Nachdem Ben, Gitarrist und Sänger von SONIC REIGN, im Interview in der Print-Ausgabe schon einiges zum Schaffensprozess von „Monument In Black“ verraten hat und wir uns durch die in den Texten steckende Kritik an uns allen gearbeitet haben, plaudern wir noch über einige andere Neuigkeiten...
In musikalischer Hinsicht fällt auf, dass SONIC REIGN heuer etwas mehr Ohrenmerk auf melodische Leads legen oder mal eine hervorstechende Solo-Einlage einbauen, ohne die Kälte des Debüts zu verlieren. „Diesmal hatte ich einfach Lust auf ein paar Soli und Leads. Also machten wir das, ohne groß darüber nachzudenken. Die Melodien haben wir aber immer songdienlich eingesetzt und nicht um ihrer selbst willen. Insofern drängen sie sich nicht so auf wie bei manch anderer Band und weichen dementsprechend die Musik nicht auf. Jedenfalls nicht in unseren Augen.“ Nach einigen mehr treibenden Stücken präsentiert sich das Titelstück über weite Strecken schleppend, doch nicht minder intensiv, wobei die Musik dem Text auf den Leib geschneidert scheint. Die Zeile „flatliner between the worlds“ ist eher langsam vertont, um das Tempo bei „a pounding heart“ anzuziehen und mit fast epischen Leads zu verzieren. Die Wahrheit sieht indes anders aus, wie Ben erklärt. „Der Text ist von Azathoth, und wir bekamen ihn erst zu sehen, nachdem der Song fertig geschrieben war. Mir ist auch gleich aufgefallen, dass Musik und Text unglaublich gut zusammenpassen, obwohl sie nie füreinander gedacht waren. Ich musste nur kleinere Änderungen machen, habe noch den Refrain-Text geschrieben, und fertig war dieses Monster.“
Abgesehen davon, dass Azathoth bereits fleißig für „Monument In Black“ getextet hat, wird er beim nächsten Release bei SONIC REIGN als Sänger einsteigen. Auf die Frage, was zu dieser Entscheidung führte, und ob er als Sänger nach wie vor wohl fühlt, zumal er ja auch einige Gastbeiträge bei Stellar Master Elite ablieferte, oder ob er sich zukünftig mehr auf das Saitenspiel konzentrieren möchte, entgegnet Ben, dass sie eben eine Veränderung wollen. „Die Zusammenarbeit ist erstmal auf das nächste Release beschränkt, und ein paar Vocals werde ich sicherlich auch beisteuern. Wir haben einfach das Gefühl, es wird Spaß machen, und es bringt uns hoffentlich auch als Musiker weiter. Ich singe gern, und nach allem, was ich höre, kommt unser Gesang gut bei den Hörern an. Es geht hier also wirklich nur um ein Experiment und nicht darum, dass uns der bisherige Gesangsstil nicht mehr gefällt.“ Mit 'Soul Flagellation' endet „Monument In Black“ mit einem richtigen Brecher, der gut das derzeitige Schaffen von SONIC REIGN zusammenfasst, wobei an Altes angeknüpft und Neues eingebracht wird. „Wie erwähnt, sind die ersten beiden Riffs des Songs schon sehr alt, und es war der Song, an dem wir im Studio noch bis zur letzten Minute gewerkelt haben. An 'Soul Flagellation' haben wir also sehr lange gearbeitet, und ich freue mich, dass daraus so etwas in meinen Augen Großes entstanden ist. Der Song sollte ans Ende der CD, da er ein Fingerzeig auf unser weiteres Schaffen ist. Der Text ist von Azathoth, und ich habe bei den Vocals versucht, ein bisschen in seinem Stil zu singen. Es ist also ein Bindeglied zum nächsten Release, bei dem er den Gesang übernehmen wird. Generell haben wir bei der Song-Reihenfolge darauf geachtet, dass das Album zur Mitte hin etwas langsamer wird und dann wieder langsam das Tempo hochschraubt.“
Das Artwork zu „Monument In Black“ hat Ben als Grafikdesigner selbst übernommen und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Jedem Track liegt eine passend zum Inhalt gestaltete Seite zugrunde, wodurch Musik, Texte und Design zu einer Einheit, einem Gesamtkunstwerk werden. In Zeiten der Downloads sicherlich auch ein lohnender Anreiz, das hochwertige Digipack zu kaufen, statt sich das Album einfach runterzuladen. „An die Verkäufe habe ich dabei nicht gedacht. Mir ist es als Grafikdesigner wichtig, die Inhalte eines Albums zu visualisieren, und ich finde es selbst immer langweilig, wenn man außer dem Cover kaum Bilder in einem Artwork findet. Für mich hat alles Hand in Hand zu gehen, um dem Hörer die Möglichkeit zu geben, möglichst tief in das Album vorzudringen. Wem das nicht wichtig ist, der soll das Album halt downloaden. Mir wäre das zu wenig.“
