Kantigen, feisten Rock spielen die New Yorker SKELETON KEY, und dies ist ihr drittes vollständiges Album seit 1996, das einen dissonanten Sound fährt. Erinnerungen an die Tour-Kollegen Melvins kommen hoch, doch auch mit Noise-Helden wie Shellac und den härteren Ausschlägen im Katalog von Ipecac (dort kam man einstweilen unter) lässt sich die Combo vergleichen. Ihre Songs – allen voran ‚Human Pin Cushion‘ mit seiner einfühlsamen Melodie, das abgrundtief finstere ‚Fear Of Stalling‘ sowie die Schwebebahn ‚Spineless‘ – glänzen allesamt durch spielerischen Einfallsreichtum und cineastisches Flair, was „Gravity Is The Enemy“ zu einer langanhaltenden Zierde im heimischen Player werden lässt. Den Musikern beim Austoben zuzuhören, macht vor allem unterm Kopfhörer Freude, denn SKELETON KEY funktionieren als Einheit. Auf der anderen Seite stehen das knarzende ‚Every Hero‘, das an Tom Waits gemahnende Poltern ‚Museum Glass‘ sowie immer wieder die beeindruckenden Rhythmusspiele, zu welchen die Gruppe alle möglichen Klangerzeuger hinzuzuziehen scheint. (Ben Clapp ist ausdrücklich fürs Bearbeiten des Trash zuständig.) Zeug wie ‚Little Monster‘ und das Klingklang ‚Everybody's Crutch‘ verspricht deshalb ein aufregendes Hörerlebnis, wo Fronter Erik Sanko etwas zu blass singt. Dennoch ist „Gravity Is The Enemy“ ein kräftiges wie feingeistiges Stück Kunstrock geworden, das das seltene Vergnügen in Aussicht stellt, man könne auch in mehreren Jahren noch Freude damit haben. Experimentell und dennoch genießbar – Mike Patton könnte sich etwas abschneiden…
