Wen oder was ZEBRA AND SNAKE heilen wollen, bleibt im Verborgenen. Aber man kann Vermutungen anstellen. Das Titelstück des Albums steht ganz am Ende des Werks. Und es ist dunkler, rauer, kraftvoller und sehr viel elektronischer als alle Stücke vorher. Ist das die Nachricht? Pop mit elektronischen Verschmutzungen heilen? Wenn man sich zu Beginn ‚Money In Heaven‘ mit piepsigen Keyboards, an Erasure erinnerndem Begleitgesang und Mitklatschrhythmus im Vergleich anhört, ist das schon eine sehr erfolgreiche Therapie. Denn viele Stücke sind leider ziemlich unauffällig mit ihren netten Melodie und den für kommerzielle elektronische Pop-Musik typischen Instrumentierungen. Da fällt ‚Empty Love Song‘ mit seiner etwas kühleren und monotoneren Herangehensweise schon positiv auf. Und ‚Foolish Heart‘ hat durch seine Retro-Sounds den Charme der 80er. Irgendwie seltsam ist ‚The Bride‘, das mit fast schon aggressivem Pathos aufwartet, fast, als wollte man mit einem Pop-Instrumentarium eine Heavy Metal-Hymne nachbasteln. Wirklich im Ohr bleibt aber leider nur das Titelstück, das verrät, wie gut das Album hätte sein können, wenn die Band die Stücke aus einem anderen Winkel umgesetzt hätte. Das hätte an die frühen Human League erinnern können. Das Handwerkszeug wäre vorhanden. Vielleicht überrascht uns die Band ja in der Zukunft, hier und heute bleibt nicht viel mehr als gut klingender, aber unauffälliger elektronischer Pop.
