LEGACY - The Voice from the Darkside

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Oomph! @ Saarbrücken, Garage - 09.10.2012

Wednesday, 10 October 2012 22:00

Besucher: ca. 200

Tickets: 26,50 Euro

...und so begab es sich, dass sich am 09.10.2012 eine überraschend überschaubare Schar von OOMPH!-Fans in der Saarbrücker Garage einfand, um ein Konzert der „Des Wahnsinns fette Beute“-Tour mitzuerleben.

Los geht das Spektakel mit der Vorgruppe - den schwedischen BLOWSIGHT – die zum ersten Mal im schönen Saarland gastieren, und vor der Aufgabe stehen, das anwesende Publikum angemessen auf OOMPH! einzustimmen. BLOWSIGHT setzen dabei quasi durchgehend den Fuß auf das Gaspedal und wissen die Anwesenden mit ihren dreckig und schnell rockenden Songs auch durchaus zu begeistern, was nicht zuletzt an der guten Integration des Publikums liegt, was das Mitsingen und die Aufforderungen zum Mitklatschen angeht. Auch die geschickt eingestreuten Covernummern punkten und so mancher gestandene Metaller dürfte jetzt mit 'Pokerface' einen Ohrwurm haben. Ja, dem von Lady Gaga... Die weiteren Songs wie 'Miracle' oder 'I Wish You 666' kommen ebenfalls gut an, machen Laune und können diese auch konstant hoch halten - und somit kann man BLOWSIGHT einen wirklich gelungenen Auftritt attestieren.

Nach einer kurzen Umbaupause geht es dann endlich mit den lang erwarteten OOMPH! Weiter. Outfit-technisch hat die Band mittlerweile ihre gewohnten Pastoren-Outfits (bzw Dero seine Zwangsjacke) an den Nagel gehängt, und so betritt einer nach dem anderen im Matrosenkostüm die Bühne – als alle versammelt sind, stürmt auch Teilzeitpsychopath und Derwisch Dero vor seine Fans.
„Des Wahnsinns fette Beute“ als Motto der Tour zeichnet sich bei ihm eindeutig auch am Bühnen-Outfit ab, denn mit seinem Matrosenkostüm und rotem Umhang mit passender Augenmaske und großflächig rot geschminkten Lippen/Wangen ähnelt er einer bizarren Mischung aus Popeye und Zorro. Was sich hingegen nicht geändert hat, ist sein über(hyper?)aktives Gehabe und Rumgespringe auf der Bühne, „Nur Original mit dem Dero-Psychoblick“ - some things never change. Als Opener gibt’s dann auch direkt 'Unzerstörbar' auf die Ohren, was zusammen mit den auf Deros Brust geklebten „Vorsicht! Glas!“-Klebstreifen ein wenig augenzwinkernd aufzufassen ist.

Nach 'Unzerstörbar' folgt zunächst eine Aufforderung an das (übrigens immer noch nicht gerade zahlreiche, was sich auch nicht mehr ändern sollte) Publikum, zusammen mit 'We Will Rock You!' quasi als Intro zu 'Labyrinth' – einer der für OOMPH!-typischen Nummern, ohne die kein Konzert komplett wäre. Leider hat man ein klein wenig den Eindruck, dass Dero hier stimmlich nicht ganz auf der Höhe ist... Dafür gibt er aber Drum-Einlagen an einer für ihn bereitgestellten Trommel, mit teilweise geradezu beängstigender Mimik...

Anschließend entledigt sich Dero dann auch übertrieben posend zu Strip-Song-Klängen seines lästigen Umhangs und der Augenmaske – unter der geschminkte Augen zum Vorschein kommen. Abgang Mischung aus Popeye und Zorro, Auftritt Mischung aus Popeye und Joker. Ob das optisch eine Verbesserung ist, sei jetzt mal dahingestellt... Aber zurück zum Wesentlichen, der Musik. Weiter geht’s mit 'Mein Schatz' und 'Das weiße Licht', während welchem sich Dero dann auch von seiner „Vorsicht Glas“-Warnung entledigt – und 'Bis der Spiegel bricht' folgt. Na, das hat er nun davon.

Mit der Ansage dass nun ein Lied zum Mitspringen folgt, kommt nun 'Träumst du', während dem Dero gleich einem bunten Gummiball über die Bühne jumpt. An der Mitspring-Beteiligung hapert es im Publikum ein wenig, aber spätestens bei diesem Song setzt zumindest ein frenetisches Mitklatschen ein, und die Stimmung erreicht ihren ersten Höhepunkt, was beim nächsten Song, 'Wunschkind', auch nicht anders wird, was Dero mit einer zombiehaften Performance mit weiteren Gesichtsentgleisungen honoriert.