Nachdem „Raw Dark Pure“ noch mal über Metal Blade veröffentlicht wurde, schien es eigentlich vorgezeichnet, dass auch der Nachfolger über dieses Label kommt, zumal diese damals von SONIC REIGN als der Band sprachen, auf die sie gewartet hatten. So verwundert es, dass die Geschichte eine andere Wendung nahm. „Für uns sah es auch so aus, und von Seiten Metal Blade klang alles danach, dass sie „Monument In Black“ veröffentlichen würden. Dann kam die Finanzkrise, und letztendlich waren es finanzielle Aspekte, die dazu geführt haben, dass wir gekickt wurden. Ist echt sehr schade, weil es ein tolles Label mit sehr kompetenten und coolen Mitarbeitern ist. Aber absolut nachvollziehbar. Da hängen Jobs dran, also muss die Kohle auch passen. Insofern ist das zwar traurig, aber es gab nie böses Blut, und wir wünschen ihnen alles Gute. Support bekommen wir von einigen der Metal-Blader übrigens immer noch.“ Mit Apostasy Records haben sich SONIC REIGN nun für ein kleineres Label entschieden, und Ben sieht absolut keinen Grund zur Klage. „Tomasz hängt sich sehr rein, und das, obwohl er das Label nicht hauptberuflich macht. Das wissen wir sehr zu schätzen, und wir sind froh, bei ihm unter Vertrag zu sein. Apostasy hatten auch das einzige seriöse und vernünftige Angebot gemacht, so stand kein anderes Label zur Debatte. Die Zusammenarbeit ist sehr gut, und wir können dieses Jahr eventuell noch mit etwas ganz Speziellem aufwarten. Das werden wir dann auf unserer Facebook-Seite rechtzeitig ankündigen.“
Zu guter Letzt wagen wir noch einen kurzen Blick in die Zukunft, ob SONIC REIGN schon fleißig an neuem Material arbeiten, ob dies wieder über Apostasy veröffentlicht wird und was sonst noch so anstehen mag. „Bisher haben wir noch keine neuen Songs geschrieben. Ein paar Riffs von „Monument In Black“ sind noch übrig, und ein paar neue Riffs habe ich auch schon im Kopf. Jetzt bringen wir erstmal die Promo für „Monument In Black“ über die Bühne, und dann geht es langsam wieder los. Von uns erwartet ja sicher niemand mehr schnelle Arbeit, hehe. Der Deal war jetzt erstmal nur auf das eine Album beschränkt. Wenn uns Tomasz für das nächste Release wieder unter Vertrag haben möchte, gibt es von unserer Seite aus keinen Grund, woanders hin zu gehen.“ Dem ist nun nichts mehr hinzuzufügen.
MORIBUND OBLIVION legen mit „Manevi“ ihren fünftes Album vor. Warum sie sich ohne Corpsepaint, mit neuem Logo und dem Zusatz „Turkish Black Metal“ präsentieren, wurde bereits abgeklopft. Nach einem kurzen Exkurs über die Rückkehr zu türkischen Texten sprachen wir über die Zusammenarbeit mit dem Label Block Action, deren Vertrag nur über ein Album lief, und dass MORIBUND OBLIVION nun mit einem noch ambitionierteren Album ihre Attacke auf Europa fortführen müssen.
Während fleißig am neuen Album gearbeitet wurde, „hatten wir viele Gigs, ruhten uns niemals aus, sondern waren die ganze Zeit am Ackern. Während das Album fertiggestellt wurde, unterschrieben wir einen Vertrag mit Dott Records, die eine Partnerschaft mit Sony Music haben, so dass wir uns freuen, dass sie Interesse an uns haben.“ Der Kontakt kam ganz banal über E-Mails zustande. „Wir sahen uns einige Labels an, denn nach unseren Alben „Time To Face“ und besonders „K.I.N. Killer Is Nowhere“ erhielten wir etliche Angebote von europäischen Labels. Dott Music waren dann relevant für uns, und wir sind froh, dass sie uns schätzen. Freundlichkeit ist uns sehr wichtig, und natürlich war es auch vom strategischen Standpunkt bedeutend für uns, dass sie mit Sony Music zusammenarbeiten. Wir sind sehr glücklich mit dieser Kooperation, und wenn es weiterhin keine Probleme gibt, arbeiten wir auch beim nächsten Album gern mit ihnen zusammen.“ Vor vier Jahren gab Bahadir zu Protokoll, das er das nächste Album gern in einem deutschen Studio aufnehmen würde, doch „Manevi“ wurde wieder in Ankara aufgenommen. Vielleicht ist dieser Wunsch nur auf das nächste Album verschoben, und er hat bereits ein Wunschstudio im Blick. „Generell nehmen wir unsere Songs im 'Midasın Kulaklığı' in Ankara auf. Die Arbeit in diesem Studio ist sehr zufriedenstellend, aber natürlich könnten wir das nächste Album ebenso in Deutschland oder einem anderen Land aufnehmen. Wichtig ist, dass wir mit Leuten zusammenarbeiten, die genau verstehen, was wir wollen. Wenn es dort fähige und hart arbeitende Leute gibt, ist es unerheblich, wo man aufnimmt.“
