Auf Solo-Pfaden ist MATT SKIBA früher schon gewandelt, wobei sich diese Ausflüge vom Schaffen seiner Hauptband Alkaline Trio zumeist absetzten, indem sie reduzierter waren und in Richtung Singer/Songwriter gingen. Mit MATT SKIBA AND THE SEKRETS hat der Musiker aus Chicago nun aber ein Projekt gestartet, das vom Stil her nicht weit entfernt positioniert ist. Die Frage nach Sinn oder Unsinn dieses Ansatzes ist durch den Verweis darauf beendet, dass man hier 100 Prozent MATT SKIBA hört und keinen Konsens-Sound, wie er sich im Gefüge von Alkaline Trio einstellt. Zur Umsetzung seiner persönlichen Vision vertraut der Gitarrist und Sänger auf die Unterstützung von AFI-Bassist Hunter Burgan und Schlagzeuger Jarrod Alexander von My Chemical Romance. In der Stärke eines Trios sieht MATT SKIBA demnach die optimale Besetzung, und die Platte gibt ihm Recht. „Babylon“ entwickelt sich intim, aufrichtig und sehr eingängig – mehr oder minder so, wie man es erwartet. Der traurig-emotionale Punk Rock von Alkaline Trio verbindet sich mit etwas stärker gewichteten Wave-Flächen. Eine deutliche Abgrenzung zu den Songs der Hauptband gibt es nicht; diesen Stil hat der Musiker aus Chicago ja auch tief verinnerlicht. Die Debüt-Platte von MATT SKIBA AND THE SEKRETS bietet zehn schaurig-schöne Hymnen, die Gänsehaut garantieren und zwanglos ins Ohr gehen, dabei aber auch eine enorme Nachhaltigkeit mitbringen. Die Stimme des Frontmanns und Projektkopfes ist markant, charismatisch und führt durch das Album. „Babylon“ ist eine Platte für alle Hörer, die Alkaline Trio und sonstige schaurige Punk Rock-Bands mit subtiler Pop-Kante schätzen.
