Wussten mir seinerzeit bereits die frühen Gehversuche von ...AND OCEANS auf dem Split-Album mit Bloodthorn mächtig zu imponieren, so haut mich dieser dreckige Bastard aus melodischem Black Metal und apokalyptischen Elektro Metal-Versatzstücken schlicht und ergreifend aus den Socken. Ich weiss nicht, was für Pillen die Finnen seit ihrem letzten Album "The Symmetry Of I The Circle Of O", welches mir als recht konventionelles melodisches Black Metal-Album in Erinnerung ist (Vielleicht sollte ich nochmals ein Ohr riskieren!), eingenommen haben. Ohrenscheinlich müssen sie aber eine immense Wirkung auf dieses gewaltige Werk gehabt haben, denn anders sind diese Soundkaskaden zwischen purer Aggression und sphärischen, abgedrehten Klangteppichen wohl nicht zu erklären. Während Songs wie "Tears Have No Name" und "Of Devillish Tongüs" ganz klar die zugängliche, abgedrehte Seite von ...AND OCEANS hervorheben, widmen sich die Finnen bei "Esprit De Corps", dem aggressivsten Track des Albums, und "Intelligence Is Sexy" ganz eindeutig den schwarzmetallischen Roots, um bei den übrigen Songs eine überaus gelungene Symbiose aus beidem zu kreieren. Gerade hier fasziniert mich die ungeheürliche atmosphärische Dichte ungemein, die den Hörer, wie es nur wenige mir bekannte Bands zuvor geschafft haben, in völlig fremde Sphären zwischen wahnwitzigem Irrsinn und zügelloser Brutalität stösst, welche jedoch nie zu Lasten der Tiefe der Songs gehen. So stehen am Ende von "White Synthetic Noise" mächtige Blastbeat-Attacken, die aufgrund der ,schwebenden", abgedrehten Samples jedoch nie banal oder stumpfsinnig wirken, sondern "Am God" zu einem Bollwerk machen, welches sich unglaublich kraftvoll gegen jegliche Konventionen und Szenedogmen aufbäumt und diesen nicht nur die Stirn bietet, sondern sie mit spielerischer Leichtigkeit niederreisst. Vorreiterfunktion nimmt dabei der schon angesprochene Track "Esprit De Corps" ein, dessen wahnwitzige Schlagzeugattacken sich durch monoton fräsende Riffs kämpfen und alles vernichten, was nicht bei fünf auf den Bäumen ist. Unnötig zu erwähnen, dass sich auch Sänger Killstar keinerlei Konventionen unterwirft. Mal schwarzmetallisch kreischend, mal todesmetallisch growlend und krank singend, kämpft er sich durch die technoiden, harschen Musikschwaden und entlässt den erschöpften Zuhörer nach apokalyptischen 43 Minuten in ein fast instrumentales, an Irrsinn nicht weit hinter den übrigen Stücken liegendes Techno-Outro. (MT)
