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Christopher vom SAROS Collective zur Ausstellung während der "Ancient Ascent"-Tour

Derzeit läuft die „Ancient Ascent“-Tour mit Angantyr, Ereb Altor, Waldgeflüster und Asenblut, welche die vier Bands durch ganz Europa bringen wird. Wir haben Euch bislang schon vier Interviews mit den jeweiligen Bands zur kommenden Tour präsentiert. Auf der von Quantheon Touring organisierten Tour gibt es aber auch noch drei besondere Schmankerl zu entdecken – in Erfurt (17. Februar), Olten (21. Februar) und in Oberhausen (25. Februar) werden drei KünstlerInnen eine kleine Ausstellung mit ihren Werken präsentieren.

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Copyright: SAROS Collective

Derzeit läuft die „Ancient Ascent“-Tour mit Angantyr, Ereb Altor, Waldgeflüster und Asenblut, welche die vier Bands durch ganz Europa bringen wird. Wir haben Euch bislang schon vier Interviews mit den jeweiligen Bands zur kommenden Tour präsentiert. Auf der von Quantheon Touring organisierten Tour gibt es aber auch noch drei besondere Schmankerl zu entdecken – in Erfurt (17. Februar), Olten (21. Februar) und in Oberhausen (25. Februar) werden drei KünstlerInnen eine kleine Ausstellung mit ihren Werken präsentieren. Mit Fotografin Mina Wallace, die in Erfurt ihre Landschaftsfotografie ausgestellt hat, haben wir bereits gesprochen. Nun haben wir uns Christopher, seines Zeichens auch Musiker bei Schammasch, geschnappt, der über die Knochenausstellung des SAROS Collective am 21. Februar in Olten sprechen wird.

 

Hallo Christopher und vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen nimmst! Fangen wir ganz von vorne an: Du hast ein Künstlerkollektiv namens SAROS Collective gegründet, mit welchem du – unter anderem – Kunst auf/an Tierschädeln gestaltest. Könntest du uns mehr über dieses Künstlerkollektiv erzählen? Wer ist noch Mitglied und was ist die Intention hinter diesem Kollektiv?

SAROS Collective ist ein – seit Ende 2016 – aktives Kunstprojekt, das dem Grundsatz folgt, ein möglichst breites Spektrum an künstlerischer Arbeit anbieten zu können. Es beinhaltet des Weiteren eine eigene Clothing Line. Die Idee eines Kollektivs kam mir, als ich 2015 anfing, über eine eigene T-Shirt-Line nachzudenken beziehungsweise angefangen hatte, daran zu arbeiten. Der Gedanke, ein Künstlerkollektiv aufzubauen, das beispielsweise eine Band von A-Z mit allem versorgen kann, was an äußeren Elementen benötigt wird, gefiel mir. Im Klartext heißt das; wir bieten komplette Audio-Production, Fotografie/Video, Artwork & Layout bis hin zu Promoarbeit, Webpräsenz, Merchandiseproduktion und eigenem Shop an – Sämtliches zu fairen Preisen und auf professionellem Niveau. Wir zählen momentan 14 Mitglieder, alle Profis in ihren Bereichen, einige bekannter, einige weniger bekannt. Das Mitglied mit dem größten Bekanntheitsgrad ist wahrscheinlich Adrian Baxter aus England, der sich als großartiger Illustrator „klassischer“ okkulter/mystischer Szenerien vor allem in der Black Metal-Szene einen Namen gemacht hat. Ich möchte es grundsätzlich aber vermeiden, mit einzelnen Namen zu werben, schlussendlich geht es nicht um name-dropping oder Egos, sondern um Arbeit und Kunst. Jedes Mitglied bringt etwas Spezielles mit sich, dadurch entstehen eine große Dynamik und eine ebenso große Bandbreite an Möglichkeiten. Die Knochenkunst ist hauptsächlich eines meiner eigenen Metiers, was sich aber möglicherweise auch eines Tages ändern wird.

Du wirst nun am 21. Februar in Olten während der „Ancient Ascent“-Tour von Quantheon Touring ein paar Schädelverzierungen präsentieren. Wie kam es zu dieser Ausstellung? Woher kennst du die OrganisatorInnen dieser Tour beziehungsweise der Ausstellung?

C. Marrok hat sich mir 2016 auf der Neudegg Alm in Österreich vorgestellt, als wir mit Schammasch dort gespielt haben. Mit Diana hatte ich vor einer Weile sporadisch übers Netz Kontakt, hauptsächlich weil ich ein großer Fan ihrer Fotografie bin. Vor ein paar Monaten, während deren Tour mit Jess & The Ancient Ones, habe ich mich mit Marrok über das Konzept von Quantheon unterhalten, was mir sehr zusagt. Er hat mich dann im Januar nach potentiellen Künstlern für die CH-Show ihrer aktuellen Tour angefragt, und ich habe ihm meine Knochenkunst vorgeschlagen, so kam das zustande.

Die Schädel, die du präsentieren wirst, stehen unter dem Titel „Spirits of Old“, womit Du auf die grundsätzliche Idee der „Ancient Ascent“-Tour eingehst, nämlich von alten und kraftvollen Geistern, Sagen und Legenden zu erzählen. Wie hast du diesbezüglich die passenden Schädel ausgesucht? Oder geht es eher um die künstlerische Verarbeitung dieser Schädel, die in der Tradition alter Sagen und Legenden steht? Und noch anders gefragt: Beziehst du dich bei der Gestaltung der Schädel auf eine tatsächlich existierende kulturelle Tradition aus früheren Zeiten?

