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Bruno Kaiser (BRK)

Bruno Kaiser (BRK)

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IMPERIUM DEKADENZ

Thursday, 07 March 2013 00:58 Published in Fortsetzungs-Stories

IMPERIUM DEKADENZ sind ja nicht gerade dafür bekannt, auf den Mund gefallen zu sein, daher war in der Print-Ausgabe natürlich auch nicht alles unterzubringen, was es zu „Meadows Of Nostalgia“ mitzuteilen gibt. Deshalb hier die ausführlichen Antworten von Frontmann und Mitgründer Horaz.

 

Lass uns mal mit eurer Heimat starten. Ihr betont ja eure Heimatliebe gerne mal, aber ihr schafft das ohne den bierseligen Frohsinn der Paganisten. Wie macht ihr das, die Zuneigung zur eigenen Heimat so unpeinlich rüberzubringen?

Na ja, ob etwas peinlich ist, ist ja immer eine Standpunktsache. Wir haben eben den Standpunkt, dass wir sehr kritisch sind, dass wir es wohl vermögen, wichtige Essenzen zu erkennen, was Dinge besonders macht, ohne z.B. aufdringlich zu sein, und dass wir eventuell einen eigenen Geschmack haben, der allgemein als geschmackvoll wahrgenommen wird. Es ist schön, wenn man große Emotionen hat und diese in irgendeiner Kunstform ausleben kann, der Gehalt eines Kunstwerks hängt dann aber von sehr vielen Faktoren ab, wie z.B. einer ausgeprägten Selbstkritik. Um ehrlich zu sein, hatten wir anfangs schon Bedenken, dass solch ein Album in den Kitsch abdriften könnte. Ich denke, es hat auf jeden Fall geholfen, dass wir uns zu Beginn weit mehr Gedanken zum Konzept gemacht haben als zu den Vorgängeralben. Ein wichtiger Punkt war dann sicherlich, aus den Ideen eine Art dunkle Essenz zu ziehen und sie zu „imperialisieren“.

 

Ich war im Urlaub unter anderem im Elsass und bin auf dem Rückweg durch den Schwarzwald gefahren: wild, irgendwie einsam und doch betörend. Abends waren wir auf dem Campingplatz im Womo – es gab aus recht heiterem Himmel ein Gewitter, das sich gewaschen hat – und wir dachten kurzzeitig an eine Schlammlawine, umstürzende Bäume und so weiter. Ist diese dunkle Urgewalt etwas, das ihr besonders mögt, oder ist es der Mythos (oder die Mythologie), oder liegt es etwa doch nur am Fürstenberg, am Schinken und am Kirschwasser? Erzählt einfach mal aus Eurer Heimat.

Ich komme aus Bräunlingen, Vespasian aus Donaueschingen, was gerade um die Ecke ist. Das Ganze liegt am südöstlichen Rand des Schwarzwaldes, wobei der Landstrich sich die Baar nennt. Ich habe mal gehört, dass „Baar“ aus dem Keltischen kommt und so viel wie „Quellenland“ heißen soll. Es gibt wirklich geniale Ecken im Schwarzwald, durchgehende Wildnis über mehrere Kilometer gibt es aber leider kaum noch. Es ist einfach ein unglaubliches Geschenk, wenn man solch eine Natur mehr oder weniger hinter dem Haus hat. Wenn ich mal ein bisschen Werbung für den Schwarzwald machen darf: Atemberaubende Sehenswürdigkeiten sind z.B. die Wutachschlucht mit ihren Nebenschluchten, die Zweribachwasserfälle bei St. Märgen oder der Wildsee bei der Hornisgrinde im Nordschwarzwald. Ich habe fast meine gesamte Kindheit im Wald verbracht, bis spät in die Nacht hinein, bei jeder Jahreszeit. Ich hatte immer das Gefühl, dass der Wald meine Seele widerspiegelt, mich behütet und es immer etwas Neues zu entdecken gibt. Je dunkler und geheimnisvoller, desto besser. Ich könnte hier wirklich Seiten über unsere Heimat und den Schwarzwald voll schreiben, aber hier soll es ja immer auch noch um Musik gehen, nicht wahr? Hehehe.

