LEGACY - The Voice from the Darkside

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Wednesday, 31 August 2011 02:00

 

D’ACCORD „Helike“

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Bewertung: 14


Label: Karisma/Soulfood
Band-Website: Band-Webseite
erschienen in Ausgabe Nr.: 074
D’ACCORD „Helike“

Nomen est omen: Der norwegische Musikverlag beweist einmal mehr ein Händchen für wahrlich charismatische Künstler in allerbester Tradition des Psychedelic Prog Rock und hat mit D’ACCORD einen Fisch an der Angel, der offenbar schon mal flussaufwärts den ähnlich verschroben klingenden Landsmännern von Wobbler so verhängnisvoll nahe gekommen ist, dass ein Abstecher in ruhigere Gewässer zwischen den Ufern von Genesis und Marillion unvermeidlich war. Auch Ian Andersson von Jethro Tull scheint in diesen nicht ansatzweise trüben Tümpeln zu fischen, und angeblich sind ein purpurroter König wie eine extrovertierte Königin bei einem Bootsausflug beobachtet worden. Was liegt da näher als ein hochambitioniertes Konzept-Album im Stil einer LP mit zwei überlangen Liedern, welche unter dem Titel „Helike“ dem echten Atlantis auf die Spur kommen wollen? Nichts, zumindest nicht für das Quintett aus Haugesund, welches mit diesem, seinem zweiten Album eine Feinschmeckerplatte vorlegt, auf der jeder rockmusikalische Gourmet eine Vielzahl von Häppchen entdecken wird, die in ihrer Gesamtheit fast zu viel des Guten, pardon, des Extravaganten sind. Was sich hier binnen von vierzig Minuten ereignet, darauf wartet man bei anderen Bands ein Leben lang: Mit einer breit gefächerten Instrumentierung sowie einer von Spielwitz und Talent gevögelten Kreativität wuseln die fünf Herren – Paradoxie hin oder her – quasi jammend durch ein Sammelsurium an Melodien und Arrangements und haben mit Daniel Måge einen Sänger am Start, der eben nicht nur wie eine blasse Kopie von Fish oder Freddy Mercury klingt, sondern starke eigene Akzente zu setzen weiß. Und Stig Are Sund an der Gitarre darf sich ebenso verausgaben wie der Rest der Band, setzt dabei aber die instrumentellen Höhepunkte in einem Album, das die Vorstellungskraft des Hörers nur so befeuert. Früher ist solch herrlich phantastische Musik auf einer Plattenfirma mit dem schönsten Logo der Welt erschienen: The Famous Charisma Label – nomen est omen.

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