LEGACY - The Voice from the Darkside

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Wednesday, 28 December 2011 15:08

 

Steelwing

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Alien auf halb acht

Als die ein Jahr junge Band aus Schweden 2009 den Newcomer-Wettbewerb von Rock The Nation gewann und kurz darauf ihr Debütalbum "Lord Of The Wasteland" veröffentlichte, überschlugen sich die positiven Kritiken und sagten der Band eine goldene Zukunft voraus. Knapp zwei Jahre später erscheint am 6. Januar 2012 "Zone Of Alienation".

Der Titel des Albums beschreibt genau genommen die Sicherheitszone rund um Tschernobyl, die ohne Erlaubnis der Regierung nicht betreten werden darf. Für die Handlung des Semi-Konzeptalbums soll die "Zone Of Alienation" aber den Platz beschreiben, an dem die letzten Überlebenden der Erde sich sammeln (diese sind natürlich angereist in einer Marauder-Class-Corvette aus „Clone Wars“ namens Scavenger), heißt es aus der Gitarristen-Kommandozentrale von Robby Rockbag und Alex Vega. Dass es nur ein halbes Konzeptalbum wurde, erklärt Robby so: „Wir wollen uns nie begrenzen, wenn wir schreiben. Die Hälfte der Songs basiert eben auf nur einem Thema und der Rest auf anderen, dadurch decken wir gleich mehrere Bereiche ab.“ Etwas nüchterner sieht das Alex: „Es wurde auch deshalb nur ein Semi-Konzeptalbum, weil wir nicht genügend Material für ein ganzes Konzeptalbum hatten, und auch die Story uns dann doch irgendwie zu flach war. Da erscheinen uns vier Songs als ein guter Kompromiss" Die Hälfte des Albums handelt also von der Auslöschung der Erde, verursacht doch fanatische Religionskrieger, die unserem Planeten mit Nuklearwaffen den Garaus machen, weshalb die Überlebenden sich nun auf der Suche nach neuen Planeten machen müssen. "Die Völker der Erde werden sich immer aus unterschiedlichen religiösen Gründen umbringen, und ich persönlich glaube wirklich daran, dass wir uns sehr bald auf dieses Weise auslöschen", meint Robby. Daher lautet sein Ratschlag an die Menschheit auch, den Verstand einzuschalten und keine nuklearen Kriege zu beginnen oder sich wegen Dingen zu töten, die man nicht beweisen oder widerlegen kann.

Da Fundamentalismus zwar ein globales Phänomen ist, aber glücklicherweise nicht sehr häufig in Schweden vorkommt, möchte die Band vorerst aber in ihrem Heimatland bleiben und denkt gar nicht an Flucht in die unendlichen Weiten. "Zone Of Alienation" sollte aber erst gar nicht so politisch gesehen werden, sondern eher als eine coole Story, betont Alex. Aber wenn sie einen Planeten finden müssten, so würden STEELWING nach einem Fleckchen im Grünen suchen, wo jeder Heavy Metal hört. Fernab fremder Galaxien befasst sich die Band gerne mit Videospielen, die dann auch als große Inspirationsquelle für das Songwriting und die Melodiekompositionen dienen. "Besonders alte Videospielmusik ist fantastisch", schwärmt Alex. "Unglaublich innovative und kreative Melodien und Töne wurden damals mit minimalster Technik produziert - speziell auf 8- und 16bit-Konsolen ein Highlight!" Auch "Running Man" mit Arnold Schwarzenegger von 1987 hat es Alex angetan und daher wird dem Spielfilm mit `The Running Man` gleich ein Lied gewidmet. "Das ist der beste Schwarzenegger-Film, dessen Geschichte eine absolute Steilvorlage für einen Heavy Metal-Song liefert." `They Came From The Skies` hat es als einziger komplett instrumentaler Track auf "Zone Of Alienation" geschafft, obwohl Robby bei diesem Stück sehr kritisch war. "Man braucht immer sehr starke Riffs und grandiose Melodien, um den Hörer bei Laune zu halten, wenn kein Sänger zu hören ist. Aber irgendwie ist ` They Came From The Skies` eine super Ergänzung zum Rest. Und: Überraschung, Überraschung – nur zwei Gitarrensolos, für jeden eines! Obwohl sicher jeder von uns erwartet, dass wir das Stück total mit Solos zuballern." Und Alex ergänzt: "Außerdem macht es voll Laune,` They Came From The Skies` ohne Vocals zu spielen. Es ist einer meiner Favoriten, ohne jetzt Riley kränken zu wollen", grinst er.

Professionelle Metalheads

Sänger Riley darf dafür `Tokkotai (Wind Of Fury)` auf der CD platzieren, der von einer Staffel japanischer Kamikaze-Bomber handelt. "Als Riley vorgeschlagen hat, etwas über die Kampftruppe zu schreiben, war ich sofort inspiriert und habe mit ein paar einfachen Riffs den Grundstein für das Lied gelegt", berichtet Robby. "Alex und ich haben `Tokkotai (Wind Of Fury)` dann mit ein wenig Hilfe von Riley zu dem entwickelt, was man jetzt zu hören bekommt. Das Thema ist wirklich total spannend und makaber, wenn man sich mal vorzustellen versucht, was in dem Kopf eines Piloten vorgehen muss, kurz bevor er in voller Absicht in einen Flugzeugträger einschlägt!" Wenn man Alex und Robby fragt, worauf sie ihren musikalischen Schwerpunkt bei "Zone Of Alienation" gelegt haben, sind sie sich sehr einig. "Wir wollten das erste Album natürlich übertreffen, und dazu mussten wir den Schwerpunkt auf den Gesang legen, um einfach noch professioneller zu klingen. Daher haben wir uns für Rickard Löfgren als Produzenten entschieden."

