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NOSTALGIE-TAPE MIT GRAND MAGUS

Die Heavy/Doom-Metal Koryphäen geben sich nach der Autogrammstunde für unsere Session die Ehre. JB (Gitarre, Gesang) und Ludwig (Drums) wählen im Pingpong ihre Lieblings-Songs und Reihenfolge für eine Compilation und erzählen zu jedem Track etwas. Dabei tauchen Überraschungen auf:

  1. BLACK SABBATH `Neon Knights` (JB)

„In ganz jungen Jahren war ich ein großer Fan von BLACK SABBATH mit Ozzy. Mein erstes vom Taschengeld gekauftes Album war „Paranoid“. Als in 1971 geborener prägte mich Anfang der 80s auch Heavy Metal von Scorpions, Priest, Whitesnake und Accept. Dio schätzte ich bereit von Rainbow. Als ich dieses Lied das erste Mal fand ich es magisch. Es hatte einen großen Einfluss auf den Grundsound von Grand Magus – aber auch auf mich persönlich. Ich liebe die Gesangsmelodie und wie sich mit den Akkorden und Riffs zusammen funktioniert“.

  1. IRON MAIDEN `Where Eagles Dare` (L)

„Als Kind war ich mit meiner Mutter im Urlaub und sie fragte mich was ich machen will. In den Plattenladen gehen und „Number Of The Beast“ kaufen sagte ich. Dort hatten sie es aber nicht, sondern das gerade neue „Piece Of Mind“. Der Dealer legte es auf und nach dem ersten Drumfill und dem Riff-Einsatz sagte ich sofort: Ich nehme sie! Meine Mutter und der Ladenbesitzer fragten: Willst Du nicht noch weiter hören ob Dir auch der Rest gefällt? Nein, ich will die Platte unbedingt sofort war meine Antwort (lacht). Es war das erste Album das ich hatte“.

  1. MANOWAR `Blood Of My Enemies` (JB)

„Es war das erste Album das ich von ihnen hörte. Ein Freund spielte mir erst `Kill With Power` vor und ich war überwältigt wie krass die Screams klingen (lacht). Später kaufte ich mir das Album selbst und blieb bei diesem Track hängen. Er hat das gleiche 6/8 Feeling wie `Iron Will` oder `Wolf God` von uns. Auch davon wurde ich Songwriting-mäßig sehr beeinflusst. Die Band stand für mich damals für Power, Energie und Attitude. Für mich ist Metal nicht nur Musik! Es ist etwas, dass Dir Kraft gibt und Dich durch schwierige Zeiten bringt. Songs wie diese haben exakt diesen Vibe!“.

  1. GASOLIN` `Det Bedste Til Mig Og Mine Venner` (L)

„Eine Dänische Band, die ich im Alter von 7 Jahren entdeckte, als ich die Platten meiner Eltern durchhörte. Der Drummer hatte lange Haare und ein großes Kit mit zwei Bass-Drums. Ich hörte GASOLIN` rauf und runter. Der Gedanke, dass ich genau DAS machen will, wenn ich erwachsen bin, brannte sich in meinem Kopf ein. Und hier sitze ich nun als 53-jähriger und es ist eingetreten (lacht). In Deutschland dürfte die Band kaum jemand kennen“. JB: Auch bei uns in Nordschweden kannten die viele nicht. Aber sie waren definitiv einflussreich. Eine besondere Verbindung von eingängigen Melodien im Rock“. Ludwig: „Aber niemand von uns verstand etwas! Dänisch ist ja mit Schwedisch eng verwandt – so wie ein Akzent. Aber es war schwer für uns zu verstehen über was sie singen!“. JB: „Es ist quasi dieselbe Sprache, aber die können sie nicht sprechen. Und die wissen das selbst“, witzelt der Sänger“.

  1. ACCEPT `Restless And Wild` (JB)

„Es war fast ein Schock, als wir das Album damals das erste Mal hörten. Alleine schon der Anfang von `Fast As A Shark`. So ein wenig was zur Hölle passiert hier gerade? Attitude! Aber der Titeltrack fesselt mich irgendwie am meisten. Wenn Du eine Raumsonde entsenden würdest um zu erforschen was Heavy Metal ist. Sie würde mit diesem Album und „Defenders Of The Faith“ von Priest zurückkehren“.

Grand Magus tape1

  1. LED ZEPPELIN `Good Times Bad Times` (L)

„Vermutlich eine offensichtliche Wahl für einen Drummer. Wir hörten in jungen Jahren bereits Saxon, Priest und Maiden etc. Als ich in meinen frühen 20s war, kam die Grunge-Welle auf, die ich überhaupt nicht mochte. Generell wurde Musik immer extremer und einige alte Helden zerbrachen oder es wurde ruhig um sie. Halford verließ Priest – Dickinson verließ Maiden etc. Ich konnte auch mit der Rap-Metal Bewegung nichts anfangen. Ich habe dann zeitlich zurückgeblickt und mich darin lang und tief vergraben. LED ZEPPELIN war in dieser Zeit eine der ersten, auf die ich total Steil ging. Und ich verstand besser, welche Einflüsse die 80s Bands hatten die ich schon zuvor hörte“.

