Ohne die Beteiligung von Hansdampf Philip Swanson wäre Multiinstrumentalist Chad Davis wohl nie zu höheren Label-Weihen gekommen, was angesichts der bestechenden Musik von HOUR OF 13 einer Schande gleichkäme. Der Doom auf „333“ ist wie auf dem Debüt beziehungsweise den zwischendurch veröffentlichten Kleinformaten von ähnlich mäandernder Natur wie bei Memory Driven oder Seamount (auch mit Swanson), wenngleich weniger progressiv. ‚Deny The Cross‘ vollzieht in puncto Geschwindigkeit dennoch zahlreiche Wandlungen und endet letztlich als speediger Fast-NWOBHM-Tribut. Das Hook vernimmt man in allen Songs relativ spät, was die Spannung aufrechterhält, wo Davis mitunter zu basisch Schlagzeug spielt. Seine Riffs sind umso detailverliebter – ‚The Burning‘ besitzt harmonisch etwas von Saint Vitus – und im Vergleich zu „The Ritualist“ durchweg treffsicherer. Das simple Drumming sowie Swansons gelinde gesagt beschränkter Tonumfang (ein typischer Charisma-Sänger) sorgen andererseits für eine hypnotische Atmosphäre, die nicht besser zu dieser Musik passen könnte. In ‚Rite Of Samhain‘ überrascht der Fronter mit gedoppelten Stimmen, wobei sein klagender Tonfall unverkennbar bleibt. ‚Spiral Vacuum‘ ragt als finsterster Track heraus, teilweise mit cleanen Gitarren und dem Titel gemäßer Schlechtwetterstimmung. Die Chöre zum Ende hin greifen das gespenstische Flair früher Manilla Road auf, aber die Atmosphäre ist insgesamt viel dichter. Virtuoser wird es wieder mit ‚Who's To Blame‘, das rhythmisch eher zur stampfenden Kategorie gehört, und ‚Sea Of Trees‘ verweist besonders deutlich auf Revelation. ‚7 Lucky Bones‘ steht ganz am Ende, wurde aber bereits als Teaser verwendet, und erweist sich tatsächlich als Ohrwurm einer der besten stiltreuen Doom-Scheiben zur Zeit – und an Highlights fehlt es momentan wahrlich nicht.
