LEGACY - The Voice from the Darkside

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Wednesday, 29 May 2013 22:06

 

VANHELGA "Höst"

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Additional Info
Bewertung: 13
Spielzeit: 54:07 Min.
Tracks: 12
Label: Art Of Propaganda
VANHELGA "Höst"

Jonas Bergqvists Tod und Lifelovers Auflösung haben ein großes Loch in der depressiven Black Metal-Sparte hinterlassen. Johan „1853” Gabrielson war als Texter der ersten drei Alben maßgeblich an der Wirkung der Schweden beteiligt und hat nun ein neues musikalisches Ventil für seine tiefschwarzen Hassbrocken an der Seite des Multi-Instrumentalisten und vorherigen Alleingängers 145188 gefunden. Das erste VANHELGA-Album „Mortem Illuminate Mea” war 2010 noch relativ handelsüblicher Black Metal, jetzt finden sich auch die zuvor einzigartigen Lifelover-Trademarks. Einzelne, extrem vordergründige und prägnante Klaviertöne machen aus „Höst” ein tiefgehendes, zum Weinen und Schreien anregendes Erlebnis, nach dessen Genuss man sich gereinigt und vor allem leer fühlt. Der verzweifelte, schwedische Rezitativ funktioniert wie auch bei Shining oder Lifelover hervorragend, an die extrem raue Grummelstimme von 145188 muss man sich erst gewöhnen, letztendlich verstärkt sie aber das transportierte Gefühl zusätzlich. Größter Unterschied zu den Vorbildern ist vielleicht die virtuose und durchaus melodische Gitarrenarbeit, die immer wieder die Depression aufbricht, um sie danach wie in ‚Desperation’ in doppelter Stärke auf den Hörer zu krachen lassen. Besonders bemerkenswert ist dabei das herausragende Instrumental ‚Pessimist’, das eindrucksvoll beweist, dass man auch beim Vermitteln finsterster Emotionen nicht auf Text angewiesen ist. Sind die meisten Tracks noch als wirkliche Songs interpretierbar, zeigt 145188 im Laufe des Albums auch seine experimentelle, kranke Seite. ‚Underbart Sant’ löst sich nie aus der ewigen Monotonie von Rezitativ und basischen Gitarrenläufen, ‚Udda Tankar’ klingt wie ein unregelmäßiger Herzschlag, der von Klavier und Schreien begleitet wird, ‚Sorg’ ist mehr verstörende Collage denn strukturiert und ‚Armageddon’ eher ein Song für die Dark Wave-Gemeinde. Wer seinen Black Metal ohne Scheuklappen genießt, eine Affinität zu Depression und den skandinavischen Sprachen hat, kann bei VANHELGA absolut nichts falsch machen! Einen schalen Beigeschmack hinterlässt alleine die Veröffentlichung über das Grauzonen-Label Art Of Propaganda, die auch kein Problem damit haben, Bands wie Absurd oder Ad Hominem zu vertreiben.

 

(c) 2012 www.legacy.de

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