Stories, Interviews

Niilo Sevänen + Markus Vanhala / INSOMNIUM

Euer neues Album «Heart Like A Grave» erscheint am 4. Oktober.

Erzählt uns doch mal etwas darüber.

Niilo(N): Nach Winter's Gate hatten wir das Bedürfnis, wieder zu einer traditionelleren Albumform zurückzukehren, also hat dieses Album 10 Tracks und mehr als eine Stunde Musik. «Heart Like a Grave» ist kein Konzeptalbum, aber wir haben dieses große Thema hinter den Texten. Diese trostlosesten, traurigsten Sagen, Geschichten und Lieder aus Finnland. So ließen wir uns von den traditionellen und beliebten finnischen Songs und Gedichten inspirieren. Der Kern der finnischen Finsternis wenn du so willst.

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Markus V(M): INSOMNIUM, das aus Liedern der Trauer und des Elends ein Thema macht, klingt vielleicht so, als ob schon ein paar Klischees in diese Band gehört haben, aber diesmal wollten wir uns mit der alten traditionellen finnischen Musik des vorherigen Jahrhunderts befassen. Lieder der Trauer und Beharrlichkeit. Auch wenn alles fehlschlägt, gibt der Finne nicht auf. Er erfriert eher auf dem Feld als wegen Kälte die Arbeit niederzulegen.

Was bedeutet der Albumtitel?

N: «Heart Like a Grave» erzählt die Geschichte dieses alten Mannes, der auf seine Jugend zurückblickt. Diese goldenen Tage, in denen noch Hoffnung in der Luft lag und die Dinge besser aussahen. Danach vergingen die Jahre nur langsam, alle Hoffnung verschwand und die Träume starben mit einem stillen Seufzer. Nichts war mehr übrig als ein alter Mann und ein Herz wie ein Grab.

Welcher Song auf "Heart Like A Grave" ist euer Favorit?

M: Der Titelsong "Heart Like A Grave" ist ein wirklich persönlicher Song für mich, da ich die Musik schrieb als meine Oma starb. Das ist also eine musikalische Hommage an sie und ihre Erinnerung. Eine Hommage an die Toten, in gewisser Weise habe ich das Solo des Songs auch als Hommage an die gefallenen finnischen Gitarrenhelden Miika Tenkula/Sentenced und Petri Walli/Kingston Wall gemacht.

N: Das muss Markus Vanhala´s geniales Werk «Pale Morning Star» sein, das in komprimierter Form eine Art Wintergate ist :-) Aber ich denke, allgemein es ist ein wirklich konsistentes und starkes Album mit vielen Höhepunkten.

Was ist anders als bei den älteren Alben?

N: Jani Liimatainen und natürlich seine exquisite künstlerische Vision! Er ist nicht nur ein zusätzlicher Gitarrist, sondern bereits ein wichtiger Teil der Band. Alle die befürchtet haben, dass Jani INSOMNIUM wie Sonata oder The Dark Element klingen lässt, können sicher sein, dass dieses Album immer noch nach uns klingt:-). Produktionsmäßig würde ich auch sagen, dass dies das am besten klingende Album ist, das wir je gemacht haben.

M: Für dieses Album hatten vier verschiedene, starke Komponisten in der Band, so dass nur die stärksten Ideen in Bezug auf die Entwicklung von Riffs und Songs überlebt haben. Jens Bogren hat dann das Album dann verdammt gut produziert!

Wird es überraschende Dinge auf dem neuen Album geben?

N: In den Bonussongs könnte es einige überraschende Elemente geben :-)

M: Ist es eine Überraschung, dass diesmal kein 40-minütiger Song enthalten ist? Hahaha

Vesa Ranta (Sentenced) hat das Cover und das erste Video aus dem Album gemacht. Wie ist diese Kooperation zustande gekommen?

N: Wir hatten schon vor einigen Jahren mit Vesa darüber gesprochen, eine Live-DVD zu machen. Wenn das Thema eines Albums finnische Melancholie und Traurigkeit ist, fühlt es sich einfach natürlich an Vesa mit ins Boot zu holen. Er ist der Mann, der diese finnische Dunkelheit sichtbar und spürbar machen kann.

