FORTAROCK XL – Ein Tag im Metal-Himmel
Rammstein & Kreator & Volbeat & Motörhead & Opeth & Amon Amarth & Hatebreed & Airbourne & Heaven Shall Burn & Finntroll & Five Finger Death Punch & Mastodon & Audrey Horne & Entombed & Enslaved & Delain & Amenra & Hacktivist
Dieses denkwürdige Ereignis steigt am 1. Juni im holländischen Nijmegen. Bis jetzt stand das Sonisphere Festival als Ein-Tages-Bombast-Paket konkurrenzlos da. 2013 läuft ihnen die Jubiläumsausgabe des FORTAROCK XL den Rang ab, und das auch noch auf demselben Veranstaltungsgelände. Für das fünfte Schaulaufen gilt im Goffertpark 2013: Klotzen statt kleckern. Angeführt wird das Aufgebot von einem der spektakulärsten Live-Acts auf dem Weltmarkt: Rammstein, die unter dem Motto „Wir halten das Tempo“ auftreten werden und mit viel Zündelei und Zunder für ein ordentliches Festtagsfeuerwerk Sorge tragen. In der Geburtstagswundertüte verbirgt sich aber noch mehr Spektakel: Die Thrash-Pioniere Kreator kommen als Wiederholungstäter nach Nijmegen. Noch nie Frikandel auf dem FortaRock gegessen haben dagegen Airbourne, die ihr neues Album „Black Dog Barking“ vorstellen werden. Auf jeder Party zu Hause sind natürlich Motörhead. Wer sich dann nach noch mehr Krawall und Lautstärke sehnt, der wird sicherlich mit feinstem Metalcore der Marke Hatebreed oder Heaven Shall Burn zufriedengestellt sein.
Noch mehr Stilrichtungen
Das Festival war schon immer darum bemüht, möglichst viele Genres des Metal abzudecken. Die große Bandbreite zieht zum einen ein großes Publikum an, zum anderen bietet sie die Möglichkeit für den Besucher, Neues zu entdecken. Audrey Horne aus Norwegen sollte man sich unbedingt ansehen. Obwohl die beteiligten Musiker zuvor in Black- bzw. Viking Metal-Bands gespielt haben, ist die Musik von Audrey Horne am ehesten im modernen Classic Rock anzusiedeln. Dass solche Experimente im Mega-Erfolg enden, davon weiß auch Michael Poulsen von Volbeat auf dem FORTAROCK XL ein Liedchen zu singen. Etwas atmosphärischer und am besten bei einbrechender Dunkelheit zu hören sind Enslaved, Entombed und Opeth. Als einziger einheimischer Vertreter kommen Delain in Nijmegen zum Zug.
Einmalige Gelegenheit
Das Festival wird nach eigener Angabe nur einmal mit solch einem Mega-Line-Up an den Start gehen. Die Tickets kosten zum Fünfjährigen daher auch stolze 75,- Euro zuzüglich Gebühren. Das FORTAROCK XL wird also eher ein Festival für den besser betuchten Besucher, der seinen Fokus nur auf die Bands legt und nicht auf viel Feierei außen rum. Gecampt werden kann leider nicht. Wer ganz nach vorne möchte, muss sich beeilen: Vor der Main Stage wird es einen sogenannten Golden Circle geben, der nur eine begrenzte Besucherzahl fasst und nach hinten mit Wellenbrechern abgegrenzt ist. Armbänder gibt es dann dort direkt, sie kosten auch nichts extra, sind aber limitiert. Aufgeteilt werden die 18 angereisten Bands auf drei verschiedene Bühnen, Überschneidungen sind leider nicht vermeidbar. Ein kleiner Wermutstropfen bei dem ansonsten so fetten Package.
