LEGACY - The Voice from the Darkside

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Wednesday, 29 June 2011 02:00

 

V.A. “VOICES OF DEATH - PART IV”

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Bewertung: -


Label: VOD
Band-Website: Band-Webseite
erschienen in Ausgabe Nr.: 073
V.A. “VOICES OF DEATH - PART IV”

Nichts ist für die Ewigkeit – schon gar kein kleines Spartenlabel. Das gilt auch für die Stimmen des Todes aus dem schwedischen Alingsäs, die sich mit dem vierten Teil ihrer Compilation aufs Sterbebett verzogen, um noch einige Jahre als Karteileiche des World Wide Web vor sich hin zu modern. Die Seite wwww.vodrecords.se existiert immer noch und bietet auf Schwedisch vor allem das Bedrucken von T-Shirts an. Verweise auf die eigenen CDs fehlen gänzlich, aber vielleicht kann man das eine oder andere Stück noch direkt ordern – wobei die Preise vor einigen Jahren gesalzen waren. Egal, wenden wir uns dem finalen Teil der hauseigenen Sampler-Reihe zu. Im Oktober 2011 wurden die 17 Tracks im Studio Mega gemastert, 16 Beiträge sind von einheimischen Bands. Darum mögen die Spiele einmal mehr mit den Außenseitern beginnen: GUTTED REMAINS aus Südafrika. ‚Seed’ stammt nicht vom einzigen Album der Johannesburger, dem 1998er-„The Judas Goat“. Die Aufnahmequalität: mager. Dito das Songwriting. Ein seltsames Intro zwischen Rede und Singsang, danach ein semi-melodischer Death Metal-Mix ohne Tempo oder herausragende Riffs. Die Stimme nervt auch in den nicht verzerrten Momenten, das Akustik-Break rettet den grundsätzlich faden Track ebenso wenig wie das Solo. Von nun also chronologisch: Die eröffnenden ARISE, damals schon bei Spinefarm unter Vertrag, gehören zu den wenigen halbwegs bekannten Bands der Zusammenstellung. ‚Cellbound’ bewegt sich zwischen In Flames (Melodien) und At The Gates (Gekeife), bringt es trotz der Spielzeit von unter drei Minuten auf einige Breaks und endet schließlich in einem zähen thrashigen Part. Der Track ist sowohl vom „Abducted Intelligence“-Demo wie auch dem Debütalbum „The Godly Work Of Art“ geläufig. NIGHTSPIRIT waren da schon tieferer Underground, das rasante, dennoch melodische Black Metal-Piece ´Twilight Enchanter` entstand nach dem „Death Be Thy Name“-Demo von 1999. Packender, wenn auch Sound-technisch verwaschener klingen DARK ARMORIAL. Das Quintett weiß mit seinen Twin-Gitarren umzugehen, wobei die Melodieführung auch hier an frühe In Flames erinnert, das Riffing eher Heavy- den Death Metal ist. Mit ‚The Mirrormaze’ steuerten sie den Titeltrack ihres einzigen Demos bei. Das Songwriting ist nicht revolutionär, der rauchige 70er-Prog-Keyboardsolo-Part allerdings überrascht. Schade, dass hier das Durchhaltevermögen fehlte. Vielleicht erbarmt sich ja ein Mini-Label, „The Mirrormaze“ mit den übrigen Songs (u.a. dem At The Gates-Cover ‚Need’) neu zu veröffentlichen. Bedeutend böser geht es bei ZAVORASHA zur Sache, dafür bürgt schon die Necromorbus-Produktion von Tore. Der Song war beim Mastering der Compilation schon drei Jahre alt, bietet aber auch heute noch zeitlosen Black Metal zwischen Raserei und Midtempo, mit einer kaum vernehmbaren Grummelstimme. Nachdem die Stockholmer auf “Voices Of Death – Part II“ noch einen exklusiven Song spendierten, lieferten sie mit dem ausgefadeten ‚In Odium Veritas’ für „Part IV“ einen Track des gleichnamigen zweiten Tapes ab. CHASTISEMENT thrashen danach mit leichter Death-Tendenz im dennoch halbwegs melodischen Gesang durch ‚Time Zone Zero’. Nicht scheiße, nicht gut – jedenfalls viel zu lascher Sound. Das Debütalbum „Alleviation Of Pain“, welches den Song ebenfalls enthält, sollte dann auch keinen Staub aufwirbeln. 