Bei „Manevi“ gab es in der Hinsicht keine Verständigungsprobleme, denn Bahadir findet nichts, woran er etwas auszusetzen hätte. Vergleicht man das Album mit dem vorangegangenen Werk, klingen die ohnehin schon abwechslungsreichen Songstrukturen organischer und besser arrangiert, und besonders an den symphonischen Arrangements scheinen MORIBUND OBLIVION gefeilt zu haben. Darüber hinaus fügen sich die Vocals harmonischer in den Gesamtsound ein. „K.I.N. Killer Is Nowhere“ war ein erfolgreiches Album, aber jetzt mussten wir noch einen draufsetzen. Die Songs auf „K.I.N. Killer Is Nowhere“ waren einander teilweise ähnlich, und auch wenn wir melancholische und depressive Elemente verwendeten, war es doch ein schnelles Album. „Manevi“ ist insgesamt gesehen aggressiv, aber wie du schon sagst, finden sich in jedem Track Andeutungen vieler Spielarten des Metal. MORIBUND OBLIVION ist eine Black Metal-Band, und unser Kampf ist Black Metal, aber im Grunde, als Musiker, haben wir verschiedene Musikstile. Wir haben versucht, ein Album umzusetzen, das die meisten Metal-Fans hören und mögen werden. Man kann sagen, wir haben das Ganze modernisiert, und anstelle von 'heavier' zu sprechen, bevorzuge ich die Umschreibung, dass wir den Versuch unternommen haben, passendere Elemente einzufangen und mit symphonischen Strukturen, Stimmeinsätzen und allen Arrangements entsprechend zu verbinden.“
Und dafür bedient sich Bahadir komplett neuer Mitstreiter, den seit „K.I.N. Killer Is Nowhere“ ist da sozusagen kein Stein auf dem anderen geblieben. Wir betreiben Ursachenforschung. „Es geht nicht um die Besetzung. Sie ist nur ein kleines Element in der Erschaffung des Ganzen. MORIBUND OBLIVION als Name ist der wichtigste Punkt. So lange die Band lebt, spielen die Namen der Mitglieder keine Rolle. Wer sein Gewicht nicht stemmen kann oder undiszipliniert ist, kann nicht in einer ernsten Entwicklung begriffen sein. Die Kunst erfordert Ernsthaftigkeit und Disziplin. Unser Bassist Onur Burgaz, der auf „K.I.N. Killer Is Nowhere“ spielte, hat geheiratet und lebt nun in Hamburg. Daher mussten wir uns treffen. Was die anderen Mitglieder betrifft, so verdienten sie es nicht, ein Teil dieser Band zu sein. Also stellte ich ein Team aus professionelleren Mitgliedern zusammen.“ Harte Worte, denn was MORIBUND OBLIVION vor einigen Jahren in einem Berliner Club vor einer Handvoll Leute rissen, konnte sich sehen und hören lassen. Und der nächste Termin in Berlin ist auch schon angesetzt. Am 28. September steigt im K17 das „I. Turkish Metal Battle Festival”. Auch sie freuen sich sicherlich, ein Teil eines rein türkischen Metal-Abends (okay, eine Band aus Dubai hat sich eingeschlichen) zu sein, gerade in einer Stadt wie Berlin, wo viele Türken/Deutschtürken leben. Eine der Bands, Devil Inside, ist gar in Berlin ansässig. „Ja, ich erinnere mich an das Berliner Konzert. Es war eine sehr freundliche Atmosphäre, und wir hatten viel Spaß. Es freut mich, dass dir die Show gefallen hat. Das türkische Metal-Festival im September ist ein sehr wichtiges Ereignis, das von den beiden in Deutschland lebenden Türken Erol Yıldız und Serkan Deniz (Ocean Productions), Triple Six Concerts und Banplus Productions, meiner Firma, organisiert wird. Es ist das erste türkische Metal-Festival im Ausland und hat somit große Bedeutung und kommt einer Mission gleich. Ich denke, es wird ein sehr gutes Festival. Die Band aus Dubai ist eine türkische Band, denn sie hat türkische Mitglieder. Es wäre doch eine seltsame Sache, eine fremde Band auf einem türkischen Metal-Festival spielen zu lassen. Im Dezember werden wir dann beim Satans Convention Festival spielen. Weitere Gigs werden noch angekündigt.“
Ebenfalls bald angekündigt werden soll eine Europatour, denn „natürlich haben wir wie immer internationale Pläne. Wir werden in vielen Ländern und auf einigen wichtigen Festivals spielen, sowie auch weitere lokale Auftritte bis zum Ende des Jahre absolvieren. Und vielleicht planen wir für Ende 2013 oder Anfang 2014 eine Tour in Südamerika. Wir arbeiten mit Storm Blaze Entertainment zusammen, die eine gute Tour für uns organisieren.“ Und an dieser Stelle verabschiedet sich Bahadir mit vielen Grüßen an alle MORIBUND OBLIVION-Fans und die Leser des Legacy. „We really love your magazine, thanks and good luck to you!” Das hört man doch gern.
