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07 May

L.A. American Bar, Restaurant & Club

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Viele düften nicht damit rechnen, dass es bereits seit März 2009 im Bayerischen Wald (Cham) mit L.A. AMERICAN BAR, RESTAURANT & CLUB eine richtig feine Location gibt. Nicht nur Lemmy würde sich hier wohl fühlen. Das Publikum ist wie die Live-Musik und die Speisekarte bunt gemischt und sehr abwechslungsreich. Chefin Tanja und Chef Jürgen sind große USA-Fans, zogen von Anfang an konsequent ihr Ding durch und konnten dadurch bereits einige Szenegrößen in die Provinz locken.

"Als 2008 der Pachtvertrag unserer kleinen Heavy Sports Bar Alternative, die wir noch nebenberuflich als Hobby betrieben, auslief, war dies unser Einstieg in die Selbstständigkeit", erzählt Jürgen. Nach langen und intensiven Gesprächen stellte das Paar ein Konzept für das L.A. Lifestyle Café auf. "Nachdem wir es Freunden und Partnern mit positivem Echo vorgestellt hatten, fiel auch noch das von uns beauftragte Gutachten der HoGa sehr positiv aus. Daraufhin setzen wir alles auf eine Karte, schmissen unsere Jobs und bauten für das L.A. um", erinnert sich der Metallica-Fan. Die Grundidee kam den beiden in einer Standbar in Italien. "Je mehr Wein und Bier wir intus hatten, desto großzügiger wurde das L.A. Wir notierten uns einfach unsere Lieblingskneipen, Vorlieben und Stile. Es stand zum Beispiel Live-Musik ganz oben. Ebenfalls FC Bayern (lacht), American Sportsbar (West Coast Urlaub), Diner, Gasoline (Jesolo, lt.), Coyote Ugly, Titty Twister, Backstage München und Hirsch Nürnberg. Wir mischten alles kräftig durch, holten meinen Bruder fürs Design an Bord, und nach fünf Monaten Umbau waren wir fertig", blickt Jürgen zurück. Wie bereits erwähnt, verirren sich bereits seit Eröffnung Jung und Alt, Banker und Biker, FC Bayern- oder Dortmund-Fan, Rocker sowie Metalhead nach Cham. "Bei Events pilgern die Leute von überall und überregional zu uns", ergänzt der Chef. An Essen gibt es neben typischen Bar-Standards alles, was das Tex-Mex-Herz begehrt. Etwas exotischere Gerichte sowie Specials werden auch immer wieder angeboten. "Unsere Burger sind laut Agnostic Front und Mucky Pup die besten Europas. Die Speisekarte wird von Tanja und mir entworfen und von unserem Koch bzw. Köchin abgesegnet. Mein Lieblingsessen, ein saftiges Steak aus Argentinien, darf natürlich nicht auf unserer Karte fehlen. Dank dem TV-Sender DMAX, kommen bei uns immer merkwürdigere Ideen und Gerichte auf den Teller. Die meisten schaffen es zwar nicht bis zum Gast, aber so entstand zum Beispiel unser 'Chuck Norris Burger' (XXL-Burger, jeden ersten Montag im Monat), der mittlerweile Landkreis-weit bekannt ist", schwärmt der Bayer.

Verrücktes und Exotisches wie Python, Klapperschlange, gegrillten Exotenspieß (Krokodil, Känguru, Strauß), Haifisch, Bison-Burger, Elvis-Toast usw. gab es bereits zu probieren. "Solche Angebote kommen bei den Gästen sehr gut an, und diese wird es auch in Zukunft geben. Für die EM 2012 sind auch wieder einige Specials geplant", lässt uns der Chamer wissen. Bei diesem Amerika-Fetischismus verwundert natürlich nicht, dass die beiden bereits einige Male dort waren. "Meine Schwester Lisa lebt seit circa 15 Jahren in Los Angeles, daher kommt auch unser Name. Meinen 21. Geburtstag feierte ich in Clubs in Miami. In L.A. arbeitete ich 97 für ein paar Wochen bei meinem Schwager als Bodenleger. Letzten Sommer zeigte mir Lisa Ecken von L.A., in die man normalerweise nicht kommt bzw. hin sollte! 2007 heirateten Tanja und ich bei Abenddämmerung im Helikopter über dem Strip von Las Vegas. Danach flitterten wir mit drei Freunden durch den Westen der USA."

Jedem, der das L.A. das erste Mal besucht, fällt gewöhnlich die sehr gute Stimmung der Angestellten auf, egal, ob Security, Bier-Ausschank oder im Restaurant-Bereich. Alle sind natürlich freundlich und sympathisch, ohne dass dies aufgesetzt oder kalkuliert wirkt. Einige im Team scheinen sich auch privat nahe zu stehen. "Typisch amerikanisch, alles nur Show! (lacht) Nein, wir haben echt ein super Team. Vielen Dank an dieser Stelle! Viele sind noch von der ersten Stunde (Alternative), Ex-Arbeitskollegen oder Freunde. Probleme und Wünsche des Teams werden bei uns intern geklärt, und jeder darf uns auch mal seine Meinung sagen. Newcomer kommen auf Empfehlung, oder wir achten darauf, dass sich der/die Bewerber/in auch mit dem L.A. identifiziert", erklärt der Volbeat-Fan seine Team-Philosophie. Wie bereits zu Beginn erwähnt, machte das L.A. in den letzten ein, zwei Jahren vor allem damit von sich reden, welch große Bands, für welche die Fans sonst nach Nürnberg, München, Pilsen oder Linz pilgern müssten, nach Cham geholt wurden. Als Beispiel seien mal Sepultura, Agnostic Front, Napalm Death, Tito & Tarantula, Disbelief, Stuck Mojo, Megaherz, Sick Of It All, Paul Di'Anno, Dritte Wahl, Ektomorf, Debauchery, Tyr, Moonsorrow, Dog Eat Dog, Unearth und Terror genannt. Gigs wie Wacken Metal Battle, Biohazard und Eric Fish werden bald folgen. Wo liegt das Geheimnis? "Hier muss ich gleich zwei geile, lokale Firmen besonders erwähnen: Ohne diese wären wir mit Sicherheit nicht da, wo wir jetzt sind. Zum einen hilft TSEntertainment bei allen Konzerten, übernimmt Booking und baut unsere Kontakt immer mehr und besser aus. Und zum zweiten VTS (Veranstaltungstechnik Striever): Licht, Sound und technischer Ansprechpartner für alle Bands, die bei uns spielen. Namhafte Bands empfehlen uns immer öfter weiter. Und dies ist eigentlich unser großes Ziel!"

Trotz des Erfolgs ist der Club kein Selbstläufer, sondern bleibt ein hartes Geschäft. Bezüglich der Band-Auswahl hat Jürgen selbst das (fast) letzte Wort. Auffällig ist, dass schon eine Menge sozialkritische und politisch eher linksliberale Bands im L.A. gespielt haben "Wenn ich das Okay von Tanja hab, habe ich das letzte Wort (lacht). Viele Band-Vorschläge kommen mittlerweile von Agenturen und Managements. Ansonsten: L.A. gegen rechts! Kein Bock auf Nazis!", macht Jürgen seine Grundhaltung deutlich.

Additional Info

  • erschienen in Ausgabe Nr.: 078

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