9TH PLAGUE brachten es im letzten Jahrzehnt immerhin zu drei Demos, einer Split und 2007 gar zu einem Album. ‚Demonic Conjuration’ ist auf keiner dieser Veröffentlichungen zu finden und scheinbar die erste gemeinsame Aufnahme. Was man durchaus hört: Die Übergänge fließen nicht so, der Sound ist drucklos, und man konnte sich nicht zwischen Old School Death Metal und modernerer Brutalo-Schule entscheiden. SIN OF DISMAY gehen deutlich handzahmer vor, nutzen klassische Heavy-Riffs und -Harmonien, die sie einmal mehr mit brutalem Gesang verbinden. Ein alter Hut. Nett, aber nicht sonderlich aufregend inszeniert. Zwischen 1997 und 2005 brachten die Herrschaften einen Haufen CD-R-Demos raus, ohne dass ein Label anbiss. Kein Wunder – die einschlägigen Göteborg-Bands waren technisch und in kreativer Hinsicht einfach überlegen. ‚Rise Beyond The Grave' stammt von keinem der beiden SOULS OF EMPTINESS-Demos und zeugt von einen hoffnungslosen Fall. Öder, kraftloser und klanglich mieser Thrash mit schrecklichem Gesang. CONFORMATORY thrashen ebenfalls, neigen statt zu Valium eher zum Chaos – haben aber wenigstens Feuer unterm Arsch. Der schrille Gesang tendiert auch hier Richtung Tompa, ist aber wesentlich variationsärmer. Dafür taugen die Ausflüge ins mittelharte Melo-Death-Terrain. Bei ‚The Promised Land Defiled’ handelt es sich um den Opener des zweiten und letzten Demos „At The Banquet Of Lost Souls“. Bei BLOTSERAPH deuten das Schnörkel-Logo und der Bandname auf Black Metal hin. Musikalisch trifft das zu, der Wechselgesang passt aber eher zu Grindcore und Slam-Death Metal. Eine ebenso seltsame wie unausgereifte Paarung, zu der sich schrägerweise noch sludgig schiefe Zerrgitarren gesellen. Hinfort... ENCHAINED sorgen für Tapetenwechsel, und zwar mit furztrockenen Riffing und einem Dimebag-Part für Gitarrenanfänger. Das Quartett spielt einen Bastard aus Pantera, metallischem Hardcore-Minimalismus und im Chorus ganz fies leierndem Gesang. Es hilft ja nichts: Bislang ist Part IV der mit Abstand schlechteste der Serie und alles andere als ein ruhmreiches Ende. Da sorgen WITHERED BEAUTY, die nur für ein gutes Album bei Nuclear Blast bleiben durften, für einen Qualitätssprung. ‚The Fairest One’ ist ein offensichtlich älterer, bis dato unveröffentlichter Demo-Song, der zu Beginn die Eigenheit der Band hervorhebt: Chorgesang, wie er im Death Metal sehr unüblich ist. Die Song-Struktur wirkt unausgegoren, sehr cool sind allerdings die damals noch nicht so verbreiteten Nile-artigen Beschwörungen im Doom-Format. Bei DEMONS OF DIRT deutet der Name schon wieder Schlimmes an, dabei brachten es die Dämonen sogar auf ein Album bei Hammerheart. Das The-Haunted-Rip-Off ‚In Dreams’ befindet sich sowohl auf jenem recht unbeachteten 2002er-Werk „Killer Engine“ als auch auf der Vorabsingle “Demonblues“. Drei Jünglinge und eine Dame – was mag einen bei MORIA erwarten? Ein schlimmer Sonic Syndicate-Vorläufer oder eine Trällerelsen-Orgie? Weder noch. Vicky spielt Bass und singt bzw. haucht nur ganz kurz gegen Song-Ende. ‚Nedsat I Jord’ orientiert sich am epischen Black Metal – wofür ein etwas differenzierterer Sound hilfreich wäre. Die Band hat zwischen 2000 und 2002 fünf Demos aufgenommen, besagtes Stück stammt vom ersten („Nocte“) – was durchaus neugierig auf das letzte macht. Mit SPAWN OF POSSESSION meldet sich eine heute recht bekannte Band zu Wort. ‚Dirty Priest’ klingt aber sehr, sehr gekreuzigt und wirr. Die Jungs, bei denen heute u.a. Christian Münzner von Obscura spielt, dürften nunmehr darüber schmunzeln – wobei das kurze harmonische Auflodern im Solo schon etwas von ihrer heutigen Klasse zeigt. Bleiben nur noch ABANDONED, die mit einem Auszug ihres zweiten Demos (‚Enviroment In Transcendency’) auch kaum punkten. Melo-Death Metal ohne mitreißenden Song-Aufbau, ans Herz gehende Gitarrenläufe und charismatischen Gesang braucht eben niemand. Es bleibt also bei dem Zwischenfazit: „Voices Of Death – Part IV“ war leider kein ruhmreiches letztes Aufbäumen, und insofern mag man fast beruhigt sein, dass der im Booklet angekündigte fünfte Teil nie realisiert wurde. Das ebenfalls angekündigte Debüt der schwedischen Butchery blieb seither ebenso aus. Wer allerdings die ersten drei Teile gesammelt hat, sollte auch nach diesem hier Ausschau halten – einige Perlen und Raritäten gibt es schließlich auch unter den 17 Songs zu finden.

 

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