LEGACY - The Voice from the Darkside

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Saturday, 28 April 2012 02:00

 

JIM RIVERS „Airport Vultures“

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Additional Info


Bewertung: 11


Label: Intec Digital
Band-Website: Band-Webseite
erschienen in Ausgabe Nr.: 078
JIM RIVERS „Airport Vultures“

Hell erleuchtete Industrieanlagen vor nächtlichem Horizont, vorbeischwirrende Neonlaternen und zu einer langgezogenen weißen Linie dekonstruierter Mittelstreifen: Im deutschen Spielfilm „Ein Freund von mir“ mit Daniel Brühl und Jürgen Vogel benutzte der Regisseur Sebastian Schipper 2006 den beleuchteten Autobahnabschnitt der A555 zwischen Köln und Bonn, um schnelle nächtliche Autofahrten mit skurrilem Hintergrund zu versehen. Dazu kann als Filmmusik nur so etwas Reduziertes wie die Gitarren-Tracks des Songwriters Gravenhurst oder moderner Techno taugen. Genau der richtige Soundtrack zu diesen Szenen hätte auch das jetzt erschienene Album „Airport Vultures“ von JIM RIVERS sein können. Und da zeigt sich schon die Qualität dieser Neuerscheinung: „Airport Vultures“ ist mit dem Stempel Deep House und Techno versehen, ist aber weit mehr. Natürlich ist der britische DJ und Produzent auch auf seiner aktuellen Scheibe vor allem DJ, der die Erwartung erfüllt, tanzbare Beats mit chilligen Grooves zu verbinden, was ihm selbstverständlich auch gelingt: „Airport Vultures“ klingt überwiegend wie live gemixt und enthält zuweilen sogar behutsam eingefügte Scratches. Aber irgendwie hat das Album auch Konzept und mehr zu bieten. Zum Beispiel diverse interessante Sound-Experimente, die an manchen Stellen nervig sein können (etwa im Track ‚Tangent‘), an anderen Stellen aber durchaus auch innovativ. Besonders auffällig sind aber die Beats, die nicht einfach nur von vorn bis hinten durchwummern sondern interessante Einstiege und Wendungen nehmen. Wüsste man nicht, dass Rivers Brite ist, man könnte ihn für einen Amerikaner mit indianischen Wurzeln halten, so sehr erinnern einige rhythmische Ansätze hieran. Natürlich bleibt „Airport Vultures“ trotzdem ein Soundtrack für die großstädtische Nacht im 21. Jahrhundert und dazu passen ja auch die Titel wie etwa ‚We Can Do This All Night‘ oder ‚Sleepless In Detroit‘, nicht ohne irgendwie auch selbstironisch zu klingen, zwischen Dechiffrierung und Dekonstruktion und damit mehr als nur Club-Untermalung und Tanzflächen(zwecker)füller. Manche Menschen sollen ja angeblich Pillen benötigen, um die Nacht komplett zum Tag machen zu können, anderen reicht die Musik eines JIM RIVERS.

 

 

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