Weiter im Programm geht es mit einer Ansage, dass die Metal-typischen Outfits mit Leder und Nieten quasi eine Erfindung von Judas Priests Rob Halford seien, der das wiederum der Schwulenszene entliehen habe. Wer die neue CD kennt, dem dürfte klar sein, welcher Song nun folgt, nämlich 'Kleinstadtboy', eine eher sozialkritische, aber überaus eingängige Nummer. Wenig später will der sichtlich gut gelaunte Fronter Feuerzeuge im Publikum sehen – akzeptiert aber auch hochgehaltene Smartphones. Ja, OOMPH! gehen mit der Zeit.

Und so geht das Programm weiter, und Dero lässt es sich auch nicht nehmen, zu stagediven und sein Publikum zu einer Wall Of Death zu animieren. Was leider nicht so ganz klappt, aber ein zahmer Moshpit ist ja immerhin ein Anfang – und zur Erholung folgt mit 'Auf Kurs' ein gediegenerer Song, und nach einer respektablen Leistung von 20 Songs und zusätzlich noch drei Zugaben endet dann auch der Live-Wahnsinn.

Alles in allem ein gelungener Auftritt mit, wie bereits erwähnt, überraschend wenig Besuchern. Diese gingen zwar gut mit, aber bei langjährigeren Fans gab es durchaus Kritik an der Show, vor allem aufgrund der äußerlichen Erscheinung der Band... wobei es auch deutlich spürbar war, dass das neue Material von „Des Wahnsinns fette Beute“ bei der Publikumsreaktion weit hinter den älteren Songs zurückliegt. Nichtsdestotrotz eine gute Darbietung und ein sehenswerter Auftritt, mit Pluspunkten für eine sehr überzeugende Vorgruppe.

 

Setlist OOMPH!:

Unzerstörbar

Labyrinth

Mein Schatz

Das weiße Licht

Bis der Spiegel zerbricht

Träumst du

Wunschkind

Kleinstadtboy

Mein Herz

Der neue Gott

Regen
Niemand

Gekreuzigt

Seemannsrose

Mitten ins Herz

Auf Kurs

Sex hat keine Macht

Zwei Schritte vor

Sandmann

Augen auf

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Aus meiner Haut

Gott ist ein Popstar

Always Look On The Bright Side Of Life

 

 

 

 

 

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BLOWSIGHT „Dystopia Lane“

Wednesday, 22 December 2010 01:00

„Mal wieder kommt Innovation aus dem hohen Norden.” Solche Einstiege beim Lesen von Promo-Briefen wecken stets die Neugier des Schreiberlings. Umso enttäuschender ist es, wenn die Erwartungen dann nicht erfüllt werden. BLOWSIGHT beschreiben ihren Stil als „Popmetalpunk“, wobei das Wort Metal, wenn überhaupt, ganz klein zu schreiben wäre. Dass die Punk-Attitüde durchaus im Mainstream Fuß fassen kann, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Dasselbe jedoch mit Metal zu probieren, ist hoffentlich nur ein Versuch, der nach Rückschlägen schnell wieder aufgegeben wird. „Dystopia Lane“ ist hauptsächlich Pop, welcher versucht, mit Punk und Metal zu fusionieren. Und das ist eigentlich schon übertrieben. ‚I Wish You 666’ geht aufgrund der eingesetzten Screams leicht in die NuMetal-Richtung. Das, was mit Punk gemeint ist, hört man im darauffolgenden ‚Three Words (Under Ordinary)’. Wenn dann aber Rock/Pop-Balladen wie ‚Days Of Rain’ durch die Boxen dröhnen, fragt man sich, in welche Richtung es nun eigentlich gehen soll. Die Melodien sind an ältere Pop-Songs, auch gern mal an die Eighties angelehnt, und teilweise erinnern sie auch (und das ist nicht böse gemeint) an Schlager-Hits jener Zeit. Zum krönenden Abschluss gibt es auch noch ein Lady Gaga-Cover (‚Poker Face‘). Die Ausführungen sollen nicht herabwürdigend klingen, aber richtig glaubwürdig wirkt die Stockholmer Truppe nicht. Kreativität ist dem Quartett sicher nicht abzusprechen, aber eine gewisse Straightness ist auch Grundvoraussetzung, um ernst genommen zu werden. Jene ist bei „Dystopia Lane“ aber schwer zu finden. Für junge, pubertierende Kids in der ersten Revoluzzer-Phase dürften BLOWSIGHT sicherlich interessant sein. Ob sie sich beim Zuhörer durchsetzen können, der schon weiß, was er will, bleibt abzuwarten.