M: Was großartig war, da bereits Themen und musikalische Hommagen von Sentenced inspiriert waren. Es war also eine großartige Gelegenheit, dass auch Vesa das Artwork und die Videos für das Album macht. Perfekte Synchronität!

Wie ist es zu der Idee gekommen, Jani Liimatainen aufzunehmen? Was ist seine Rolle in der Band?

N: Ville kann aufgrund seiner Arbeit (Anm. der Redaktion: Prof. Dr. Ville Friman hat an der Universität Helsinki in Evolutionsökologie promoviert und ist Wissenschaftler auf diesem Gebiet an der University of York, UK) nicht touren, daher war dies die logischste Lösung für uns. Jani spielt seit 2015 bei uns immer mal wieder als Session Gitarrist, daher war dies eine einfache Entscheidung. Er hat bereits einen großen Anteil am Schreiben dieses Albums. Somit ist INSOMNIUM mit Jani noch stärker geworden.

M: Diesmal hat er bereits mehr als Ville zum Songwriting beigetragen, Songparts für "Mute Is My Sorrow", "Twilight Trails" und den Refrain zu "Neverlast" geschrieben und ist somit erfolgreich in die Sphären von Insomnium eingetreten.

Derzeit habt ihr ja großen Erfolg und spielt grosse Shows rund um den Globus. Habt ihr euch seit euren Anfangstagen verändert?

N: Naja, ich war 17 Jahre jung als wir anfingen, nun bin ich 40 Jahre alt. Es hat sich sehr viel verändert würde ich sagen. Unser Erfolg war ein langer und kurvenreicher Weg und es geschah nicht einfach über Nacht, so dass wir in der Lage waren, alles zu erfassen. Ich würde aber trotz all der Jahre sagen dass wir immer noch normale, bodenständige Kerle sind.

M: Es gibt einige andere Herren in der Gitarren-Sektion im Vergleich zu den früheren Tagen haha.

Lil ’Markus (Hirvonen) war der ursprüngliche Solo-Gitarrist der Band, bevor er zum Schlagzeug wechselte. Das ist eine wahre Geschichte :-)

Was sind eure Einflüsse, um einen Song zu schreiben? Andere Bands, Natur, Traurigkeit?

N: Alles kann dich beeinflussen, Musik, Bücher, Filme, Spiele, Natur, Privatleben. Musik und Texte kommen einfach aus einem mythischen Ort. Es ist normalerweise unmöglich, den künstlerischen Prozess zu beschreiben. Es gibt diese magische Zutat, die ein Geheimnis bleibt. Aber das alles erfordert viel Arbeit und Geduld.

M: Niilo hat es im Grunde gesagt, Inspiration kann von überall herkommen. Oder es kann sogar sein dass sie nie kommt. Geister der Musik summen die Riffs, die Melodie pfeift der Wind. Man muss nur zuhören und sie in sich aufnehmen.

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Das Album ist im Kasten und kommt ja bald schon. Was sind die nächsten Pläne?

N: Touren, Touren, viele Touren! Ich denke, die nächsten Jahre werden ziemlich ausgebucht sein.

Markus, ich habe gehört, dass du neben INSOMNIUM und OMNIUM GATHERUM in einer Black Metal Band spielst. Stimmt dieses Gerücht und wenn wir schon grad dabei sind, in welchen Bands spielt ihr sonst noch?

M: In den 90ern ja. Ich habe auch gerade einen Auftritt als Session-Gitarrist für die bösen finnischen True Black Metal-Legenden VORNAT gemacht. Aber da habe ich nur ausgeholfen. Ich habe der Band mal in den 90er Jahren versprochen das ich ihnen aushelfe wenn Not am Mann ist und dieses Versprechen habe ich jetzt eingelöst.N: Wartet nur auf meine Synthwave-Premiere haha

Wir kommen langsam an das Ende des Interviews. Wollt ihr noch irgendwelche letzten Worte an eure Fans richten?

N: Danke euch allen für die Unterstützung! Wir sehen uns bald auf Tour!M: Nichts hinzuzufügen. Danke euch allen, over and out!


INTERVIEW: ALEX ALLMANN

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