Mit Jean-Jérôme, Gitarrist von REGARDE LES HOMMES TOMBER, die jüngst ihr gleichnamiges Debütalbum über Ladlo Productions veröffentlichten, sind wir nach einer kurzen Abhandlung über die bisherige Bandgeschichte und die musikalischen Einflüsse bei der Frage stehen geblieben, um wen sich bei den im Bandnamen und Albumtitel enthaltenen Menschen handelt. Es geht um die Menschheit im Allgemeinen, ihr Versagen auf der Suche nach dem Absoluten, aber auch den Menschen als Gegenspieler des Göttlichen.
„Der Mensch will größer als das Göttliche sein, größer als er ist, und er versagt stetig auf dieser Suche nach dem Absoluten, da sein sinnloser Zustand als Sterblicher unfähig ist, auch nur einen winzigen Teil dieser Unermesslichkeit zu verstehen. Es ist ein hoffnungsloser Kampf mit einer unausweichlichen Konklusion. Der Mensch wird immer in seinen niederen Instinkten, seinen Begierden und seinem Egoismus gefangen sein. Das menschliche Wesen, beginnend vom Willen, ein besser Mensch zu werden, wird seine Suche nach dem Absoluten immer in ein Mittel der Unterdrückung verwandeln, um seine Umgebung und andere Menschen zu kontrollieren.“ In 'II Wanderer Of Eternity' geht es offensichtlich um Brudermord, so dass die Referenz zu Kain und Abel nicht weit hergeholt zu sein scheint, was auch wieder im größeren Rahmen gesehen werden kann. „Richtig, wir haben uns entschieden, Themen der Bibel zu erforschen, um die heutige Welt zu beschreiben. Die Bibel und das Alte Testament sind voller zeitloser Geschichten, die das Böse, das auf den Menschen herabblickt, ebenso perfekt illustrieren wie dessen permanentes Bestreben, das Göttliche zu überflügeln, nach Macht zu streben und den daraus resultierenden wiederkehrenden Fall. 'Wanderer Of Eternity' behandelt den Betrug und den Brudermord auf der Suche nach Macht und die göttliche Strafe als Ergebnis. Es ist eine Allegorie, aber wir können viele derartige Beispiele in unseren gegenwärtigen Gesellschaften finden.“ Ein anderes Beispiel - diesmal vielleicht für eine Schafmentalität, denkt man an die Zeilen „you fool creatures, you tools made of clay“ - mag sich in 'Sweet Thoughts And Visions' finden. „Einmal mehr sehen wir darin eine Kritik an unserer heutigen Welt. Der Mensch strebt auf seiner Suche nach dem Göttlichen nach Perfektion: Perfektion des Körpers ebenso wie der Seele. Aber das menschliche Wesen ist stets unbefriedigt und immer auf der Jagd nach mehr. Am Ende zerstört sich der Mensch selbst, wird eine Parodie seiner selbst und vergisst die ursprüngliche Reinheit und Einfachheit.“
Der biblischen Referenzen nicht genug, begegnen wir der Zeile „shame on the sailor, death to the saviour“, die die Redakteurin sofort an Noah und seine Arche denken lässt und den Gedanken aufwirft, ob dieser Initialvorfall, der die Menschheit retten sollte, eigentlich nur ein anderer Schritt zu 1000 Jahren Versagen im Namen der religiösen Unterdrückung ist, wenn im gleichen Text auch Aussagen wie „living as a dog“ auftauchen. „Richtig, das ist eine Interpretation von Noahs Arche. Und wieder ist diese Geschichte ein Ergebnis des göttlichen Willen, der den Menschen wegen seiner Grausamkeit und Perversität bestraft. Dennoch erachtet das Göttliche Noah als einen anständigen Mann und gibt ihm die bekannte Aufgabe. Was wir mit unseren Texten zu sagen versuchen, ist der Umstand, dass Noah nur wegen des göttlichen Willens und dessen Auftrag handelt. Daher können wir von religiöser Unterdrückung sprechen. Es kann ebenso unsere Ohnmacht gegenüber der Größe Gottes reflektieren.“ An dieser Stelle hinterfragen wir, was für ein Konzept von Gott REGARDE LES HOMMES TOMBER haben, den sie in einem Text anscheinend auch als müden alten Mann bezeichnen. In 'The Fall' bekommt man geradezu den Eindruck, dass sich die Menschheit von der Monstrosität Religion befreien und einen schwachen Gott das durchmachen lassen muss, womit wir konfrontiert werden, und dass er uns stattdessen dazu aufsteigen lässt, wovon wir denken, dass es eh uns gehört. „Um ehrlich zu sein, wir glauben weder an Gott noch an Satan, Schicksal oder Karma. Wir sind rationale Menschen. Wir wissen, dass wir im Universum nur Staubpartikel sind, und dass die Gesetze des Universums jenseits unseres Verständnisses liegen. Der Mensch nannte diese unermessliche Größe Gott, da er einfach unfähig ist, sie zu erfassen. Dennoch streben wir danach, sie zu erreichen, sie zu beherrschen, ihr die Stirn zu bieten, sie zu überflügeln und ihre Essenz einzufangen. Das ist die Geschichte hinter 'The Fall' und den Turmbau zu Babel. Und wie du weißt, war dieser Versuch auch ein Scheitern.“