  1. JIMI HENDRIX `Foxy Lady` (JB)

„Als ich anfing Gitarre zu spielen, höre ich unglaublich viel Hendrix. Du kannst es auch Proto-Metal oder den Anfang von Hard-Rock nennen. Es ist sehr hart für die damalige Zeit! Die Woodstock-Version mit Billy Cox am Bass, ist total intensiv. On Fire! Jimi war Pionier in allem, was verzerrtes, emotionales sustainy Hard-Rock Gitarrenspiel anbelangt. Und sein Gesang ist unglaublich gut und intensiv. Er konnte natürlich Blues-Gitarre spielen. Abe er schrieb damals eher harte Pop- und Rock-Songs. Ich mag auch traditionelles wie Albert King, aber JIMI HENDRIX packte mich mehr. Was er z. B. in Songs wie `Spanish Castle Magic` machte, ist etwas ganz Anderes als traditioneller Blues. `Alien Nation` von den Scorpions fällt mir übrigens noch als Kandidat ein, aber Ludwig ist jetzt dran“.

  1. AMON AMARTH `Twilight Of The Thunder God` (L)

“Mal weg von traditionellem. Ich habe einen fünfjährigen Sohn, der schon total auf Heayy Metal abfährt. In den letzten 6 Monaten „zwang“ er mich täglich dazu, diese Band zu hören (lacht). Das hier ist sein Lieblingssong der Band. Diesen und etwas von Priest hören wir täglich zusammen. Und irgendwie hat mich die Obsession meines Sohns dazu gebracht, wieder etwas mehr Death Metal zu hören. Wenn wir uns dann auf Youtube Bandvideos anschauen, ist mein Junior immer amüsiert, wenn ich sage ja den kenn ich, ja mit dem habe ich zusammengearbeitet usw. Nach dem Motto jaja Dad, natürlich. (lacht). Auf die Frage wen er zum Geburtstag einladen will, kommt dann als Konter auch Biff Byford, Halford und Johan Hegg“.

  1. CHUCK BERRY `No Particular Place To Go` (JB)

“Noch mal was ganz Altes! Das war die erste Gitarrenmusik die ich überhaupt hörte. Ich habe zwei deutlich ältere Brüder. Einer von Ihnen Stand total auf CHUCK BERRY und fixte mich damit an. Er erfand, wenn Du so willst, den Rock `n Roll“.

  1. DEEP PURPLE `Lay Down, Stay Down` (L)

“Sicherlich ist `Burn` mit all seinen Drum-Figuren der berühmtere Track. Aber ich finde dieses Stück ist mind. genauso gut aber weniger beachtet. Das ganze Album ist fantastisch und die Performance von Drummer Ian Paice darauf ist seine beste. Ich schätze ihn wirklich ganz besonders! Wenn ich noch einen Bonus-Track auswählen würde, ist es `Johnny` von Thin Lizzy. Aber JB ist dran“.

Bonus-Track: SLAYER `Silent Scream` (JB)

JB: “Ich höre auch sehr gerne Swedish Death Metal. Ich schätze Entombed und Dismember sehr – aber hier sind Unleashed meine Favoriten. Aber wenn ich noch einen härteren Song auswähle, muss ich diesen von SLAYER nehmen. Das ganze Album ist einfach umwerfend und einzigartig“.

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Bonus-Fragen:

Was sind Eure größten Interessen außerhalb Musik?

JB: „Ich verbringe immer so viel Zeit wie möglich im Wald bzw. in der Natur. Dann lese ich eine Menge Bücher und bin großer Fan von Filmen, welche zwischen den späten 60s und Mid-90s entstanden sind. Meine bevorzugte Phase sind aber die 70s. Die Ästhetik und künstlerische Freiheit zu dieser Zeit war perfekt. Der Regisseur oder Drehbuchschreiber konnte frei nach seinen Vorstellungen arbeiten und musste sich nicht wie meist heute den Vorgaben eines Komitees fügen. Der einzige Regisseur der dies in der heutigen Zeit noch macht ist Quentin Tarantino. Wenn Du Dir z. B. einen Film wie Apocalypse Now anschaust: Er erzählt und gibt Dir etwas mit. Es ist nicht einfach passiver Konsum. Es ist das gleiche Gefühl, als wie wenn Du einen intensiven Roman von jemandem liest, der wirklich etwas zu sagen hat. Filme wie Jaws oder The Wild Bunch könntest Du heute nicht mehr machen. Meine Lieblings-Genres sind Horror, Western und Thriller. Aber sogar die Bruce Lee Filme aus dieser Zeit sind Klasse“.

Ludwig: „Ich habe kürzlich wieder mit Lederhandwerk begonnen das ich früher schon gemacht habe. Der Gitarrengurt von JB ist zum Beispiel von mir angefertigt“.

JB, Du bist auch ein großer Fan von extremen Metal. Gibt es außer Deiner Beteiligung an dem Necronaut Projekt von Frest Estby (Dismember), noch etwas im härteren Bereich das Du herausheben möchtest?

„Bei Necronaut habe ich je auf einem Song Gitarre gespielt und gesungen. Aber es waren keine Growls oder so etwas. Für das Debüt der Griechischen Band Satan`s Wrath „Galloping Blasphemy“ habe ich für `One Thousand Goats In Sodom` ein Gastsolo beigesteuert. Und DAS ist mal ein Album“.

Die letzten Worte von GRAND MAGUS:

JB: „Für mich ist es etwas ganz Besonderes, wenn man etwas aus dem Herzen heraus erschafft bzw. ausdrückt und damit die Herzen anderer erreicht und berührt. Das ist sehr wertvoll und das kannst Du mit keinem Geld der Welt kaufen“.

Fotos & Text: Markus Wiesmüller

Grand Magus band