LEGACY - The Voice from the Darkside

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Playtimes:

13:30 - Soon
14:25 - Lord Of The Lost
15:45 - Van Canto
17:25 - The 69 Eyes
19:15 - Die Apokalyptischen Reiter
21:15 - Sonata Arctica

 

Festivalticket 49,50 Euro

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Hexentanzfestival & Walpurgisschlacht 2013

Wednesday, 06 February 2013 22:19

Festivalzeit im Saarland! An was denkt der geneigte Freak dann direkt? Richtig, Hexentanzfestival bzw Walpurgisschlacht - und das achte Stattfinden des Festivals bringt auch gleichzeitig eine Premiere mit sich, zieht das traditionsreiche Event doch vom Bostalsee an die schöne Kulisse des Losheimer Stausees. Das Line-Up des "Kombi-Events" kann sich dabei erneut sehen lassen, und bietet wieder für alle Geschmäcker von NDH über Power Metal bis hin zu Dark Rock für so ziemlich jeden Geschmack mehrere Perlen ihres Genres.
Für harte, zackige Gitarrensounds aus der Sparte "Neue Deutsche Härte" spielen so zum Beispiel niemand Geringeres als EISBRECHER zum Tanze, über die man ja nun wirklich kein Wort mehr verlieren muss, und auch STAHLMANN wissen in dieser Hinsicht zu begeistern - mit nur zwei VÖs zwar noch nicht gerade alte Hasen, aber mit überaus reger Touraktivität aufgrund der Veröffentlichung von "Quecksilber" letztes Jahr weiß die Band (die übrigens 2011 bereits die Festivalbesucher beglückten) definitiv, wie man die Besucher bei Laune hält.

Wer es lieber Old School Heavy mag, der wird sich sicher über die Ankündigung freuen, dass SONATA ARCTICA sich ebenfalls einen Platz im Line-Up ergattern konnten. Die Finnen, die sich schon seit nunmehr fast 15 Jahren und im Laufe von sieben Studio-CDs eine mehr als treue Fanbasis aufgebaut haben, vertreten ihre musikalische Schublade wie letztes Jahr Edguy zwar quasi allein, aber sicherlich deswegen kein bisschen leiser.