So viel erst mal zu den Textinhalten. Ladlo Productions ist ein kleines Underground-Label, das mit qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen aufwartet. Und Jean-Jérôme ist alles andere als unglücklich mit der Zusammenarbeit. „Wir sind sehr zufrieden. Ladlo gibt uns die Möglichkeit, unsere Musik in großem Rahmen zu verbreiten, und wir sind Gérald sehr dankbar. Er leistet großartige Arbeit, und ihm ist es zu verdanken, dass wir im März in Paris für Enslaved eröffnen konnten. Er arbeitet Tag und Nacht daran, seine Bands zu promoten, und wir respektieren seine Arbeit. Und es ist eine Ehre, mit Ladlo zu arbeiten, da auch die anderen Bands auf diesem Label exzellent sind.“ Abgesehen von einigen Shows, auf die REGARDE LES HOMMES TOMBER bisher zurückblicken können, warten ausländische Fans darauf, dass sich die Franzosen mal außerhalb ihres Heimatlandes blicken lassen. „Momentan spielen wir in verschiedenen Städten in Frankreich, aber ja, es ist auch eine einwöchige Tour in Frankreich und Europa Ende September geplant. Wir werden dann mit The Great Old Ones unterwegs sein und können es kaum abwarten!“ Und was gibt es sonst noch zu vermelden? „Jetzt konzentrieren wir uns erst mal auf die Veröffentlichung des Albums und die Werbung. Unser Ziel ist es, 2013 und 2014 so viele Gigs wie möglich zu bestreiten. Wir haben auch schon einiges Material gesammelt, um uns wieder für eine EP oder ein Album im Studio zu verschanzen. Aber da ist noch nichts terminlich festgemacht.“ Bleibt zu hoffen, dass die Tour auch irgendwo in Deutschland Halt macht, denn The Great Old Ones sind ebenso großes aurales Kino wie REGARDE LES HOMMES TOMBER!
Sinnbildliche Brandstifter
Nach dem eher puristischen Erstling „Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter“ legt Alexander Paul Blake - der dem Projekt mit AETHERNAEUM einen neuen Namen verpasst hat - mit „Wanderungen durch den Daemmerwald“ ein Album vor, das ausgereifter und mit viel Liebe zu atmosphärischen Details arrangiert ist.
War es für dich ein bewusster Schritt, dem eher schroffen und spontanen Debüt ein so sorgfältig arrangiertes Werk folgen zu lassen? Oder ergab sich beim Schreiben neuen Materials nach und nach der Wunsch, den Entstehungsprozess dieses Mal anders anzugehen?
Mir liegt diese detailverliebte Arbeitsweise generell mehr. Bei „Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter“ wollte ich nach vielen aufwändigen Alben mit anderen Projekten etwas ganz anderes ausprobieren, indem ich die Aufnahmen sehr puristisch belassen und den eigenen Perfektionismus zugunsten einer gewissen Atmosphäre hinten angestellt habe. Im Laufe der Zeit kam beim Hören des fertigen Materials aber immer mal wieder der Gedanke auf 'Ich kann es eigentlich viel besser', und deshalb habe ich mir diesmal keine Grenzen auferlegt, sondern innerhalb des Black Metal-Rahmens alles so weit getrieben, wie es die Songs verlangten, bis es in meinen Ohren wirklich ausgereift klang. Ich wollte ein in jeder Hinsicht sehr intensives Album machen. Das Ergebnis ist ein sehr episches, großes und tiefes Werk mit einer enormen Detailfülle, aber trotzdem einer gewissen Schroffheit. Die Arrangements sind sehr viel komplexer, teilweise hatten wir am Ende häufig um die 80 Spuren, und es war schwierig, alles hörbar zu machen, aber da nicht nur ich, sondern auch meine Mitmusiker vor Ideen nur so übersprudelten, wäre es töricht gewesen, diese nicht zu verwenden. Das ganze Album hat sehr viel mehr Zeit gekostet. „Die Rückkehr...“ war eine sehr spontane, schnelle Angelegenheit, „Wanderungen durch den Daemmerwald“ dagegen wurde über Monate hinweg immer weiter perfektioniert.
Die Stücke bestechen erneut durch sehr abwechslungsreiche, jedoch stimmige Strukturen, in denen es viel zu entdecken gibt. Ebenso schaffst du es, einem Track einen eher einseitigen (aber keinesfalls eintönigen) Charakter zu geben. So fällt 'Waldaura' bis auf ein Zwischenspiel eher rasant aus, während 'Zur Mittwinternacht' durchweg im epischen Tempo angesiedelt ist. Wo siehst du abseits der produktionstechnischen Seite die grundlegenden Weiterentwicklungen oder Anknüpfungspunkte gegenüber den Kompositionen auf „Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter“?