 

Zur neuen Scheibe: Sie ist auf alt „getrimmt“, allein schon durch die komplett monochrome Farbgebung. Aber auch musikalisch orientiert ihr euch durchaus an alten (skandinavischen) Werten, ohne dabei verkrampft Old School zu wirken, sondern eher nostalgisch… Ihr mischt pathetisch-epischen Kram mit schnellem Krach (um es jetzt ganz simpel zu formulieren) – und schafft dabei eine einzigartige Atmosphäre. Wie macht ihr das? Oder warum? Oder anders: Beschreibe mal eure Musik mit eigenen Worten.

Vespasian und ich diskutieren ja oft darüber. Vieles geht man konsequent an, und vieles kann man daher leicht erklären, aber sehr oft geschehen Dinge auch einfach. Wir nennen es dann schlicht „Magie“, hehehe. Einer der wichtigsten Punkte ist sicherlich die Kombination aus seinem und meinem künstlerischen Grundcharakter, sowie unsere Fertigkeiten und die Synergien, die daraus entstehen. Ich bin eher der raue, kalte, grüblerische und elementare Teil. Vespasian bringt eher die elegischen, dunklen, träumerischen und doomigen Facetten ein, wobei wir die Epik und Melancholie beide mit Löffeln gefressen haben. Es ist einfach so, dass es extrem viele Details sind, die eine Scheibe wie „Meadows Of Nostalgia“ entstehen lassen, und so kann ich nicht mit Genauigkeit sagen, was es ausmacht. Manches soll aber auch einfach unser Geheimnis bleiben. Und ja, die Scheibe klingt „alt“ und gleichzeitig sehr kraftvoll. Darauf sind wir wirklich stolz, weil wir genau dorthin wollten. Das Gesamtempfinden ist wirklich Nostalgie. Am Ende waren wir selbst überrascht, dass wir unsere Wunschvorstellung so genau getroffen haben.

 

Was bedeutet euch Black Metal? Ich habe mal in einem Interview von euch den Satz gelesen: „Black Metal kann man nicht verstehen, man kann ihn nur fühlen und erleben“ – was (zum Glück) total gegen den derzeit so angesagten Spiegel-Black Metal für Hornbrillen-Studenten steht. Die spielen vergeistigten Black Metal und gucken sich auffe Schuhe. Mal abgesehen von den Klischees: Ich finde das Statement gelungen, aber erkläre es mal sowie die Bedeutung dieser Musikrichtung für euch zwei beide.

Ja, an diese Aussage kann ich mich erinnern. Bevor ich zum Black Metal kam, hörte ich Metal querbeet. Von Blind Guardian über Metallica bis hin zu Slayer und von Einherjer bis zu Fear Factory, aber dann stand ich eines Tages in einem Club, und da wurde 'Quintessence' von Darkthrone gespielt und kam aus den Boxen daher gelaufen wie schwarze Antimaterie. Ich dachte nur: Das ist genau das, was ich will, das ist alles, das bin ich, das ist genau das, wonach ich mein ganzes Leben gesucht habe. Diese Einfachheit, Brutalität, Verzweiflung, Energie, Rauheit, Kälte, Einsamkeit, Dunkelheit und wie der Liedname schon sagt, Essenz! Wer dieses Stück versteht, versteht auch, was Vespasian und mir Black Metal bedeutet. Wer eine dunkle und emotionale Seele besitzt und den Willen und Mut hat, diese auszuleben, kommt an dieser Kunstform nicht vorbei. Die Wege zum Black Metal sind natürlich sehr unterschiedlich und leider oftmals nicht nur von wirklichen Emotionen oder Spiritualität geleitet. Ich bleibe dabei, entweder man kann diese Kunstform erfühlen und erleben oder eben nicht.