Das passiert bei mir alles sehr intuitiv. Ich versuche stets, nicht zu verkopft an solche Dinge ranzugehen. Mit dem Titel „Spirits of Old“ beziehe ich mich in erster Linie auf die Symbolik, dazu aber mehr in der Antwort auf die nächste Frage. Gravur/Schnitzerei/Verzierung ist eine der ältesten Formen von Kunst und Kommunikation und findet sich in jeder vergangenen Hochkultur wieder, natürlich auch in nordischen. Ich beziehe mich allerdings nicht direkt auf eine spezifische Art oder Tradition, ich lasse mich eher von allem inspirieren, was ich sehe, sei das aktuell oder aus vergangenen Zeiten. Künstlerische Offenheit und Freiheit sind mir extrem wichtig.

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Spezifisch Tierschädel spielen ja im Black Metal-Bereich immer wieder eine große Rolle, nicht zuletzt auch, um verschiedenen nordischen und heidnischen Traditionen Genüge zu tun. Ihr selbst schreibt in der Ankündigung zu dieser Ausstellung, dass diese Schädel Trophäen sind, die einen an die vergangene Glorie und daran, was für eine primordiale Kraft in uns schlummert, erinnern. Könntest du das etwas präzisieren? Worum geht es hier konkret? Um eine Form von animistischer Kraft? Oder inwiefern kommt man über Schädel(verzierungen) zu seiner ureigenen Kraft zurück?

Knochen tragen grundsätzlich immer eine gewisse Aura des Ursprungs, eine animistische Kraft, um es mit deinen Worten zu sagen. Niemand fasst Knochen oder Schädel an, ohne sich in dem Moment bewusst zu sein, dass diese einmal Teil eines lebendigen Wesens waren, dessen Grundgerüst. Auch wenn ich zum tausendsten Mal einen Schädel in der Hand halte, verliere ich den Respekt vor dieser Tatsache nicht. Und ich würde behaupten, so geht es damit fast jedem. Man wird sich für einen Moment lang aktiv der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens bewusst. Ich finde die Dynamik, die durch die Verbindung dieses Umstands und der Kraft eines Symbols entsteht, extrem spannend. Symbole tragen eine visuelle und spirituelle Kraft, die Welten entstehen lässt. Symbolik in Verbindung mit Mythologie oder Ideologie ist ein starkes Werkzeug für den kreativen Geist. Meine Trophäen sind genau das: Träger der Symbolik in Verbindung mit Mythologie/Ideologie – sie bringen diese Kräfte in den Raum, in diesem Falle den Geist vergangener Glorie, vergangener Disziplin und Stärke, physischer und psychischer, und vergangener Naturverbundenheit – die starken, positiven Merkmale der alten nordischen Völker.

Gibt es bezüglich Deiner Schädelkunst künstlerische Vorbilder? Beziehungsweise gibt es im metallischen Bereich Bands, die besonders schöne Schädel verwenden, die dich auch inspiriert haben?

Weniger in der Musikszene als in der Künstlerszene, vor allem auf Instagram habe ich zu Anfang viel entdeckt, das mich inspiriert hat – Rachel Lee Art, Kvlt&Knochen, Artistry by Aletia, um einige Namen zu nennen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich komplett intuitiv angefangen habe, bevor ich überhaupt ein eigenes Instagram-Profil hatte. Ich fand es spannend, mich einfach auf meine ästhetischen und handwerklichen Fähigkeiten zu verlassen und zu sehen was passiert, ohne jegliche Hilfe. Der erste Schädel, den ich graviert habe, war ein Menschenschädel („Trinity“), den ich vor über zehn Jahren als Abschiedsgeschenk vom Leiter einer Kunstschule bekam, an der ich damals Schüler war. Dieses Stück ist noch immer eines meiner Lieblinge.

Wenn ich es auf Eurer Facebook-Seite richtig sehe, dann spielen auch Mandalas eine wichtige Rolle in eurer Kunst. Wo gibt es Überschneidungen zwischen Mandalas und Schädelkunst?

Grundsätzlich gibt es beim SAROS Collective künstlerisch gesehen keine Grenzen, weder stilistisch noch ideologisch gesehen. Die Mandalas und Knochentrophäen stechen allerdings auf den Social Media-Plattformen merklich heraus, da das die Bereiche sind, in denen ich selbst am aktivsten bin. Je grösser das Kollektiv wird, desto öfter werden auch die anderen Künstler involviert werden können, aber bisher beschränkt sich unser Portfolio noch auf einige wenige spezifische Felder.

Wirst du als Künstler auch selbst in Olten anwesend sein, um den BesucherInnen der Ausstellung ein bisschen was zu erzählen? Ist es möglich, die Schädel anschließend zu erwerben?

Ja, ich werde natürlich persönlich vor Ort sein, für Fragen bin ich zwar offen, werde aber keine Rede oder dergleichen vorbereiten. Die Trophäen werden alle erwerbbar sein.

 

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