did he “only” mix and master the album? Or how may we imagine the role of the “producer” in the context of BLOOD & SUN?

Bob and I became fast friends after the mixing down of “White Storms Fall” which was facilitated by my first label. I had a recording engineer but the mixes were not delivering to my satisfaction. Bob nailed what I was looking for. We kept in touch and he's mastered everything I've released since. Bob approached me at a festival after relocating from Colorado to the Green Mountains in New England and wanted to take on the next recording project I set myself up to do. To have Bob produce your record is to be gifted with the expertise of a man whose life has been dedicated to Rock’n’Roll: a master of the art of lowbrow, high-end, mad science recording techniques. It is to utilize his large collection of hand built boutique mics such as the InnerTube audio MM-2000 Mag mic, a large collection Nuemanns and vintage rack gear (some I listed below). He gives his all to make your record something you didn't dream was possible.

Big Bad Bob is a Gonzo Producer who is responsible for many records dear to me. From 16 Horsepower and Wovenhand to In Gowan Ring, Munly, Bobby Beausoleil, NON, Fire + Ice, Tarantella, Devotchka, Lillium, Itchy-O, Ian Cooke, and more recently, Brooklyn-based Eva Goodman's ghostly dream folk project Nighttime's debut album “Hand In The Dark”.

In the case of this album, Bob trained me in on his gear to track myself recording, lending a watchful eye and a sternly correcting hand to mic placement. He handled all input levels and adjustments to compression and the like. He encouraged prime performances on his arsenal of vintage acoustic guitars, 1950's Gibsons, handbuilt mandolins, a Firebird bass, bowl-back bouzukis, and other odds and ends that all contributed to the record. There were a few months where we recorded until 3 or 4 in the morning several times a week and I'd sleep out on an air mattress in the studio.

For the gear sluts out there we used Avalon and Drawmer tube pre-amps, Oram and JLM audio Solid State Pre-amps, and Nuemann mics, including a Km147 stereo pair, TLM103 stereo pair on guitars and drums, and M147 for vocals. We also used a MicroTech Gefell mics, a M930 stereo pair, and UM900 for vocals. We used a number of Blue Mics as well: The Black Ball Stereo for cymbals, Woodpecker stereo pair on strings, and the Mouse for vocals. We also used a Royer121 stereo pair, a Sennheiser 421 a pair of T.H.E. mics, Brauner Valvet, ADK ss50, Crowley's and Tripp Ribbon, and a Beyer m160.

After my travels to the midwest, and all other tracks were sent in from isolated contributors, we edited arrangements and mixed and mastered from about March until June 22nd 2019 when we were satisfied with the results. This is also where Bob shines on the production level, using engineering skills he's mastered over the years to bring out an textured experience throughout the record.

For your new album you teamed up with Nordvis – a label which is mostly famous for (folk) black metal. Why did you have the feeling that Andreas would be the right guy to handle your art and music? What do you expect from your label? And what are your hopes when it comes to handling you as an artist?

After the completion of the record I was at a loss of what direction to move in terms of a label. I had one lined up in Europe who was unable to follow through on our loose arrangement for reasons outside of his control. I put feelers out and asked old friends at Bind-Rune Recordings I'd been in contact with for over a decade for recommendations. After hearing the album Marty and Austin put me in touch with Andreas (Nordvis). He listened to the album and seemed to immediately get what I was doing with the songs. Much to my surprise, just because good luck is not always at hand, we got along well and forged a working relationship, moving forward on getting the post production of the album together. But to put it in terms more close to BLOOD AND SUN, we are seeking the same currents that seem to lie just beyond the veil.

What I've hoped for so far he's delivered: Three beautiful versions of “Love & Ashes”, and belief in the worth of the project and its intentions.

I hope this is just the beginning of working together, and as the relationship waxes we are able to provide you with more outputs from BLOOD AND SUN with the same level of dedication you'll find in “Love & Ashes”.

I've already started work on new material but we'll see if the muse feels generous.

Last question: what books are currently lying on your nightstand?

I've been on a folklore kick lately but there's always a little room for Focault with me. “Carl Jung: The Earth Has A Soul” edited by Merideth Sabini. “Gods and Myths of Northern Europe” by H. R. Ellis Davidson. “Song, Dance, and Customs of Peasant Poland” by Sula Benet. “Society Must be Defended: Lectures at the Collège de France” by Michel Foucault. “The Eldritch World” by Nigel Pennick. “The Man who Planted Trees” by Jean Giono. “Bali: Atlas Kebudajaan (Cults and Customs)” by R. Goris.

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