Achja, apropos Old School, an dieser Stelle sollte auch die NEW MODEL ARMY Erwähnung finden. Musikalisch eher ein Exot auf dem Festival und auch nicht oft in unseren Breitengraden zu sehen, headlinen die Independent-Briten um Justin Sullivan mit den Punk-Wurzeln das diesjährige Festival und stellen nicht nur einen der meisterwarteten Acts dar, sondern auch einen, auf dessen Perfomance man am gespanntesten sein darf. Aber was soll bei über 30 Jahren Bühnenerfahrung schon schiefen gehen, nicht wahr?
Für Freunde des Dark Rock bietet das Hexentanzfestival in diesem Jahr ein paar ganz besondere Höhepunkte, findet sich doch mit den 69 EYES aus Finnland einer der ganz ganz großen - wenn nicht sogar der größte - Acts seiner Kategorie höchstselbst am Stausee von Losheim ein. Die Landsleute von Sonata Arctica, die für ihre düster, aber auch dreckig-sleazigen Nummern, getragen von der tiefen Stimme von Frontmann Jyrki 69, von ihren Fans geradezu fanatisch geliebt werden, veröffentlichten letztes Jahr gerade ihr zehntes Album, passenderweise "X" betitelt, und werden davon sicherlich den einen oder anderen Hit im Gepäck haben.
Und in puncto Fan-Hingabe stehen ihnen hier die deutschen LORD OF THE LOST in nichts nach. Aufgrund starker Festivalpräsenz 2012, einer Tour mit Eisbrecher, der ersten eigenen Headlinertour mit der ebenfalls auf dem Line-Up befindlichen UNZUCHT und natürlich auch der Veröffentlichung des Über-Albums "Die Tomorrow" quasi von 0 auf 100, was den Bekanntheisgrad angeht, bringt die Band um Chris "The Lord" Harms vor allem die Herzen weiblicher Fans zum Hinschmelzen.
Und dann wären da noch MONO INC. - Kommentar überflüssig, Dark Rock-Fraktion ekstatisch.
Wer es hingegen etwas wilder mag, der freut sich sicher über zwei Juwelen des finnischen Folk Metal, die sich in puncto powervoller und mitreißender Bühnenshow nichts schenken: Da wären zum einen die marodierenden Wikinger von ENSIFERUM, die frisch von der "Bearers Of The Sword" Tour zu heimischen Gestaden zurückgekehrt, nun erneut zum Plündern und Brandschatzen losziehen, unterstützt von ihren Landsleuten von KORPIKLAANI, die es nach der Heidenfest-Tour ebenfalls nicht lange in der Heimat gehalten hat - wozu auch, gibt es doch noch so viele Leute die nicht ausreichend mit Material des "Manala"-Albums beglückt wurden. Mit im Gepäck haben sie dabei noch als besonderes Schmankerl METSATÖLL, was für Eingeweihte den einen oder anderen Ohr-gasmus verursachen dürfte.
Folk gut und schön, aber vielleicht mit etwas weniger wüstem Metal gefällig? Auch damit wird gedient. Ordentlich Met und Spaß gibts sicherlich wieder bei FEUERSCHWANZ und ihren Miezen, die schon auf mehreren vergangenen Hexentanz-Festivals zur Polonaise über das gesamte Festivalgelände aufriefen - das wird wohl wieder ein ziemliches "Walhalligalli"... ernster (nun ja, ein wenig jedenfalls) geht´s bei VOGELFREY zu. Die junge Band aus Hamburg veröffentlichte 2012 mit "Zwölf Schritte zum Strick" zwar erst ihr zweites Album, konnte aber in den letzten ein, zwei Jahren ebenfalls schon eine Menge Bühnenerfahrung, unter anderem auch auf Festivals wie Summer Breeze und Wacken, sammeln, und die druckvollen Mittelalter-Metal-Songs der Band tun ihr Übriges, um die ersten Reihen die Kilts um die Ohren zu blasen! (Also bitte mit Unterwäsche erscheinen, Herrschaften...)
Um den Rahmen nicht zu sprengen, seien die restlichen Bands hier nur kurz erwähnt, wobei sie aber ganz klar nicht minder erwähnenswert sind: Da wären die chaotischen APOKALYPTISCHEN REITER, LUSTKIND (die ihren Platz auf der Setlist beim entsprechenden Contest verdienterweise gewannen), DIARY OF DREAMS, VAN CANTO, die Meister von Rakkatakka und Dandan, die Herren von COPPELIUS, die Düster-Rocker SOON und last but not least, MAERZFELD (a.k.a. Stahlzeit).
Natürlich wird auch dieses Jahr und trotz des Locationwechsels für leibliche Wohl wieder bestens gesorgt sein! Und wer von den Stars On-Stage nicht genug bekommen kann, der wird sicher erfreut sein, dass die Tradition des Meet & Greets mit vielen der teilnehmenden Künstler natürlich auch in diesem Jahr nicht gebrochen wird.
Wie sich die teilnehmenden Künstler dabei auf die zwei Festivaltage Hexentanzfestival und die Walpurgisschlacht verteilen, ist noch offen, die Spielzeiten werden aber alsbald bekanntgegeben werden, einfach mal einen Blick auf die Festivalseite werfen: http://www.hexentanz-festival.de/index.html
Und was soll der Spaß kosten? Ein Dreitagesticket ist für 54,50 Euro zu haben, die Tagestickets schlagen mit 33,-  bis 36,- Euro zu Buche. Wer die Walpurgisschlacht weglassen will und sich nur auf dem Hexentanzfestival ausleben will, der kann das für 44,50 Euro tun.
Tickets gibt es unter http://tickets.rockimdorf.com/
Gezeltet werden kann übrigens auf dem ebenfalls direkt am Stausee gelegenen Vier-Sterne-Campingplatz, der auch Platz für Wohnwägen bietet. Drei Tage für 17,50 Euro.

