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GHOST BATH „Starmourner”

Und das nicht nur mit der Musik. Gut, wer behauptet, aus China zu stammen, nur um sich interessanter zu machen, der muss wohl auch irgendwie damit leben. Irgendwo zwischen Depressive und Post/Progressive Black Metal angesiedelt fand das Debüt „Funeral“ und der Nachfolger „Moonlover“ Beachtung, positive wie negative. Dass GHOST BATH sich von dieser Diskussion gänzlich unbeeindruckt zeigen, macht die neue Marschroute auf „Starmourner“ mehr als deutlich. Ja, es wird verhältnismäßig „fröhlich“ auf dem neuen Album. Natürlich ist diese anmutende Freude auf einem sehr melancholischen Fundament aufgebaut. Bestes Beispiel dafür ist ‚Seraphic‘. Die Voice ist wie immer fast hysterisch, klagend und die unterschwellige Melancholie mit Händen greifbar, während die Gitarrenläufe fast so etwas wie Glückseligkeit ausstrahlen. Großes Kino! Dieses Konzept zieht sich weiter fort: Etwa das fast euphorische ‚Luminescence‘ oder das majestätisch-melodiöse ‚Celestial‘ zeigen, dass die Band ein bemerkenswertes Konzept zwischen Tradition und Erneuerung innehat. Klar, Genre-Puristen können sicherlich nichts damit anfangen, doch der typische Unterbau des Depressive Suicidal Black Metal ist da. Garniert wird das Ganze mit sehr melodiösen, aber zugleich auch sehr progressiven Elementen. Wer sich jetzt noch mit dem gewöhnungsbedürftigen Geheule und Gekrächze des Sängers abfinden kann, wird wahre Schmuckstücke auf „Starmourner“ finden können. Der ganz große Wurf ist dieses Album dennoch nicht. Zu oft verlieren die Tracks an Fahrt, dümpeln vor sich hin und verlieren sich in Langatmigkeit und verschachtelter Schwülstigkeit. Wie so oft, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte.

Bewertung: 12

Spielzeit: 71:14 Min.

Tracks: 12

Label: Northern Silence / Nuclear Blast

Band-Webseite: https://de-de.facebook.com/blackghostbath

 

Tracklist:

01. Astral

02. Seraphic

03. Ambrosial

04. Ethereal

05. Celestial

06. Angelic

07. Luminescence

08. Thrones

09. Elysian

10. Cherubim

11. Principalities

12. Ode

 

Line-Up:

Dennis – Gesang, Gitarre, Piano

Donovan – Gitarre, Hintergrundgesang

Jaime – Bass

Taylor – Schlagzeug