Kira Appelt
www.fortarock.nl
Endlich wieder eine Konzert-Location in Mannheim, in der ein ordentliches Metal-Konzert stattfindet: Die Alte Seilerei in Mannheim ist ein perfekter Ort für lauschige Samstagabend-Konzerte. Der heutige beginnt mit HYRAX, einer Nachwuchs-Band aus Nürnberg. Nach den ersten zwei richtig schnellen Songs ist klar, dass hier keine 08/15-Schülerband die Gunst der Stunde nutzt, sondern eine richtig fett klingende junge Band am Start ist, deren Sänger zwar aussieht wie Richard Löwenherz in blond, aber eine geil tiefe Stimme wie Lukes Vater hat. Das Wohlwollen des Publikums ist HYRAX sicher. Bestimmt hört man von den Nürnbergern in Zukunft noch einiges. Schade nur, dass sie so schnell fertig waren.
DOWNSPIRIT hätten ruhig etwas ihrer Spielzeit abgeben können, denn so wirklich prall ist deren Auftritt nicht. Der Gitarrist (Cédric "Cede" Dupont, auch bekannt als Gitarrist der Schweizer Band Symphorce) und der Schlagzeuger geben wirklich alles gegeben und machen ordentlich Druck. Sänger Steffen Lauth unterstreicht jedoch mit seinen unnötigen Ansagen a la: „Bitte kauft unser Merch, es ist zwar völlig überteuert, aber wir brauchen das Geld wirklich“ genau das, was angesichts seiner lahmen Darbietung schon klar war: Bock hat er keinen, aber er wird halt dafür bezahlt. Mehr braucht man zu dem Gig nicht schreiben...
Bevor es für FREEDOM CALL auf Headliner-Tour mit Luca Turilli´s Rhapsody geht, feiern sie noch auf ein paar Headliner-Shows Happy Metal-Partys mit Fans. Gut gelaunt und mit einer riesen Stimmung unter den gefühlt 3.000 Anwesenden wird nun 17 lange Songs mitgesungen und -gefeiert. FREEDOM CALL ziehen mal wieder eine perfekte Live-Show ab, und es scheint den Rockstars völlig egal zu sein, wie viele Zuschauer bei ihren Shows anwesend sind: Hauptsache, es rockt wie die Sau. Chris Bay ist ein begnadeter Entertainer und Sänger, fast der letzte seiner Art im Happy Metal-Zirkus. Die Setlist ist geprägt von „Land Of The Crimson Dawn“, dem neuen FREEDOM CALL -lbum. Ein super Drum-Solo von Klaus Sperling rundet das Happy Metal-Erlebnis ab.
Setlist FREEDOM CALL:
We Are One
United Alliance
Hero on Video
Tears Of Babylon
Rockstars
Farewell
Drum Solo
Sun in the Dark
The Quest
Rockin' Radio
A Perfect Day
Warriors
Power & Glory
Land Of LightFreedom Call
Metal Invasion
Schweiz-Schweden-Schwabenland
Drei Bevölkerungsgruppen mit einer sehr eigenen Mentalität und einer Gemeinsamkeit: Heimattreue! Wenn diese drei aufeinander treffen, dann wird zusammen gefeiert, was verbindet. Die Schweizer von ELUVEITIE sind heute im bis auf den letzten Platz vollgestopften Lka in Stuttgart zusammen mit SABATON angereist, um die Metal-begeisterten Schwaben aufs Feinste zu unterhalten und vom keltischen Kriegsgeschehen aus vergangenen Zeiten zu singen. SABATON haben ihr neues Album "Carolus Rex" im Gepäck, das ebenfalls vom Aufstieg und Fall des schwedischen Reichs erzählt. Die Mischungen aus Folk Metal und Power Metal haben also inhaltlich durchaus ihre Gemeinsamkeiten. Aber auch, was das Anheizen von Fans angeht, stehen sie sich in nichts nach. ELUVEITIE sind - genauso wie die dicht gedrängten Fans, die außer Hände-Hochreißen nicht viel Spielraum haben - fast zum Stillstehen verdonnert: Zu acht drängen sie sich im vorderen Bereich der Bühne, denn im Hintergrund ist schon das Set der Schweden aufgebaut. Nichtsdestotrotz ist sofort die Stimmung am Kochen, als Chrigel den Titelsong des aktuellen Albums "Helvetios" zu singen beginnt. Der Sound ist gut, und auch die stimmliche und instrumentale Darbietung lässt keine Kritik laut werden. Die ewig tourenden Schweizer sind routiniert, vielleicht ein wenig zu sehr. Aber das Wichtigste - die Fans aus dem Nuclear Blast-Hoheitsgebiet haben riesigen Spaß und singen jedes Folk Metal-Lied mit, was man nicht zwangsläufig erwarten konnte, denn 99% tragen heute SABATON-Shirts.