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SONATA ARCTICA 'Shitload Of Money'

Tuesday, 28 August 2012 08:43
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Die finnischen Melodic Metaller SONATA ARCTICA konnten sich mit ihrem neuesten Werk "Stones Grow Her Name" weltweit in die Charts katapultieren. Bereits nach wenigen Tagen erreichten Sie darüber hinaus in ihrer finnischen Heimat Goldstatus und stehen auch in der zweiten Woche nach der Veröffentlichung an der Spitze der nationalen Verkaufscharts.

Die Chartergebnisse nach der ersten Woche:

innland 1
Ungarn 13
Schweiz 21
DFeutschland 24
Österreich 29
Schweden 37
Norwegen 39
Frankreich 54
Italien 72
Holland 72
Kanada 79
Belgienn (Wallonie) 79
Spanien 97
 
Sweden Rock Charts 5
Canada Rock Charts 7
UK Rock Charts 9
 
Auch in den USA landeten SONATA ARCTICA auf einem grandiosen 9. Platz der der Billboard Heatseekers Charts und konnten mit 2.225 Einheiten ihre bis dato verkaufstärkste erste Woche generieren.  

Congratulations!

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Noch innerhalb der ersten Veröffentlichungswoche, erreichte das neue SONATA ARCTICA Goldstatus in deren finnischem Heimatland. “Ich habe die Neuigkeiten eben  erfahren”, jubelt Vokalist Tony Kakko. “Das ist großartig, unsere neunte Goldauszeichung in Finnland. Kiitos Suomi!“
 
Ebenfalls gibt es die ersten Tourdaten zu verkünden:
„Wir freuen uns, den ersten Teil der "Stone Grow Her Name World Tour" Daten bekanntgeben zu dürfen. Wir haben die Tränen und das Flehen unserer Fans erhört und darauf reagiert. Wir starten in Warschau und spielen rund zwanzig Konzerte, weitere folgen nächstes Jahr. Seid daher bitte nicht enttäuscht, wenn euer Land noch nicht auf der Liste ist, wir kehren nochmals zurück.“
 
SONATA ARCTICA - "Stones Grow Her Name World Tour 2012"
 
03.11.12 PL-Warsaw Progresja
04.11.12 D-Berlin Columbiaclub
06.11.12 D-Hamburg Markthalle
07.11.12 D-Cologne Essigfabrik
08.11.12 B-Antwerpen Trix
09.11.12 NL-Tilburg 013)
11.11.12 D-Bochum Zeche
12.11.12 D-Aschaffenburg Colos-Saal
13.11.12 F-Lille Le Splendid
14.11.12 F-Paris Bataclan
16.11.12 E-Madrid La Riviera
17.11.12 E-Barcelona Razzmatazz
19.11.12 F-Lyon Le Transpordeur
20.11.12 D-Stuttgart LKA Longhorn
21.11.12 CH-Pratteln Z7
22.11.12 I-Milano Alcatraz
24.11.12 CZ-Prag Winter Masters of Rock
27.11.12 D-Munich Backstage Halle
 
Kostenlose Songpier:
http://songpier.com/sonataarctica
 
www.SONATAARCTICA.info | www.facebook.com/SONATAARCTICA | Twitter.com/SONATAARCTICA
YouTube.com/SONATAARCTICA | www.nuclearblast.de/sonataarctica

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Sonata Arctica

Saturday, 28 April 2012 02:00

In Stein gemeißelt

Zum neuen, am 18. Mai dieses Jahres via Nuclear Blast erscheinenden Albums „Stones Grow Her Name“ ließ es sich Band-Leader Tony Kakko nicht nehmen, dem Legacy Rede und Antwort zu stehen.

