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Tuesday, 19 April 2011 02:00

 

TROLLFEST „En Kvest For Den Hellige Gral”

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Additional Info


Bewertung: 11


Label: (NoiseArt/Edel)
Band-Website: Band-Webseite
erschienen in Ausgabe Nr.: 072
TROLLFEST „En Kvest For Den Hellige Gral”

Wenn man mal ehrlich ist, klingt ein Band-Name wie Trollfest nach dilettantischem Humppa-Metal, der von 14-jährigen Möchtegern-Trollen zusammengeschustert wird. Legt man sich das grässlich bunte Cover von „En Kvest For Den Hellige Gral” daneben, so manifestiert sich diese Assoziation nur noch. Musikalisch überraschen TROLLFEST aber dann gewaltig, und man muss zugeben, dass sie ihre Sache nicht so schlecht machen. Sie nennen ihren Stil True Norwegian Balkan Black Metal und das trifft des Pudels Kern sicherlich am besten. In eine andere Schublade ließe sich diese Musik schwerlich einordnen. Es geht schon gut los mit dem Stück ‚Die verdammte Hungersnot‘, welches trotz deutscher Texte einen unüberhörbar starken Balkan-Einfluss hat. Das ganze Album beginnt also sehr locker stimmig, und mit etwas Rakija ist man hier sicherlich besser bedient als mit schnödem Met. Noch abgefahrener geht es aber garantiert bei TROLLFEST, denn bereits der nächste Track ‚Karve‘ hat eine sehr wirre und fremd klingende Atmosphäre, die aufgrund der vielen Gesänge an einen südländischen Grillabend erinnert. Natürlich mixen sie diese Klänge auch wieder, u.a. mit norwegischen Texten, was diese nahezu geisteskranke Mixtur – im positiven Sinne – zum Erliegen bringt. Während die meisten Lieder schneller ausfallen, und der Black Metal-Aspekt nicht zu kurz kommt, gibt es mit ‚Der Sündenbock Gegalte‘ auch ein Akustik-Stück, welches man prima mit der Gitarre am Lagerfeuer nachspielen kann. Der Kulturschock, den der Norwegen-Fan auf diesem Album erfährt, ist allerdings nur kurz. Es geht über in ein wohlwollendes Nicken, und zu Ende des Albums ist die Faszination wieder etwas abgeklungen, so dass man auf die Mixtur gar nicht mehr so steil geht, sondern sie einfach annimmt. Besonders im Vergleich zu den Vorgängern bieten sie hier nun keine tiefschürfenden Veränderungen. Ob man diese Art von Musik nun mag, ist die eine Sache. Man muss aber attestieren, dass sie eine ganz eigene und innovative Richtung erschaffen haben, die es so noch nicht gibt. Da hält man es kaum für möglich, dass hier Musiker von Urgehal, Sarkom und Pantheon I am Werkeln sind – und scheinbar meinen sie es auch ernst, denn Arrangements und Ausführung haben Hand und Fuß.

 

 

 

 

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