DEFLESHED: Interview auf dem Party.San Open Air 2025
Mit den schwedischen Death-Thrash-Großmeistern DEFLESHED verabreden wir uns nach deren Killer-Show. Die gut gelaunte Band ist sichtlich zufrieden mit Show und Zuspruch des Publikums. Übergeben wird ein Gitarren-Plektron mit Aufschrift „NO Fucking Solos! Lars Löfven“. Was könnte schöner sein?

Der größte Held für Trommler Matte ist Jeff Pocaro von Toto. „Er verstarb ja 1992. Zu ihm blickte ich auf als ich mit 9 Jahren mit dem Schlagzeugspielen begann. Gleichzeitig hörte ich auch bereits Morbid Angel und Slayer. Sein Stil und dies war was mich prägte. Ab ca. dem 14. Lebensjahr spielten Lars und ich bereits zusammen. So hat sich unser spezieller Groove stetig entwickelt. Ich trommle im Oldschool-Style. Also nicht zu überladen und technisch – bin kein „Sports-Drummer“. Live als auch im Studio verwende ich z. B. keinerlei Trigger auf dem Snare. Dies ist auch charakteristisch für unseren Sound. Weitere Lieblingsmusiker von mir sind Tommy Lee, Dave Lombardo und Thomas Haake (Meshuggah). Zu meinen All-Time Lieblingsbands zählen immer noch Mötley Crue, Def Leppard und Kiss.
Klampfer Lars größte Helden sind Angus Young, Yngwie Malmsteen und James Hetfield was Riffs anbelangt. „Meine All-Time Lieblingsbands sind AC/DC, Death und Exodus. Am liebsten spiele ich Gibson SG Gitarren von denen ich zwei ständig verwende. Mein Setup ist sehr basisch: Eine 6Saitige Gitarre mit B-Standard Tuning und einen Peavey 5150 Amp mit einem Tube Screamer“, erzählt Mr. Löfven. Das Songwriting startet immer mit Riffideen von ihm. „Ich bringe welche in die Bandprobe mit und wir gehen es durch. Matte kann dann in völliger Freiheit Drumbeats darauf probieren. Manchmal habe ich eine Grundidee was passen könnte aber er überrascht mich und geht es ganz anders an. Falls Lyrics bzw. Gustafs Phrasierung es erfordern, passen wir die Riffs etwas an“, erzählt der Gitarrist. Musikunterricht hatte mangels Bock niemand in der Band länger.
In Selbstanalyse denkt das Trio, zum Debüt noch eher nach Standard US-Death Metal geklungen zu haben. Der charakteristische Bandstil wurde erst mit dem Zweitling „Under The Blade gefunden. „Zu dieser Zeit war etwas Magie bei uns in der Luft. Die Eigenständigkeit von At The Gates „Slaughter Of The Soul“ hat uns dazu inspiriert, neues zu probieren und unseren eigenen Trademark Sound konsequent zu entwickeln“, erklärt der Riffmeister.
Für Sänger und Bassist Gustaf waren als frühe Einflüsse Mötley Crue, Wasp und Kiss die großen Helden. „Heute habe ich eher keine Lieblingsmusiker. Es sind eher die Lyrics und die Attitüde von Bands, die mich faszinieren. Wie ein ganzes Album auf mich wirkt. Alben wie „Altars Of Madness“ von Morbid Angel oder vor allem „Symphonies Of Sickness“ von Carcass sind in perfekter Performance eingefangen und haben jede Menge Spirit. Der Hörer fühlt es! Insbesondere das Carcass Album dürfte eine meiner All Time Faves sein. Ich möchte als Hörer, dass mich die Musik bei den Eiern packt und mir die Kehle rausreißt. Es muss mich völlig wegblasen und umhauen. „Battles In the North“ von Immortal ist ein weiteres gutes Beispiel. Diese Platte ist alles andere als perfekt aufgenommen – aber hat einfach so viel Energie“, gibt Mr. Jorde zu Protokoll. Bzgl. Inspirationen setzt er sich keinerlei Grenzen. So wurden zum Beispiel die Lyrics zu `Grind Over Matter` von Rap-Lyrics erinnert. Der Künstler an den er sich gar nicht mehr erinnert, hätte einfach etwas bei ihm getriggert.
Fotos & Text: Markus Wiesmüller