„Dieses Album ist kein wirkliches Konzeptalbum. Es handelt von der Natur und vom Leben. Man kann auch viel auf Steinen lesen, nicht nur auf Grabsteinen. Das finde ich sehr interessant. Auf „Stones Grow Her Name“ haben wir viele Gastmusiker, wir haben ja schließlich auch Chöre. Es sind so viele, die kann ich gar nicht alle aufzählen. Timo Kotipelto von Stratovarius, eine unserer Lieblingsbands, ist unter anderem vertreten. Die Songs habe ich wie auf den letzten Alben alle selber geschrieben, jedoch haben beim Arrangement auch meine Mitstreiter mitgearbeitet. Das Cover-Artwork hat erneut der selbe Künstler gemacht (Inferi/Janne & Gina Pitkänen – Anm. d. Verf.).“ Auch die Studio-Arbeit lief gut durchstrukturiert: „Die meisten Songs sind bereits fertig, wenn wir ins Studio gehen. Es müssen dann nur noch Kleinigkeiten gemacht werden. Nur zwei Songs haben wir dieses Mal im Studio geschrieben; wir haben generell darauf geachtet, dass wir die Stücke möglichst live so spielen können. Bis auf die beiden 'Wildfire'-Tracks können wir auch alles live spielen. Auch bei den Drums haben wir bewusst komplexe Arrangements vermieden.“

Vom nördlichen Finnland in die ganze Welt

Man sollte meinen, dass eine Band wie SONATA ARCTICA schon die gesamte Welt auf ihren Touren gesehen hat, jedoch gibt Tony zu: „Wir waren noch nie in Island. Gerne würde ich auch mal irgendwo in Afrika spielen. Das wäre cool. Am liebsten toure ich durch Nordamerika: Dort kann man 24 Stunden shoppen gehen. Ab und zu machen wir nachts einen Bus-Stopp bei Walmart und kaufen ein, was wir so zum Leben brauchen. In Europa besteht das Problem, dass wir früh aufstehen müssen, um uns mit dem Nötigsten zu versorgen.“ So sehen Tour-Probleme aus, und er fährt fort: „Das Touren stört uns nicht so sehr; es gibt ja das Internet und Skype, so dass man immer nah bei den Menschen ist, bei denen man sein will. Sechs Wochen sind also kein Problem. Wenn ich dann mal zu Hause bin, spiele ich am liebsten Online-Games oder gucke mir verpasste TV-Serien auf DVD an. Meine ganzen Musikprojekte mache ich ja auch noch von zu Hause.“ Auch zu dem für unser Verständnis schier unglaublichen Reservoir an Bands aus Finnland hat Tony eine Erklärung parat: „Wir Finnen sind Melo-Leute, wir sind eher depressiv. Das liegt wahrscheinlich auch am natürlichen Umfeld. Hier ist es dunkel, kalt, und es schneit häufig. Für viele Leute ist das die Hölle, für mich ist es der Himmel. Alles hat damals mit Stratovarius angefangen, die waren schon ziemlich groß. Danach kamen Nightwish, und das Ganze ist förmlich explodiert.“

