Fußball mal außen vor gelassen, sind die gängigen Assoziationen mit dem Land Spanien: Sommer, Strand, gute Laune und Sonnenschein. Das alles sind Klischees, denen die spanische Band L'ENDEVÍ um Frontröhre Mamen wenig bis gar keine Beachtung schenkt, denn mit dem Zweitling "An Eternity" bringt das Quintett ein vorwiegend düsteres Werk auf den Markt, welches nur schwerlich Anklang bei einer breiten Masse finden dürfte. Zwar legen die Spanier sehr viel Emotion und Liebe fürs Detail in ihr Werk, doch den richtigen Platz in der Welt scheint man musikalisch noch nicht gefunden zu haben. "An Eternity" versucht, gleichermaßen die Gothic- sowie die Progressive-Fraktion zu bedienen und liebäugelt zwischendrin gar latent mit dem Alternative Rock-Genre, ohne sich nachhaltig im Gehör festsetzen zu können. Zwar sind die sehr atmosphärischen Kompositionen durchaus melodisch, doch nie so sehr, dass man sie einige Zeit nach dem Hören noch erinnert. Die progressiven Elemente schlagen sich nachhaltig auf die Stimmung nieder und bereiten nach gut der Hälfte der Scheibe Bauchschmerzen, denn das ist der Theatralik doch etwas zu viel. Doch trotzdem darf man L'ENDEVÍ in jedem Fall Talent attestieren, was schlichtweg erfahrbarer wäre, wenn die Spanier etwas konkreter und vielleicht auch lockerer auf den Punkt kommen würden. So bleibt das Ganze, trotz angenehm tiefen Timbres der Frontdame, eine leicht zähflüssige Angelegenheit.