In der Musikszene ist der mit Gold und Platin veredelte schwedische Produzent die erste Wahl für STEELWING. Auch Enforcer, Vomitory und die Deathstars produzierten schon mit ihm. "Er hat einfach das Live-Gefühl in "Zone Of Alienation" gebracht, das wir haben wollten. Alles, mit Ausnahme des Gesangs, haben wir in einem Take aufgenommen, uns auf das Wesentliche konzentriert, und das kann man wirklich hören", findet Alex. "Die größte Stärke des Produzenten Rikard Löfgren ist die Art, wie er mit Sängern arbeitet. Natürlich legt er auch Wert auf den Rest der Musik, aber die Entwicklung des Gesangs zur Höchstform ist sein Hauptanliegen. Er wollte Rileys Stimme wirklich bis zum Limit pushen und hat mit ihm viel an seiner Stimmfarbe gearbeitet. Er klingt bei allen Stücken fantastisch und liefert jetzt wirklich eine Weltklasse-Performance ab." Robbys Meinung nach hat sich die Band wieder ein Level nach oben katapultiert, was aber nicht nur der guten Plattenproduktion zu verdanken ist, sondern auch dem vielen Touren und ständigen Üben. Auch sind die Tracks sehr viel eingängiger, und das Songwriting ist erwachsener geworden. Man darf ja nicht vergessen, dass es die Band aus Nyköping erst seit 2009 gibt.

On The Road

Der Veröffentlichungstermin von "Zone Of Alienation" ist während der Europa-Tour mit Grand Magus am 6. Januar 2012, auf der STEELWING zusammen mit Vanderbuyst und Skull Fist im Vorprogramm spielen. Man kann das Package jetzt als einen Haufen von Konkurrenten betrachten, die bis auf Grand Magus alle im selben Genre um die Gunst der Fans kämpfen, aber Alex sieht das anders: "Wir wollen doch alle nur für gute Unterhaltung sorgen und nicht untereinander konkurrieren. Da spielt es auch keine Rolle, wer zuerst auf der Bühne rockt. Nach vier Touren, davon eine als Headliner, mit echten Szenegrößen wie Blind Guardian, Sabaton und Alestorm sind wir eine ultra-leistungsfähige Gruppe geworden. Wir sind einfach in diesem Tourpaket gelandet, weil das jetzt unsere Album-Tour wird. Und wir werden genau das machen, was wir am besten können: geil aussehen und Arschtritt-Metal mit fetten Riffs spielen." Etwas bodenständiger sieht das sein Band-Kollege Robby: "Ich glaube, es wird viel Teamgeist auf der Tour geben, weil wir ja doch alle im selben Alter sind und ungefähr den gleichen Musikgeschmack haben. Es ist wirklich ein fantastisches Line-Up, und jeder, der kommt, wird sich noch lange an den Abend erinnern. Aber wir bei STEELWING wissen alle, dass wir 110% geben müssen!"

Irgendwelche Specials hat sich die Band aber nicht für die Tour überlegt. "Die Setlist wird sicher ein wenig ausgedehnter sein als in den letzten Jahren. Aber auf diesen kleinen Club-Bühnen ist gar nicht mehr möglich, als uns den Arsch abzuspielen und dem Publikum eine ordentliche Portion Metal zu servieren." Mit ihnen unterwegs ist Nic Savage, der neue Bassist, der bereits seine ersten Live-Auftritte hinter sich hat und den Alex und Robby für die nächste Heavy Metal-Legende halten. Anfang 2011 verließ Bassist Gustav Skürk die Band und wurde durch Nic Savage ersetzt, nachdem er merkte, dass das permanente Touren nichts für ihn ist. "Wir sind super zufrieden mit dem blonden, tätowierten Irren, er hat sehr viel Charisma und der Band neue Energie gebracht, weil touren und Platten aufnehmen einfach neu für ihn ist."

STEELWINGs Stil wird oft, in Anspielung auf die New Wave of British Heavy Metal, der NWOTHM (New Wave Of Traditional Heavy Metal) zugeordnet. Ihre Einflüsse und Vorbilder sieht die Band bei Gruppen wie Iron Maiden, Judas Priest, Diamond Head, Accept und Savatage. Trotzdem wollen STEELWING die Band des Jahres 2012 sein und nicht eine Band, die 2012 den Stil der 80er kopiert. "Sicher sind wir von der Ära beeinflusst, aber uns kümmert eher die Qualität der Musik und nicht die Periode, aus der sie stammt. Wir sind eine Band aus dem 21.Jahrhundert, die Lieder wie 2097 A.D. schreibt und zeitlosen Metal spielt, der aber eben in den 80ern am populärsten war. Und weil´s damals halt so geil war, adaptieren wir den Sound in unseren Stil." Auf die Frage, ob traditioneller Heavy Metal heutzutage noch eine Chance hat, bringt es Alex für die Band auf den Punkt. "Traditioneller Metal war und wird immer eine feste Größe sein. Aber es wird nie wieder so werden wie in den späten 80ern.

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