Es wird einem richtig schwindelig, wenn durchweg alle Songs dieser Platte im zweistelligen Minuten-Bereich sind. Zwölf Minuten sind noch das Kürzeste, und 34 das Längste, was die Australier im Angebot haben. Doom Metal will eben Weile haben. Insgesamt haben es vier Songs auf dieses Album geschafft. Pünktlich zum Anbruch der kälteren Jahreszeit bringen sie also den passenden Soundtrack heraus, der sich prima an stürmischen Herbst- oder verschneiten Winterabenden anhören lässt. Aber diese Musik muss nicht nur für das stille Kämmerlein sein, denn nach 15 Jahren Bandgeschichte wagten sie es 2009 auch zum ersten Mal auf die Bühne. Ganz typisch ist der hintergründige Gesang, der niemals besonders hervorsticht, sondern sich lieber einem Instrument gleich ins Gesamtgefüge einbaut. Das ist natürlich auch dem sehr homogenen Gesamtbild dienlich. ´The Bitter Veils Of Solemnity` wird sehr von einer Akustikgitarre dominiert und klingt erst recht positiv, bis dann der mit Hall unterlegte Gesang einsetzt und so binnen Sekunden die Bitterkeit ins Feld gerückt wird. Da ist der Titeltrack ´The Book of Kings` sofort wesentlich härter ausgefallen, denn die Gitarren fahren schwerere Geschütze auf, aber die Grundstimmung bleibt trotzdem sehr bedächtig und ernst. Dieser Song ist auch der Längste auf dem Album und wird immer wieder durch neue Gesangsstile und Melodien lebendig gehalten. Wer Funeral Doom mag, wird an dieser Veröffentlichung sicherlich nicht vorbeikommen.