Setlist ELUVEITIE:
Helvetios
Luxtos
Neverland
Uxellodunon
A Rose For Epona
Divico
Inis Mona
Thousandfold
Alesia
The Uprising
Havoc
SABATON werden von Beginn an frenetisch gefeiert, die Stimmung ist so gigantisch, dass sie Ausfallschritt-Joakim gleich beim ersten Song eine dicke Gänsehaut zaubert. Fanclubs, mit Flaggen bewaffnet und im SABATON-Look, zeigen ihren uneingeschränkten Support für die Band - trotz des Line-Up-Wechsels zu Beginn des Jahres. Joakim Brodén und Bassist Pär Sundström sind die einzigen verbliebenen Mitglieder, und beide haben zu Beginn der Tour große Bedenken geäußert, dass die Fans sich für den Wechsel mit gestrecktem Mittelfinger bedanken könnten. Am 2. April 2012 wurden Chris Rörland, Thobbe Englund (beide E-Gitarre) und Robban Bäck (Schlagzeug) als neue Bandmitglieder bestätigt. Da bis dato kein neuer Keyboarder gefunden wurde, laufen auf der Tour alle durch Daniel Mÿhr eingespielten und aufgenommenen Keyboardspuren vom Band. Die neue SABATON-Crew ist großartig, die Band wirkt wie ein jahrelang eingespieltes Team mit einer dermaßenen Spielfreude - einfach geil! Für die Begeisterung unter den Fans, die nicht ein einziges Mal während der Tour den Mittelfinger gegen die Band gehoben haben, bedankt sich Joakim nach fast jedem gespielten Song. Natürlich darf der Running Gag „ Noch-ein-Bier“ nicht fehlen, bei dem es um das „Exen“ des Getränks geht - normalerweise erledigt das der Sänger. Dieses Mal treten die Fans gegen ihn an. Der schnellste im Lka schafft es, das Glas in 3,3 Sekunden zu leeren. 0,5 Hundertstel schneller als Joakim. Überhaupt ist der Frontmann der Schweden ein Entertainer und Meister in der Interaktion mit Fans. Die Crowd stimmt durch lautes Gebrüll ab, was SABATON spielen sollen, klar, dass so jeder auf seine Kosten kommt und auch wirklich alle Hits ihren Platz finden. `Karolinens bön` wird komplett in Schwedisch gesungen, genau wie auf der Special Edition von "Carolus Rex" - hier wurde das komplette Album noch einmal in Schwedisch eingesungen. Beim Instrumental `The Hammer Has Fallen` setzt sich Joakim Broden selbst an die Keyboards, begleitet von Akustikgitarre. Schade nur, dass das Amon Amarth-Cover `Twilight Of The Thundergod` in der Setlist fehlt. SABATON sind und bleiben Rampensäue - eine exzellente Live-Band, die nie enttäuscht. Es ist ein historischer Abend im Lka.
Setlist SABATON:
The March To War
Ghost Division
Gott mit uns
Poltava
Swedish Pagans (Wahl des Publikums)
White Death (Wahl des Publikums)
Carolus RexKarolinens bön
40:1
Cliffs Of Gallipoli
Uprising (Wahl des Publikums)
Midway
Dominium Maris Baltici
The Lion From The North
The Hammer Has Fallen
Attero Dominatus
The Art Of War
Primo Victoria
Metal Crüe