Musikalisch ist das kommende Werk für mich eine Fortsetzung des Erstlings, denn es vereint wieder idyllische, folkloristische Passagen mit schroffem Black Metal und sehr epischen Momenten – nur dass diesmal alles bombastischer, druckvoller und mächtiger klingt. Und wie du schon selbst feststellst, einige Songs sind von der Stimmung eher geradlinig, während andere viele Wechsel beinhalten. Und noch eine Neuerung fällt mir ein: Ich glaube, die neuen Stücke sind eingängiger, zumindest haben sie – bis auf die Zwischenspiele – alle einen Chorus.
Auf „Wanderungen durch den Daemmerwald“ sind verschiedene Musiker zu hören; Zeus X. Machina am Schlagzeug, Aline Deinert an der Geige und Markus Freitag am Cello nanntest du mir bereits. Wer ist noch auf dem Album zu hören? Du hattest geschrieben, dass es eventuell noch zusätzlichen Gesang geben wird, und ich meine, auch mal eine weibliche Stimme vernommen zu haben?
Es war so, dass ich zunächst alle Songs im Alleingang geschrieben und arrangiert habe. Zu diesen Demos hat Zeus X. Machina dann das Schlagzeug gespielt. Als dieses editiert war, gab es die ersten Mixversionen, die schon relativ nah an den jetzigen Endversionen waren. Ein weiterer wichtiger Schritt war das Cello, gespielt von Markus Freitag. Ich finde, das Cello, das nun in allen Songs eine tragende Rolle spielt, war noch ein Element, das für zusätzliche Magie sorgt, zumal es im Black Metal nicht sehr verbreitet ist. Des Weiteren ist Finna Björnsdottir, die Bassistin und Sängerin von Kultasiipi, in drei Stücken gesanglich zu hören, Aline Deinert (Empyrium, Neun Welten) hat im 'Sonnentor' Geige gespielt, und Marco Eckstein von Eden Weint Im Grab hat noch einige Lead-Gitarren für 'Das Huegelvolk' begeisteuert.
Ferner soll es AETHERNAEUM mal live geben. Es ist sicher noch zu früh, um darüber zu sprechen, aber vielleicht hat sich in der Richtung schon etwas getan? Hast du bereits eine Vorstellung davon, wie AETHERNAEUM dann auf die Bühne gebracht wird?
Ja, wir werden wohl bis auf Schlagzeug und Geige in derselben Besetzung wie bei Eden Weint Im Grab auf die Bühne gehen. Die Live-Premiere findet auf dem WGT 2013 statt. Wie die Show sich dann genau gestalten wird, wird sich während der Proben zeigen, aber ich bin schon gespannt, wie die teils über zehnminütigen Songs auf der Bühne funktionieren werden. Es wird zweifelsohne eine Herausforderung.
Tauchen wir tiefer in „Wanderungen durch den Daemmerwald“ ein. Ist auf dem Album eine Art chronologischer Ablauf erkennbar? 'Auf den Nebelfeldern' der Stoß ins Leben, Trennung vom Geistlichen durch Stofflichkeit und doch ob der Wunder der Natur, wenn man sich ihr öffnet, die leise Ahnung, ein Sehnen bis hin zur Gewissheit, dass da mehr ist... und nicht nur das, was einst war, sondern was doch eigentlich ewig ist? Zieht sich das weitere Album über derartige zentrale Gedanken bis zum Bewusstsein der Endzeit und dem Wunsch nach einer neuen Zeit?
Das ist eine interessante Interpretation, und ich finde es wichtig, dass jeder in den Songs seinen eigenen Sinn finden kann. Daher möchte ich diesem Gedanken auch gar nicht widersprechen, wenngleich ein Konzeptalbum nicht intendiert war. Alle Songs sind für sich stehend entstanden, aber wer weiß, ob das Unbewusste vielleicht noch Ebenen ersonnen hat, die mir selbst nicht bewusst sind.
In 'Waldaura' heißt es „Hier draußen tobt das reine Sein“. Eine mögliche Interpretation ist, dass es keine Ablenkung der zivilisierten Welt gibt und das reine Erleben des eigenen Bewusstseins als Teil eines Ganzen im Vordergrund steht. Dann wäre die geheimnisvolle Waldfrau auch ein Teil von einem selbst, der zum Ursprung lockt, eine Metapher für die innere Stimme, von der man im Diesseits oftmals getrennt ist?
Das kann man so lesen. Aber für mich persönlich ist sie mehr. Sie ist die personifizierte Naturgewalt, eine Art Urmutter, die den Menschen zum Ursprung zurückführt. Vielleicht ein Naturgeist oder ein Wesen aus einer anderen Dimension? So geleitet sie den Protagonisten des Textes ja auch in den Tod und lässt diesen erkennen, dass es mehr gibt als das Dasein auf einer materiellen Ebene. Vielleicht ist die innere Stimme ja ein Teil des Ganzen, ein Teil, der von unserem Wachbewusstsein abgetrennt ist und noch mit allem, was ist, verbunden ist. 'Waldaura' ist für mich ein Stück über die Erkenntnis, dass der Tod nur ein Tor zu einer anderen Dimension ist – und wie schon auf „Die Rückkehr ins Goldene Zeitalter“ geht es auch hier wieder um die Einswerdung mit der Natur.
