LEGACY - The Voice from the Darkside

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Sunday, 16 June 2002 02:00

 

...AND OCEANS - 'Cypher (Insect Angels & Devil Worms)'

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...AND OCEANS - 'Cypher (Insect Angels & Devil Worms)'

Mit sicherem Schritt bewegt sich der finnische Sechser allmählich in Richtung einer eigenen Stilschublade. Einst unter dem Banner des Black Metals begonnen, konnte der musikalische Horizont durch die verstärkte Integration elektronischer Komponenten rasch erweitert werden. Litt das vorangegangene Werk "Am God" streckenweise etwas unter der manchmal zwanghaft erscheinenden Zusammenführung beider atmosphärischen Eckpfeiler, fräst sich "Cypher" mit der Präzision eines tödlichen Projektils in die Hirnrinde. Tommy Tägtgrens bewährte Abyss Studio-Produktion rückt gerade die bissig-geschliffenen Riffs in die Nähe der Prägnanz des letzten Hypocrisy-Langeisens "Catch 22", dessen treibenden Grundcharakter ...AND OCEANS scheinbar sehr zu schätzen wissen. Ein kerniges "Go" peitscht "Fragile" an und lät den auf dem Gaspedal fest verankerten Bleifu erst bei "Voyage" wanken: Konservierte Drum-Rhythmen, behäbig walzende Riffs, schräges Techno-Fiepen und verhaltener Gesang gewähren eine kurze Verschnaufpause. "Catharsis" macht seinem Titel alle Ehre und präsentiert sich als reinigender Kraftakt, dem trotz todesmetallischen Gewichts der Irrsinn tief in den Poren steckt. "Silhoütte" schwitz jenen mit kranken Vocals aus und beweist, da die lange Schaffenspause für The Kovenant durchaus ungünstige Folgen haben könnte: Wesentlich transparenter und eingängiger als viele der "Animatronic"-Stücke reiht "Silhoütte" orgiastische Ausbrüche an schräge Breaks; das stete Schwingen zwischen Bergen und Tälern lotet die Grenzen der eigenen Kreativität aus und lät das inständige Warten auf die kommende Scheibe der norwegischen Sickos gegenstandslos erscheinen. "Comatose" spannt den Bogen zu den ersten vier Stücken des Albums; kraftvolle Riffs, zugängliche Keyboards und eine begnadete Melodielinie machen das Stück zum potentiellen Radiorenner, dessen Hittauglichkeit durch die knappe Spielzeit gesteigert werden konnte. Die klinische Bestimmtheit von "Debris" treibt den Balanceakt zwischen kalter elektronischer Materie und finsterer metallischer Gewalt auf die Spitze: Samples schweben zunächst richtungslos im leeren Raum, Sänger Kenny krächzt sich inbrünstig ins Geschehen und eine wuchtige Liaison aus Keyboardteppichen und prägnanten Riffs lät das Stück schwer verklingen. Das abschlieende "Nail" fat die mannigfaltigen Konnotationen der konzeptionellen Betitelung "Cypher" zusammen. Weder ist das Stück dekodierbar, noch lät sich aus der Leere des harschen Kraches ein nachvollziehbarer Sinn abstrahieren; das Nichts greift sich den Hörer letztendlich doch noch... (MT)

 

 

 

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