Tonys Song-Analyse

„Beginnen wir mit 'Only The Broken Hearts (Make You Beautiful)': Dieses Stück habe ich ursprünglich für eine andere Band geschrieben, aber dann haben wir es doch verwendet. Die eingängige Melodie ist deutlich SONATA ARCTICA-Style. Was soll man zu 'Shitload Of Money' noch sagen? Der Titel ist Programm. 'Losing My Insanity' wartet mit einer sehr eingängigen Melodie auf. Zu 'Somewhere Close To You' ist zu sagen, dass es der härteste Song ist, den wir geschrieben haben. Ursprünglich war er für ein Solo-Projekt von mir gedacht, aber jetzt ist er halt auf dem Album. 'I Have A Right' wird unsere erste Single und unser erstes Video dieses Albums. Für mich ist es der beste Song auf dem Album mit seinem Stil aus Pop und Rock. Hierbei geht es um die Message, wie Kinder ohne Vorurteile aufwachsen. 'Alone In Heaven' ist ein Rock-Song, in dem es darum geht, dass eine Menge Leute, die ich kannte, gestorben sind, und das macht einen nachdenklich. 'The Day' zeichnet die Stimmung nach dem verheerenden Tsunami in Japan nach. Wir bekamen in Barcelona auf unserer Europatour die Nachricht davon. Wir wurden an jenem Morgen angerufen und hatten ja auch Glück, dass wir zu der Zeit nicht in Japan tourten. In diesem Song geht es um eine Person, die das Ganze alleine überlebt. Es war definitiv schwer, den Song zu schreiben. Bei 'Cinderblox' habe ich zuerst an den Synthesizern herumgespielt, dann haben sich die anderen dazu entschlossen, dass wir dies ausbauen und auf das Album packen. Es geht darin um jemand, der im Gefängnis sitzt. In 'Don't Be Mean' geht es um menschliche Beziehungen und wie zerbrechlich sie doch manchmal sind. Als letztes kommen die zwei 'Wildfire'-Songs 'Wildfire Part II: One With The Mountain' und 'Wildfire Part III: Wildfire Town Population 0', die ich als eine große Erzähleinheit verstanden wissen möchte. Im ersteren wird die Erzählung aufgebaut, und im dritten Teil geht es aggressiv weiter. Man hört Kleinigkeiten, die bereits auf dem ersten 'Wildfire' auf dem Album „Reckoning Night“ zu hören sind. Man muss nur genau hinhören. Schwer herauszuhören, aber sie sind drin, wirklich.“

Bleibt nur noch zu sagen, dass sich das neue SONATA ARCTICA-Album sehr gut anhören lässt. Geplant ist dieses Mal keine Special Edition, dafür gibt es insgesamt drei Videos, nämlich neben 'I Have A Right' noch zu 'Alone In Heaven' und zu 'Shitload Of Money', die beide in Kemi, der Stadt, aus der SONATA ARCTICA kommen, gedreht wurden. Die Band schickt sich an, nach Ostern einige Festivals zu rocken, im September geht dann die Tour in Finnland los, und sie erreicht im November auch den Rest von Europa. Also hingehen und sich überzeugen, dass die Jungs tatsächlich ihre Songs gut beherrschen. – Auf den letzten Touren haben sie immer wieder bewiesen, dass sie eine sehr gute Live-Band sind.

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In Stein gemeißelt für die Ewigkeit, so könnte man das neue SONATA ARCTICA-Album beschreiben. Nach ihrem letzten starken Album stellte sich die Frage, ob man es toppen könnte. Toppen können sie es nicht, aber zumindest gleichziehen und wiederum eine sehr hohe Qualität darbringen. Die üblichen SONATA ARCTICA-Charaktereigenschaften wie eingängige Melodien und eine Menge Power konnten beibehalten werden. Dazu gesellt sich eine neu gefundene Einfachheit, die den Songs zusätzlich das gewisse Etwas gibt. Direkt mit dem ersten Song 'Only The Broken Hearts (Make You Beautiful)' weist man den Weg, auf dem es weitergehen soll. Die Melodie verspricht schon jetzt, ein Klassiker zu werden. Mit 'Shitload O' Money' geht es zuerst bluesig los, um dann wieder in die bekannte SONATA ARCTICA-Richtung zu schwenken. 'Losing My Insanity' geht nach vorne los und wird bestimmt auch ein Live-Kracher. 'Somewhere Close To You' beginnt überraschenderweise fast thrashig, verliert aber durch Tonys Stimme nie den Bezug zu SONATA ARCTICA. Der absolute Übersong stellt sich mit 'I Have A Right' heraus: Er hat alles, was wir uns von den Finnen wünschen. Mit 'Alone In Heaven', einer schnellen Powerballade geht es weiter. 'The Day' ist durch seine Thematik des Tsunamis der nachdenklichste und traurigste Song auf dem Album. Genial die Refrain-Stelle „I write these lines alone on the rooftop of my home“. 'Cinderblox' punktet mit seinen netten Einfällen und Country- und Western-Feeling, die schöne Ballade 'Don't Be Mean' und die beiden 'Wildfire'-Songs, die den bekannten Song aus „Reckoning Night“ weiterführen, schließen das überragende und sehr hörenswerte Album. Gerade der letztere der beiden eignet sich als guter Rausschmeißer.

