Leider kenne ich die Vorgängerband REVEALs mit dem unscheinbaren Namen Waster nicht, aber ich vermute mal, dass die vier Schweden dort noch etwas ruppiger und ungeschliffener zu Werke gingen als auf dem vorliegenden Debüt ihrer neuen Formation. Selbiges wurde im vergangenen Jahr bereits zuvor von High Roller Records im Vinylformat veröffentlicht, während Invictus dieser Tage für die CD-Version verantwortlich zeichnet. Entgegen den gezeichneten, puristisch gehaltenen Layouts der beiden Waster-Demos kommt „Nocturne Of Eyes And Teeth“ mit einem äußerst spartanischen Cover-Artwork daher, welches an sich eigentlich gar nicht von der darauf enthaltenen Musik zu künden vermag. Nach Retro-Thrash ist im extremen Metal-Underground nunmehr altehrwürdiger Death Metal angesagt wie nie zuvor. Doch wenngleich die Skandinavier auf eine lange Elchtod-Tradition zurückblicken können, stoßen REVEAL nicht in dasselbe Horn wie Hunderte von ähnlich gelagerten Combos, die einfach ohne Umschweife den alten Helden folgen. Die Schweden haben ihren Todesblei-Sound mit Einflüssen aus dem Black Metal verfeinert, in dem des Öfteren Erinnerungen an frühe Samael und vor allen Dingen das formidable Debüt-Album von Master‘s Hammer anklingen. Wenn Frontmann Ghost noch in tschechischer Sprache singen würde, und REVEAL mehr orchestrale Elemente in ihren Sound eingewoben hätten, könnte man fast schon von einer Kopie dieser tschechischen Legende sprechen. Doch die Musik der Nordlichter klingt weitaus thrashiger und direkter als die der Osteuropäer. Schon die erste Veröffentlichung dieser jungen Formation klingt also bereits sehr eigenständig. Zudem haben die Schweden ein untrügliches Gespür für mitreißendes Songwriting und altehrwürdige, okkulte Atmosphären, die ein ums andere Mal an die tschechischen Black Metal-Könige Root denken lassen. „Nocturne Of Eyes And Teeth“ ist somit trotz eines unscheinbaren Cover-Artworks ein wahrlich gelungener Einstand einer Gruppe, die abseits gängiger Normen über gewaltiges Potential verfügt.