 

Dazu könnt ihr ein weiteres IMPERIUM DEKADENZ-Zitat kommentieren: „True ist ein Wort, das niemals mit Black Metal hätte in Verbindung gebracht werden dürfen.“

Ja, eine Kunstform oder eine Auslegung derer als „true“ oder einzig richtig zu betiteln, bedeutet, diese in Fesseln zu legen und zu beschränken. Ich verstehe die Leute nicht, die sagen, dass der Black Metal tot sei. Leben bedeutet, in einem ständigen Wechsel und Veränderung zu sein, und ich finde, dass Black Metal gerade d-e-r Metal-Stil ist, bei dem es immer wieder neue Impulse gibt. Tod bedeutet, dass jegliche Entwicklung eingestellt wurde, und das trifft dann eher auf die Leute zu, die keine Weiterentwicklung zulassen wollen. Dass ich nicht zu jeder Weiterentwicklung Beifall klatsche, dürfte wohl auch klar sein, aber das kann man auch unter persönlichen Geschmack einstufen. Grenzen kann man sich nur selbst setzen.

 

Zu den Texten: Vergänglichkeit des Menschen ist ein Thema, was noch, und warum auf Deutsch und Englisch? Und handelt es sich bei 'Striga' tatsächlich um Sommerwurzgewächs, das meist parasitär auf Gräsern sitzt?

Das Erfahren von Vergänglichkeit ist für uns eigentlich nur eine Begleiterscheinung in nostalgischen Momenten. Wir haben uns lange überlegt, was uns in der Vergangenheit, insbesondere als Kind, beeinflusst hat und was unsere Seelen geformt hat, um eine Neigung zu extremer und dunkler Kunst zu bekommen. Jedes einzelne Stück arbeitet Erlebnisse und daraus resultierende Gedankenwelten und Fantasien auf, die wir für uns als essenziell ansehen. Um mal 'Striga' als Beispiel zu nehmen: Striga ist die lateinische/antike Bezeichnung für eine alte Frau mit Wissen über die „magische“ Nutzung von Pflanzen und Kräutern. Heute würde man abwertend „Hexe“ sagen. Bei uns im Südwesten wird die Fastnacht gefeiert, was für viele Außenstehende als Fasching beschrieben wird. Der große Unterschied liegt aber darin, dass die Fastnacht einen mythologischen Grundton hat und sich mit Teufeln, Dämonen, Sagengestalten und eben Hexen identifiziert. Es gibt da die normalen Umzüge, aber gerade in Donaueschingen und Bräunlingen gibt es Hexenfeuer, wo sich Männer Holzmasken in Form von Hexen aufsetzen und zu Trommeln etc. um das meterhohe Feuer tanzen und durch dieses hindurch springen. Die Verbrennung der Hexe soll die Winteraustreibung symbolisieren. Wer sich die Bilder vor Augen nimmt, kann verstehen, dass solche Erlebnisse gerade für Kinder sehr eindrücklich sein können, wenngleich die Fastnacht unterm Strich auch nur ein Besäufnis zu grottenschlechter Musik und albernen Leuten ist, hehehe. Vespasian schreibt lieber in Englisch, ich in Deutsch. Wir sehen darin aber auch eine Möglichkeit, durch Sprache den Gesang variabler und damit passender für ein Stück zu machen. Deutsch, das z.B. härter und rauer klingt, eignet sich also besser für eben solche Stücke.

 

Live spielt ihr mit Vargsheim – bleibt das auch in Zukunft so, wie findet ihr deren neue Scheibe, und was tut sich bei euch live in Zukunft/2013?