Wie interpretiert Alexander Paul Blake den Begriff 'Seelensteine'? Inwiefern können dies Reflexionen eigener Stationen im Diesseits sein?
Auch dies ist wieder frei interpretierbar. Für mich sagt der Begriff aus, dass alles beseelt ist – selbst die Steine tragen eine Art Seele in sich und sind nicht einfach nur leblose Materie. Der Protagonist erkennt dies, während die Waldfrau ihn durch die Unterwelt führt und ihn 'sehen' lässt, wie die Dinge wirklich sind. Da dies jedoch in menschlicher Sprache nicht auszudrücken ist, bildet die Musik eine weitere Ebene, und ich hoffe, in der Fantasie der Hörer formt sich daraus zumindest eine Ahnung...
Glaubst du, dass die Menschen ihr kreatives Potenzial bei Weitem nicht ausschöpfen? Wir sprachen an anderer Stelle bereits darüber, wie zum Beispiel Fernsehen die Menschen geistig verkümmern lässt. Wir sollten uns dessen (wieder) bewusster werden, oder sind wir an einem Punkt angelangt, an dem es kaum mehr ein Zurück gibt?
Ich denke schon, dass wir viel mehr kreatives Potenzial in uns tragen, als wir nutzen. Es ist doch eine bewiesene Tatsache, dass wir nicht unsere gesamte mögliche Gehirnleistung ausreizen. Ein Grund dafür sind ganz sicher die Umstände, unter denen wir leben. Die heutige westliche Gesellschaft basiert eben nicht auf Grundpfeilern wie der Entwicklung des eigenen kreativen Potenzials und spirituellem Wachstum, sondern auf gnadenloser Gewinnmaximierung – wir Menschen sind da oft nur Rädchen im System, die sich schneller und schneller drehen müssen, um nicht ausgewechselt zu werden. Da ist doch in vielen Fällen gar kein Platz für Kreativität, Kunst und Kultur. Ein Zurück bzw. Schritt vorwärts in eine bessere Welt ist immer möglich. Es liegt einzig an den Menschen selbst und daran, ob sie sich in einem Dämmerschlaf halten lassen oder ihr Schicksal in die Hand nehmen. Die Umstände machen es einem nicht einfach, etwas zu verändern, aber ich glaube nicht, dass unsere jetzige Weltordnung auf immer und ewig in Stein gemeißelt ist. Vielleicht muss das alte System auch erst zusammenbrechen, damit ein menschenfreundlicheres aus den Ruinen entstehen kann... wer weiß...
Nehmen wir an, die Welt stünde plötzlich ohne jegliche Elektronik da (das Szenario wurde schon in verschiedenen Dokumentationen durchgespielt) - Verurteilung zum absoluten Chaos oder doch keimende Hoffnung, dass Ursprünglichkeit wieder erwachen kann? Könnte die alte Seele, die in uns allen wohnt, wieder die Oberhand gewinnen?
Ich schätze, das würde zunächst das absolute Chaos bedeuten, da es die Menschen ja gar nicht gewöhnt sind, ohne Elektronik zu leben und komplett aufgeschmissen wären. Es würde dann sicher eine Weile dauern, bis die Menschen neue Wege finden, damit umzugehen und sich der Situation anzupassen. Aber sie würden es früher oder später sicher meistern. Das könnte ein Schritt hin zu einer gewissen Ursprünglichkeit sein, ja. Doch ich sehe die Elektronik nicht als den großen Feind, der uns von unserer Spiritualität trennt. Sie kann genauso ein Segen sein. Letzten Endes ist alle Technik etwas Neutrales, und es ist immer die Frage, was der Mensch daraus macht. Man könnte z.B. modernste Technik nutzen, um freie Energie zu gewinnen, die den Menschen und der Natur keinen Schaden mehr bereiten und unglaubliche Möglichkeiten freisetzen würde. Es gibt jede Menge solcher Patente, aber sie werden unter Verschluss gehalten, weil sich damit kein oder nur wenig Geld verdienen lässt. Diese Grundhaltung gewisser Eliten ist eher das Problem als die Technik. Und ich als technikaffiner Mensch hoffe nicht, dass uns der Supergau bevorsteht, denn dann könnte ich auch keine Alben mehr produzieren.
In 'Zur Mittwinternacht' begegnet uns wiederholt die Zeile „es schweigen die Feuer“ - was ist darunter zu verstehen, wenn ein Feuer schweigt?
Ich hatte während des Schreibens des Songs 'Zur Mittwinternacht' das Bild eines riesigen Feuerfeldes im Sinn – unzählige einzelne Feuer lodern in schwarzer Nacht wie bei einem überdimensionierten Sonnenwendfeuer. Das Schweigen steht in dem Zusammenhang einfach für eine Perspektive aus der Ferne. Dieses Bild war noch vor dem Song da und musste irgendwie in Worte und Musik gefasst werden.
