206 sind etwas Besonderes. Das spürt man sofort, wenn ihr Debüt-Longplayer mit dem Stück ‚Keine Sonne, keine Cola‘ startet. Das Trio aus Halle an der Saale spielt seit drei Jahren zusammen und blickt auf Support-Gigs für Turbostaat und Abwärts bis hin zur The (International) Noise Conspiracy zurück. Diese Gruppen taugen gut, das Feld zu umreißen, das 206 besetzen. Da ist einerseits die roh-direkte Punk-Schlagseite ihres Sounds, dann kratzige Indie-Rockigkeit und auch eine subtil-melodische, schroffe Hittigkeit, die wenigstens gelegentlich das Zepter übernimmt. „Republik der Heiserkeit“ wird jederzeit direkt und vergleichsweise minimalistisch vorangetrieben, kommt dabei jederzeit auf den Punkt und weist Spannung auf. Die Texte pendeln zwischen kritischem Gesellschaftsprotest und einem reflektierten Blick ins Persönliche. Bissigkeit und Sarkasmus ziehen sich als roter Faden durch die Lyrics. Und musikalisch sieht es nicht viel anders aus. 206 deuten an, verändern und erschaffen einen eigenen Rock-Cocktail, der in seinen Bann zieht. Es ist die Gegensätzlichkeit von reduzierter Unterkühltheit und emotionalen Eruptionen, die „Republik der Heiserkeit“ so spannend macht. Die drei Hallenser haben mit Tobias Levin (u.a. Tocotronic und Schrottgrenze) produziert, der ihrem Debüt einen eigenwilligen Sound verpasst hat, der von Beginn an aufhorchen lässt. Zwischen NDW-Verweisen, ungestümem Punk und rockiger Lässigkeit finden 206 zu einem hörenswerten Band-Sound.
