LEGACY - The Voice from the Darkside

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Bruno Kaiser (BRK)

Bruno Kaiser (BRK)

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STALWART „Manifest Of Refusal“

Saturday, 28 July 2012 00:00 Published in A-Z

„Nicht jeder ist ein Zar, der im Kreml wohnt“ – „Und nicht jeder Death-Metaller kommt aus Schweden, Polen oder Holland“. Gut, passt alles nicht ganz, denn die Jungs hier sind aus St. Petersburg, verstehen es aber dennoch meisterhaft, Elemente aus europäischem Death Metal zu vereinen: Da wären Fear Factory, Behemoth und vielleicht sogar ein wenig Meshuggah (,Last Dawn Of The Era‘), ein paar thrashige Einflüsse – und jede Menge Energie. Zweifelsohne meinen es STALWART ernst und präsentieren sich auch noch wesentlich stabiler und tougher als in den Werken zuvor. Die vierte CD (plus EP und Demo) der seit 2001 lärmenden Russen dürfte Donald Death mit ihrer Progressivität vielleicht überfordern, hat aber trotz aller Winkelzüge jederzeit den rechten Groove, einen Bombensound aus dem Hause Hertz – aber leider mit ,Corrosion‘ auch einen wirklich merkwürdigen Song an Bord. Hier bringt das Keyboard STALWART und ihren Industrial-angehauchten Death-Groove-Metal in Richtung des Bombast Black Metal, die Vocals können dem Ganzen nicht folgen, und der Härtegrad stimmt nicht mehr konstant. „Schuster, bleib‘ bei deinem Leisten“, möchte man rufen. Schließlich ist ein Zar auch selten zu Fuß gegangen.

 

 

 

SOUL SACRIFICE “Carpe Mortem”

Saturday, 28 July 2012 00:00 Published in A-Z

Türkischer Honig ist echt schweine-süß. Und SOUL SACRIFICE sind ebenfalls extrem klebrig. Die Istanbuler Melodic-Deather klingen im melancholischen ,Torture My Soul‘ wie Enslavement Of Beauty, an anderer Stelle schon auch nach In Flames, oftmals aber genauso beliebig wie ein Klon aus Scar Symmetry, Soilwork, Dark Age und Co. Und das ist die entscheidende Crux dieses keineswegs schlechten Albums – es langweilt stellenweise. Dabei ist es professionell wie Hulle produziert (danke Dan), fett eingespielt (danke SOUL SACRIFICE) und verbrät alle Trademarks des Genres – Melodic Death und MetalCore, ohne Eselsohr. Doof ist die Musik also nicht, allenfalls etwas belanglos, ohne Gesicht, beliebig. Da sind diese gewollten Tempowechsel ins Uptempo (,Sarcastic Existence‘ – mit leicht orientalischer Geige), da sind absolut kommerziell-klebrige Keyboards-Parts (im Videostück ,Comatose‘), das ist eben auch viel Abwechslung, aber das alles wirkt erzwungen. Frei nach dem Motto: „Das müssen wir jetzt auch noch machen“, zuckeln SOUL SACRIFICE über die Dörfer und durch die Stücke –und werden nur selten charismatisch. Ausnahmen sind „das großartige Pentagram-Cover ,Fly Forever‘ und sicherlich ,Kekse‘, das mit türkischen Texten interessanter klingt als der Rest. Das zweite Album der Türken ist eins wie viele andere. Also quasi Dosenfutter für Melodic-Deather. Kann mal schmecken, ist aber nix Besonderes. Türkischer Honig ist also eine leckere Alternative.

 

 

 

„Verrottete Blumen verlieren ihre Farbe“, heißt diese 27-minütige EP – und verkündet damit nicht gerade der Weisheit letzten Schluss. Benannt nach einer ungarischen Minderheit (den Szeklern), rumpeln diese Rumänen in bester Darkthrone-Manier durchs eckzahnbelastete Siebenbürgen und verweisen auf ihrem krachalen Ausflug immer wieder auf ihrer Horror-homogenen Folklore-Wurzeln. Was dann im Allgemeinen nach ersten Negura-Demos klingen dürfte. Und eigentlich auch tut. Und trotz aller elektrophonen Rasierer-Atmo gelingt es sogar der Rehearsal-Version von ,A Sajnálat Utolsó Lehelete‘, echten Groove unter die Beine zu stellen. SICULICIDIUM sind eigen, merkwürdig – und schon allein deswegen besser als viele ihrer Genrekollegen – zumal die Rumänen durch die echt anders klingende Sprache auch noch fetten Exotenbonus kassieren. Das sonnige Abzeichen auf der Scheibe orientiert sich augenscheinlich an der Fahne des Szekler-Landes, Nekroführer ist ein echt beschissenes Pseudonym (im wahrsten Wortsinne) für den Gastbasser und -Gitarristen, aber die Band von Pestifier und Lugosi Bela schlägt dennoch einen gelungenen Bogen von dunklem, stimmungsvollem Black Metal mit grotesken Black'n'Roll-Elementen über ekeligen Midtempo Black Metal bis hin zu folkiger Melancholie. Klingt, als hätten sie ihre eigene Nische gefunden, alles andere als farblos. 

 

 

 

PSEUDOGOD „Deathwomb Catechesis“

Saturday, 28 July 2012 00:00 Published in A-Z

Da sitzt er nun, der Sami Tenetz, zwischen düsteren Pentagrammen, seltenen Veröffentlichungen und erschreckenden Totenköpfen und wartet in seinem Plattenladen Kvlt mitten in der finnischen Hauptstadt auf Kundschaft und/oder Mittrinker. Doch da scheint es immer ein wenig Leerlauf zu geben, denn der ehemalige leitende Spinefarm-Mann ergeht sich wieder in Label-Tätigkeit. Neben Beherit veröffentlicht er auch PSEUDOGOD, eine Black Metal-Band aus dem Ural. Aus dem russischen Perm künden die Antichristen also vom Satan – und nicht unpassend kommt die Scheibe klirrend kalt daher. Dabei haben die Jungs – wie der Chef – sicher auch Beherit gehört, genauso aber auch Archgoat oder gar Teitanblood. Und so finden sich rasend schnelle Parts, aber auch viel Midtempo oder noch weiter runtergeschraubte Parts wie beim beinahe epischen Abschluss-Stück ,The Triangular Phosphorescence‘. Aber ohne rabiate Klöppelkalloschen kommt auch dieses beinahe acht Minuten lange Kunststück nicht aus. Dazu gesellt sich ein angenehm abgedrehtes Feuer-, Blut-, Monster-Cover, genauso wie angenehm klischeetriefende Songtitel der Marke ,The Antichrist Victory‘ oder ,Necromancy Of The Iron Darkness‘. Alles zusammen macht ein beinahe angenehm chaotisches Black Thrash-Machwerk der neuen Generation mit den ganz kaputten Werten. Und doch mit einer Einschränkung: PSEUDOGOD wollen gern so kaputt klingen wie die Vorbilder, aber irgendwie ist die Produktion und auch das Songwriting nicht radikal genug. Klingt also alles ziemlich cool, könnte aber noch viel fieser sein…. Vielleicht doch lieber Beherit? Schaut mal hier: www.kvlt.fi.

 

 

 

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