Warum wurde das Zwischenstück 'Deva (Interlude)' nach 'Zur Mittwinternacht' platziert und nicht hinter 'Waldaura'?
Auch die Zwischenstücke sind für sich stehende Werke, die so angeordnet wurden, dass sie dem Fluss des Albums zuträglich sind. Sie gehören nicht zu anderen Songs des Albums. Daher habe ich mir erlaubt, sie intuitiv so anzuordnen, wie sich das für mich richtig angefühlt hat.
Erzähl uns doch bitte kurz etwas über den Inhalt von 'Das Hügelvolk', das mit der Zeile „Mutter Erde brennt“ endet...
'Das Hügelvolk' lässt sich lyrisch als eine Art Fortsetzung von 'Naturgeisterschauspiel' sehen, da der Song sich mit dem Wirken der Naturgeister beschäftigt, die sich vor der finsteren Energie der Menschen verstecken. Daher können wir sie nicht mehr wahrnehmen und haben sie in das Reich der Fantasie verbannt. Welcher rationale, aufgeklärte und 'vernünftige' Mensch glaubt schon noch an Naturgeister? Ich tue es und widme ihnen daher gerne den einen oder anderen Song. Dass die Mutter Erde am Schluss des Stücks brennt, ist der Dramatik geschuldet, haha, und der Tatsache, dass unter den Menschen leider viel zu viele Brandstifter zu finden sind, die unseren schönen Planeten sinnbildlich in Brand stecken...
Wer die Textinhalte AETHERNAEUMs verfolgt, sieht als zentrales Thema den Wunsch, die Rationalität und aufklärende Entmystifizierung der Welt verblassen zu lassen, um Wundern und der Empfänglichkeit allem gegenüber, was uns seit jeher in seiner Ursprünglichkeit umgibt, wieder die gebührende Wertigkeit einzuräumen. Ein weiterer Aspekt, der eine erneute ewige Verbindung als Teil eines wunderbaren Ganzen entgegensteht, ist die gigantische Blutspur, die abgründige Seite des menschlichen Charakters, die im Stück 'Das Sonnentor' besungen wird. Inwiefern denkst du, dass die zunehmende Zivilisation diese abgründige Seite quasi kultiviert oder heraufbeschworen hat? Höhlenmenschen haben sich sicher auch schon die Keule über den Kopf gezogen, jedoch lebten sie in einem ganz anderen - naturverbundenen und spirituellen - Kontext?
Ich bin mir da nicht sicher. Es gibt ja auch Theorien über friedliche Völker im Laufe der Menschheitsgeschichte, die es schafften, im Einklang mit der Natur und ihresgleichen zu leben. Doch sie scheinen in der Minderheit. So stellt sich die große Frage, ob der Mensch von Natur aus gewaltsam und blutrünstig ist. Ich glaube das nicht. Die große Masse der Menschen will doch nichts anderes als Frieden – sie sind vielleicht nur etwas zu faul, um dafür einzutreten. Interessant finde ich die Theorie, dass wir von Psychopathen regiert werden, da nur diese die Skrupellosigkeit haben, die nötig ist, um sprichwörtlich über Leichen hinweg an die Spitzen von Konzernen oder der Politik zu gelangen. Man müsste sie nur als solche enttarnen und entmachten. Aber klar, dadurch, dass der heutige Mensch von der Natur komplett entkoppelt ist und die technischen Möglichkeiten leider wahnsinnige Massaker ermöglichen, sind die Konflikte der Höhlenmenschen nichts im Vergleich zu unseren Kriegen und unserer ausbeuterischen Lebensweise. Doch vielleicht leben wir auch einfach alle hier auf diesem Planeten, um Verantwortung zu lernen. Ich glaube an Reinkarnation und finde die Vorstellung ganz interessant, dass das Leben hier einer Art Kindergarten entspricht, wohingegen die wirklich reifen Seelen, die gelernt haben, worauf es wirklich ankommt, in einer anderen Astralebene weitermachen dürfen – das würde doch erklären, weshalb die Menschheit nie dazu zu lernen scheint.
Was denkt der Romantiker Alexander Paul Blake, muss passieren, um ein Tor in ein neues Zeitalter aufstoßen zu können?
Indem alle Leute AETHERNAEUM hören und sich vom 'Sonnentor' inspirieren lassen. Bessere Vorschläge habe ich leider nicht. Ich bin kein Träumer, der glaubt, dass sich die Welt mal eben auf idealistische Weise über Nacht ändern lässt. Dazu sind langwierige Erkenntnisprozesse nötig. Aber ich glaube, dass diese Erkenntnisse mehr und mehr Menschen erreichen und dass sich schleichend und kaum wahrnehmbar durchaus etwas ändert. Ob es für den Eintritt in ein neues, besseres Zeitalter reicht, bleibt abzuwarten.