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BLOWSIGHT „Shed Evil“ MCD

Wednesday, 31 August 2011 02:00

Kurze Zeit nach dem Erscheinen des Zweitwerks „Dystopia Lane“ sind BLOWSIGHT im letzten Herbst mit ihren Landsleuten von Sonic Syndicate getourt. Dadurch erhielt das schwedische Quartett die Möglichkeit, sich vor der genau richtigen Zielgruppe zu präsentieren, denn auch bei ihnen geht es mit großen Hooklines, noch größeren Refrains und mit ebenso viel Pathos wie Verträglichkeit durch eine Mixtur aus Melodic Death, Rock und – viel – Pop. Die ebenfalls aus Schweden stammenden Dead By April  taugen als weitere Referenz, wenn es denn noch einer bedarf. Ziel der neuen MCD „Shed Evil“ dürfte es sein, BLOWSIGHT im Gespräch zu halten. Die fünf Tracks präsentieren die Band so, wie man sie kennt. Ausgewiesen lebendig und frisch geht es zu, wenn die Musiker ihre gefällige Melange mit offensichtlichen Ohrwurmabsichten inszenieren. Da die Poppigkeit des Song-Materials mit ausreichend Drive und bisweilen auch mit satter Härte kombiniert wird, gehen die fünf Lieder von „Shed Evil“ runter wie Öl. Das zugrunde liegende Kalkül kaschieren BLOWSIGHT dabei erst gar nicht. Stattdessen stellen sie Selbstverständlichkeit und Selbstbewusstsein zentral. Die Schweden haben nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie ihren Sound gefunden haben und sie jeden Hörer überzeugen werden. Damit liegen sie wohl richtig, auch wenn kritisch anzumerken ist, dass die MCD nach „Dystopia Lane“ keine Weiterentwicklung darstellt und „Shed Evil“ zu keiner Zeit überraschend trifft.

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Einmal mehr vermeldet das Hamburger Logo an diesem frischen Novemberabend „Ausverkauft“, und das ist mehr als beachtlich, spielen doch heute so einige Combos in Hamburg: unter anderem Less Than Jake und Zebrahead in der Markthalle oder auch Escapado im Hafenklang. Hamburg lebt und ist bereit, an vielen Orten zu rocken.

Den Anfang machen heute im Logo die Jungs von BLOWSIGHT aus Stockholm mit ihrer Gute-Laune-Performance, ihres Zeichens gute Buddies der Headliner SONIC SYNDICATE höchstpersönlich. Schmissiger Emo, Rock und Punk wird dabei vom Quartett in die Menge geworfen, welche zum größten Teil aus mittleren Semestern besteht. Eine halbe Stunde lang machen die Jungs ordentlich Alarm, und mit sehr charmanten und teils lustigen Ansagen verabschieden sich die Dunkelmänner nach einer tollen Cover-Version von Lady Gagas ‚Pokerface’, um die Bühne frei zu machen für die Deutschland-Vertreter von DEADLOCK.

Nach kurzer Verschnaufpause im mittlerweile heißen Logo bespringen die Jungs und das Mädel die Bretter der Welt und legen gleich fulminant los. Man merkt deutlich, dass eine Vielzahl der Besucher nur aus einem Grunde da sind, nämlich harte Riffs zu weicher Frauenstimme, gepaart mit heftigen Growls kredenzt zu bekommen. Und von einer Systemblockade (deutsch für DEADLOCK) kann hier ganz und gar keine Rede sein, gerade wenn Sängerin Sabine zu den hohen Töne greift und das ganze ohne jegliche Schwäche darbietet. Ganz großes Kino. Am Rande ist allerdings noch zu bemerken, dass die Instrumentalisten von DEADLOCK so rein gar nicht nach Metal aussehen und auch ebenso gut Kindergärtner oder Finanzbeamte sein könnten, aber spielen können sie, keine Frage.
Zeit für SONIC SYNDICATE: Gespannt kann man hier auf den Neuen sein, den 2009 eingestiegenen Nathan J. Biggs. In den Videos hat er bereits durch eine tolle Performance überzeugt, und er legt von der ersten Stage-Minute wie ein Berserker los und hat das Publikum sofort im Griff. Neue und alte Songs der Band aus dem hohen Norden werden gleichermaßen abgefeiert und vom Publikum lautstark mitgegrölt. Auch Christopher Andersson, der Ersatz für den kürzlich ausgestiegenen zweiten Fronter Richard Sjunnesson, spielt eine hervorragende Rolle und versteht sich mit Sänger Nathan perfekt. Songs wie ‚Revolution Baby’, ‚Denied’, ‚Aftermath’ oder die Hit-Single ‚Burn This City’ schlagen ein wie eine Bombe, und in der Menge gibt es schon längst kein Halten mehr. Und wer SONIC SYNDICATE mittlerweile für zu weichgespült hält, mag vielleicht hinsichtlich der CDs sogar ein bisschen Recht behalten, aber live sind sie unglaublich druckvoll und selbst die Weichspüler treten einem ordentlich in die Weichteile. Ein toller Abend mit einem geilen Headliner. (PH)

 

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