Ja, sie werden auch weiterhin mit uns durch die Lande ziehen, und wir hoffen inständig, dass sie dies auch noch lange tun werden. Klar gefällt uns, was die Jungs da machen. Sie haben einen ganz eigenen Stil und haben ein Händchen dafür, etwas wirklich Eigenes zu schaffen. Jedes Album war ein großer Schritt nach vorne, und wer gut sät, wird auch irgendwann Gutes ernten. Wir hoffen, 2013 und 2014 für ein oder mehrere Touren nutzen zu können und auf einigen Festivals Krach machen zu dürfen.

 

Vespasian als römischer Kaiser, Horaz neben Vergil einer der bedeutendsten römischen Dichter – das lässt auf gesundes Selbstbewusstsein schließen. Warum habt ihr euch die beiden Herrschaften ausgesucht, und wie ist es überhaupt um die Begeisterung für das römische Reich bestellt? Und um die für Kelten, Germanen und die anderen Stämme?

Für mich war das Zitat „Staub und Schatten sind wir“ ausschlaggebend, für Vespasian die Leistung des Kaisers, aus Chaos Macht zu erzeugen. Es ist Bewunderung und hat weniger mit Selbstbewusstsein zu tun. Zuerst war die Begeisterung für die Kelten und Germanen da. Man wuchs schließlich im Wald zwischen ihren Grabhügeln und ehemaligen Kultstätten und somit ihrer Geschichte auf. Aber auch römisch war unsere Heimat grob 250 Jahre lang. Man hat dann als heranwachsender „Junggermane“ und Liebhaber von Pagan Metal die Römer als den natürlichen Feind gesehen, und das Interesse war für die Latiner bewusst eher gering. Man hat dann mit zunehmendem Alter natürlich irgendwann gemerkt, dass die römische Geschichte und auch die gesamte Antike extrem spannende Dinge zu berichten weiß, die aufgrund ihrer Dokumentation und Bauwerke auch sehr viel lebhafter zu erfahren sind. Kriege, Verrat, menschliche Abgründe, Wahnsinn, Macht und Niedergang, Mordlust und Folter, aber auch Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technologie sind Themen, die es dabei zuhauf gibt und die begeistern können.

 

Versuch doch mal die Entwicklung der Band vom letzten Album zum neuen zu beschreiben, und setze das Ganze in Beziehung zur eurer gesamten Historie. Und wo soll das noch hinführen?

Als wir 2004 beschlossen haben, zusammen Musik zu machen, waren wir einfach nur glücklich, jemanden gefunden zu haben, mit dem man auf einer Wellenlänge ist und künstlerische Ideen teilen kann. Wir haben viel gejammt und eine gute Zeit gehabt und auch recht bald einen Vertrag bekommen. Wir haben viel gelernt bei den Veröffentlichungen, die dann kamen, und stets versucht, die stilistischen Besonderheiten von IMPERIUM DEKADENZ zu intensivieren. So war es auch beim Schritt von „Procella Vadens“ zu „Meadows Of Nostalgia“, wobei der Lernfaktor bei „Procella Vadens“ mit Sicherheit am allergrößten war. Der Fakt, dass wir bei den Arbeiten an „Procella Vadens“ nun keine Studenten mehr waren und fünf Tage die Woche einem Vollzeitjob nachgehen, sowie eine nun große räumliche Distanz überwinden müssen, hat uns an vielen Stellen enorm viel Kraft gekostet und Fehler machen lassen, die wir mit noch mehr Kraftaufwand beheben mussten. Bei „Meadows Of Nostalgia“ haben wir dann besser geplant und uns organisiert, was uns die Möglichkeit gab, die Zeit in die wirklich wichtigen Dinge zu investieren. Und das ist eben genau der Punkt wo sich die Alben unterscheiden, „Meadows Of Nostalgia“ klingt sehr viel kraftvoller und entschlossener. Wo das hinführen soll? Wir wissen es nicht, aber wir wissen, dass IMPERIUM DEKADENZ nicht zu unserem Beruf werden und die Kunst unabhängig von Geld bleiben soll. Immerhin wissen wir so, dass wir wegen dem ganzen Stress nicht alt werden und so dem Staat ein bisschen Rente ersparen (insofern es dann noch welche geben wird), hehehehe.

