Mit ihrem Debüt „First Punishment“ konnten die Hamelner vor zwei Jahren einen ersten Achtungserfolg landen. Seither hat das Quartett hart am eigenen Metal-Mix gearbeitet und ihn insbesondere live auf Effektivität hin abgeklopft. Die Folge ist ein gestraffter Sound, der hinsichtlich der beabsichtigen Stoßrichtung fokussiert vorangetrieben wird und sich vor allem auf die wesentlichen Stränge bescheidet. PUNISH MY HEAVEN bleiben auf „The Reckoning” ihrer Anlage zwischen Göteborg-Death, Bay Area Thrash und etwas Euro-Core treu, agieren dabei allerdings bissiger. Der Tenor des zweiten Longplayers ist barsch, wobei die Niedersachsen darauf achten, in jeder Beziehung authentisch und brachial aufzuspielen. Die elf Tracks sind ausreichend melodisch, damit von einem songdienlichen Entwicklungsfluss gesprochen werden kann. Hier schlägt die skandinavische Tradition voll durch. Geht es um die groovigen Momente, blickt indes der US-Thrash durch, während die moshigen Stellen von „The Reckoning” der deutschen Herkunft von PUNISH MY HEAVEN Tribut zollen. Trotz der breiten und stilistisch übergreifenden Anlage setzt während der Spielzeit des Zweitwerks schnell ein Gewöhnungseffekt ein. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass die Niedersachsen in ihrem Songwriting nicht variantenreich genug unterwegs sind. Das Niveau, das die Band auffährt, zeugt von Routine und Erfahrung. Im harten Wettbewerbsumfeld beinhaltet „The Reckoning” jedoch keine Akzente, die das Quartett aus dem Gros ähnlich positionierter Gruppen absetzen würden.
