LEGACY - The Voice from the Darkside

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Saturday, 28 April 2012 02:00

 

Nefarious

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Kaum zu glauben: Es gibt ein NEFARIOUS-Album. Die Ungarn, die vor acht Jahren mit der „Diabolorum“-EP auf Kunsthall auf sich aufmerksam machten, verschwanden einfach wieder so vom Schirm. Ihr Mastermind Winter beendete sein Engagement bei Sear Bliss, veröffentlichte mit Forest Silence Musik, nur NEFARIOUS kamen irgendwie zu kurz. „Wir haben die vergangenen Jahre ständig Musik gespielt, hatten aber eine Menge anderer Verpflichtungen. NEFARIOUS ist keine Live-Band, also gab es auch keinen Grund, uns zu beeilen. Wir haben auf das richtige Label gewartet und endlich Cold Dimensions gefunden. Für uns war NEFARIOUS deshalb nie tot. Das Line-Up hat sich geändert, und ich arbeite nicht mehr mit dem Mann zusammen, der NEFARIOUS mit mir gegründet hat (Satanis - Anm. d. Verf.). Er lebt jetzt in einer anderen Stadt, spielt in einer anderen Band und ist zu weit weg.“ Eine weitere Veröffentlichung, eine Split mit Horna, kommentiert Winter eine Spur zu schnodderig. „Ich bin ein Bewunderer von Hornas Musik, es war mir deshalb eine große Ehre, zu dieser Split beizutragen. Um ehrlich zu sein: Ich kümmere mich weder um Politik, noch um ihre politischen Überzeugungen. Für mich gibt es deshalb kein Bedauern darüber. NEFARIOUS haben nichts mit Politik zu tun. Für mich sind Horna legendär. Ich respektiere sie als großartige Band.” So konkret sein Statement, so klar Winters Ansage zu „The Universal Wrath“, einem Album im Stil der melodischen 90er, kalt und Keyboard-schwanger wie Limbonic Art. „Es sind nun mal acht Jahre vergangen, und wir wollten uns nicht wiederholen. Unser einziges Anliegen war, eine böse Atmosphäre zu kreieren. Mit Limbonic Art haben wir, finde ich, allerdings nicht viel gemein.“

Den kreativen Prozess teilt sich Winter mit Andras (Sear Bliss). „Die Basis zu allen Songs schreibe ich selbst, allein, meistens mitten in der Nacht. Wir jammen nicht im Proberaum herum. Ich brauche eine spezielle Gefühlslage dazu, diese Atmosphäre zu schaffen. Sobald ich fertig bin, präsentiere ich die Songs Andras, der dazu die Gitarren schreibt. Von da an arbeiten wir gemeinsam, bis alles fertig ist. Ich entscheide mich übrigens immer bewusst, für welche meiner Bands ich einen Song schreibe. Forest Silence und NEFARIOUS sind halt grundverschieden. Andras’ Beitrag ist sehr wichtig für die Band. Sein Einfluss auf dieses Album war sehr groß, er ist sehr präsent mit seinem Spiel und hat einen bestimmten Einfluss auf die Songs. Er ist ein Teil von NEFARIOUS.“ Ein Track steht heraus: das Schlussstück ‚A Mountain Of Crosses’ mit deutlichen 80er-Jahre-Anleihen. „Da stimme ich dir zu, aber was die Einflüsse angeht, bin ich nicht einverstanden. Der Song schien uns das perfekte Ende für „The Universal Wrath“ zu sein, er fasst das ganze Konzept des Albums gut zusammen.“

Zeit für einen Ausblick; zum Beispiel, ob nicht doch irgendwann Live-Auftritte von NEFARIOUS kommen könnten. „Wenn ich mit NEFARIOUS live spielen wollte, könnte ich das tun, es gibt Angebote für Shows. Ich habe aber eine andere Meinung dazu und zur Essenz dieser Musik. Für mich erfordert das eine privatere Umgebung und Atmosphäre. Touren oder Open Airs würden möglicherweise die Bedeutung meiner Songs töten. Ich habe Ideen für Live-Sets, ich könnte mir eine spezielle Show vorstellen, ich glaube aber nicht, dass sie passiert. Im Übrigen haben wir auch Pläne für ein nächstes NEFARIOUS-Album und schon einige Songs geschrieben. Hoffentlich können wir es über Cold Dimensions veröffentlichen, Andis Arbeit und Einstellung zu dunkler Musik ist außergewöhnlich. Was Forest Silence angeht: Die Leute wissen womöglich nicht, dass ich auch daran konstant arbeite. Seit der Veröffentlichung des ersten Albums habe ich diverse Demos gemacht, aber ausschließlich für private Zwecke. Es wird noch ein anderes, privates Release in diesem Jahr geben, ich will aber auch ein neues Album. Die Songs sind fast fertig, wir brauchen nur das richtige Label. Danke für das Interview, ich schätze euren Support. Wir machen vielleicht keine Musik für ein breites Publikum, aber du blickst in den Abgrund. Also spring in die ewigen Tiefen.“

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