 

Wo, wann, wie lange, mit wem und überhaupt habt ihr am Album gearbeitet, und ist irgendwas Spannendes, Originelles, Katastrophales währenddessen passiert? Und wie funktioniert das Aufnahmen, Produzieren, Mischen etc. überhaupt zu zweit?

Das grobe Songwriting lief etwa bis März 2012, dann ging es an die Feinheiten. Im Juni ging es dann mit den Drum-Aufnahmen los, die wir bei Christoph Brandes in den Iguana Studios (Freiburg i. Breisgau) aufgenommen haben. Mit den Drums als Grundlage spielten wir die übrigen Instrumente usw. ein. Mitte Oktober kamen wir mit dem ganzen Gedöns zurück zu Christoph Brandes. Dort wurde das Material dann noch editiert, gemixt und gemastert. Größere Katastrophen blieben dieses Mal (im Gegensatz zum Vorgängeralbum) zum Glück aus, hart genug war es trotzdem. Da wir mittlerweile circa 300km auseinander wohnen und jeder Aufnahme-Schritt zunächst mal organisatorisch, logistisch und fahrtechnisch überwunden werden musste, wurde jede freie Ressource für das Album aufgewandt. Was aber an dieser Stelle absolut erwähnt werden muss, ist die Leistung, die Christoph Brandes erbracht hat. Jeder von uns hatte ja so seine Vorstellung, wie der Sound mal werden könnte, dass dann aber so was dabei herauskommt… Wir sind jedenfalls begeistert von seinem Perfektionismus, seiner Ehrlichkeit, Können, Arbeitsmoral und freundschaftlichen Art.

 

Privates: Sagt was zum Studium, zu Beruf, jetzigem Wohnort und was es noch zu erzählen gibt.

Ich habe Medieninformatik in Furtwangen studiert, Vespasian ist Maschinenbau-Ingenieur (Dipl. in Schwenningen und Master in Konstanz), und in dem Feld arbeiten wir jetzt jeweils auch, er in München, ich im Stuttgarter Raum. Die Jobs finanzieren unser Leben, und nicht die Kunst bringt das Bier in den Kühlschrank, das ist uns wichtig. Wir haben einen Hang zum Exzess und zur Ausschweifung, können aber zu jeder Zeit die Grenzen noch erkennen. Wir sind sicherlich sehr komplexe Charaktere, die nicht auf jedem Gebiet harmonieren, sind uns aber der wertvollsten Gemeinsamkeiten bewusst und können so die Synergien für die Kunst nutzen. Unsere Kunst ist sehr viel edler und reiner als unser gesamtes Sein, denn sie spiegelt nur das Beste, aber auch Wichtigste von uns wider: unsere Sehnsüchte und Träume.

 

 

 

KOSMOS „From Innocence To Perversity“

Wednesday, 12 September 2012 00:00 Published in Eigenproduktionen

Die Franzosen kommen. Das Black Metal-Baguette wird immer länger, auch Nekros (auch Inferi Glori) backt ein weiteres. Nur essen wollen dürfte es niemand, schließlich beschreibt der Künstler sein Werk nicht zu Unrecht als schwarze Kunst und als Wunde, die niemals heilt. KOSMOS aus Drome befassen sich textlich mit den dunklen Seiten des Mittelalters, von einem Menschen, der von der Kirche gerettet und anschließend zum Vergewaltiger wird. Das ist genauso wenig antikosmisch wie der musikalische Kosmos der Band – aber deswegen keineswegs schlecht. Wer KOSMOS hört, der denkt durchaus an Verdunkeln, Blut aus Nord, Funeral Mist oder auch Shining. Weil Nekros auf seiner Premierescheibe nämlich Versatzstücke allenthalben zusammen klaubt und sein Backerzeugnis klingt wie eine dissonante Black Metal-Version mit Groove und Melodie. Keine Ahnung, wie er das genau hinkriegt, aber wer die erste Verwunderung und Ablehnung gegen seine ungesunden Krächzvocals und die scheinbar Zahnweh verursachenden, verqueren Sound-Strukturen abgelegt hat, den belohnt ein Song wie ,Void Of Reason‘ mit unterschwelligem Groove und beinahe warmherzigen Melodien - die aber das folgende ,You Will Rape Children‘ mit Bravour wieder zerschmirgelt. Gutes Debüt mit viel Herzblut, das sich auch im Eröffnungsangebot niederschlägt. KOSMOS bietet nämlich das Digipack mit Shirt, natürlich limitiert und extra schick für 16,- Euro an – nämlich hier: kosmosblackmetal.bigcartel.com. Mehr Info: www.facebook.com/kosmos.black.metal.

