Die Musik von GIN DEVO dürften viele Freunde der Electronic kennen, ist er doch die treibende Kraft hinter den kultigen Belgiern Vomito Negro. Wer sich bei „Surface“ allerdings auf wuchtige EBM-Beats freut, ist schief gewickelt. Als Solo-Musiker widmet sich DEVO dem elektronischen Ambient. Wir bekommen ruhige, sich langsam verändernde Tracks zu hören, die Ende der 80er Jahre entstanden sind, funktionale Musik, die als Endlosschleife im Hintergrund einer Kunstaustellung zum Einsatz kam. Dementsprechend unaufdringlich sind die Stücke. Anfangs lauscht man nur langsam oszillierenden Flächen, durch die räsonierende Filter fahren. Erst am Ende, bei ‚Jackal‘, kommt ein wenig Rhythmus hinzu, was fast ethno-mäßige Stimmung aufkommen lässt. Beeindrucken kann die Musik eigentlich nur als Zeitdokument; wenn man heute unvoreingenommen zuhört, merkt man doch deutlich das Alter der Stücke. Ambient ist heute komplexer, die Sounds sind aufregender, tiefer. Vor über 20 Jahren galt das vielleicht auch für „Surface“, heute wirkt das etwas verstaubt. Erst, wenn man sich vorstellt, wie die Musik wohl gewirkt haben muss, als sie in alten Fabrikhallen und U-Bahn-Schächten zur Kunstausstellung erklang, entwickelt sich eine wirkliche Faszination. Eine wichtige Randbemerkung für Sammler ist die Limitierung auf 500 Stück.