 

 

 

 

IN THE NAME OF NOTHING „Snakepit“ MCD

Wednesday, 12 September 2012 00:00 Published in News

Und bumms: ITNON hauen Dir volle Kajüte inne Magengegend. Schweden? Wenigstens Osnabrück? Nix da: Aus Hamburg kommt diese Death Metal-Faust in EP-Form. Aber Fabian und Markus (inzwischen durch Negator-Nolte und Björn verstärkt und nur noch auf der Suche nach einem Basser) bestechen nicht nur durch gehörige Schweden-Schlagseite, sondern durch gehörige Bandbreite. Der groovige ,In The Name Of Nothing‘ macht Spaß, den Titelsong hätten Six Feet Under nie besser hinbekommen. Und ,The Ark of Damnation‘ rumst und kracht, dass jeder anspruchsvollere Ami-Death-Fan lacht. Und dann ist da noch das beinahe verspielte, fast-progressivere ,Epidemic‘ für Frickel-Freunde. Wenngleich manch einer die Else im Hintergrund sicherlich für verzichtbar hält. Damit die Hamburger Faust auch richtig sitzt, haben die Herrschaften Lasse Lammert für Mix und Mastering gewonnen, so dass es keinen Grund gibt, dieses ordentliche Werk nicht mal anzutesten. Zumal die Gelegenheit dazu gratis verfügbar ist, schöne neue Welt. Den Appetizer auf die bereits fertig geschriebene Scheibe gibt’s auf der Homepage der Jungs: Info: www.inthenameofnothing.com.

 

 

 

 

GENTRIFICATION „Part Of The Process“

Wednesday, 12 September 2012 00:00 Published in Eigenproduktionen

Politischer Death Thrash Metal aus Berlin. Schön. Ahhhhhhhhh. Der erste Schrei ist nicht schön, sondern geht direkt ins Mark. Und dann grunzt Kollegin Lena wie ein abgestochenes Viech – oder eins auf Amoklauf. Der Opener ,Part Of The Process' fetzt in bester Death Metal-Manier direkt durch die Gedärme, nach nicht mal drei Minuten biste geplättet. Auch das folgende ,Venom In Our Veins‘ lässt keine Zeit zum Verschnaufen, wenngleich hier auch kurz Breaks für Abwechslung sorgen. Und ,For Greater Say‘ beginnt sogar mit diabolisch-lechzendem Geflüster und atmosphärischem Intro. Aber das ist nach 45 Sekunden um – und dann macht’s wieder wumm. Gut, dass die im Info erwähnten MetalCore-Elemente nur ganz hintergründig laufen und dass die Texte sich mit Gentrifizierung, Wandel in der Gesellschaft, Kapitalismus- und Industrialisierungskritik, Emanzipation und Gleichberechtigung beschäftigen. Da auch der Sound hinhaut, gibt es eigentlich nichts, warum sich schlaue Leute nicht mal bei der Band melden sollen. Das geht so: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. oder www.gentrified.de.

 

 

 

 

(c) 2012 www.legacy.de

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