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Sonata Arctica

Friday, 28 October 2011 02:00

Sonatisch, arktisch, geil

So mancher ausgewachsene Mann hat schon heftige Gänsehäute bekommen angesichts der immer wieder begeisternden, zwischen dramatisch und herzzerreißend wechselnden SONATA ARCTICA-Melodien, die seit dem 2007er-Top-Ten-Machtwort „Unia“ – Finnisch für „Träume“ – auch in „angeproggt“ zu haben sind. Auf ihrer zweiten Konzert-DVD „Live In Finland“, die die am 15. April 2011 in Oulu aufgenommene Show sowie einige zusätzliche Auftritte, drei Musikvideos und Bonusmaterial zeigt, heißt es bei Tony, Elias, Henrik, Marko und Tommy auch wieder: Ein Hoch auf die Gänsehaut und den dazugehörigen Soundtrack!

Kaum zu glauben, dass SONATA ARCTICA am Anfang ihrer Karriere 1996 noch Tricky Beans bzw. Tricky Means hießen und stilistisch nicht sonderlich viel mit Speed/Power Metal zu tun hatten, für den sie ja seit Langem weltweit geliebt werden. Alles änderte sich mit ihrem ersten metallisch ausgeprägten Demo „FullMoon“, das 1999 herauskam und noch im selben Jahr den Weg für die Veröffentlichung ihres Debüts „Ecliptica“ bei Spinefarm Records ebnete. Es folgten Touren mit Rhapsody, Stratovarius, Nightwish, Gamma Ray oder Iron Maiden, zahlreiche Länder in Europa und Südamerika, aber auch die USA und Japan wurden bereist. Nach dem Launch ihres dritten, sehr erfolgreichen Albums „Winterheart’s Guild“ endete der Vertrag mit Spinefarm und ein neuer, bis heute gültiger mit Nuclear Blast wurde bald unterschrieben. Nachdem Keyboarder Mikko Härkin 2002 SONATA ARCTICA aus persönlichen Gründen verlassen hatte, kam Henrik Klingenberg in die Band, indem er das Bewerbungsgespräch im Rahmen eines „Teetotaler“-Barabends erfolgreich absolviert und sich so gegen einen anderen, ebenfalls äußerst versierten Tastenmann durchgesetzt hatte. Der sowohl in Klassik als auch Jazz ausgebildete Klingenberg hat laut Homepage „all kinds of shit with all kinds of people“ gespielt und als Job-Alternative fällt dem Vollblutmusiker hauptsächlich die Tätigkeit als „a retired musician“ ein.

Aufgewachsen ist Henkka mit klassischen Rock-Bands wie AC/DC und Bon Jovi, später kam das Interesse für härteren Stoff vom Typ Metallica, Pantera und Slayer hinzu. „Als Teenager hatte ich den Wunsch, mich irgendwie auszudrücken, und Musik war dasjenige Medium, welches mich am meisten ansprach.“ Für das großartige Songwriting ist hingegen meist Sänger Tony Kakko zuständig, der passenderweise nicht nur ein ganz großer Queen-Fan, sondern auch für alle möglichen anderen Musikrichtungen zu haben ist. Tony ist ein ziemlich theatralischer Frontmann und repräsentiert die Band auf eindringliche und lebendige Weise. Seine erstklassige Stimme tut dabei natürlich ihr Übriges. Auf der aktuellen, am 28. Oktober dieses Jahres erscheinenden Live-DVD gibt es neben diversen metallisch-bombastisch knallenden Songs (zu einem Drittel stammen diese vom letzten Studioalbum „The Days Of Grays“) und einem klasse Instrumental-Part auch ein beschauliches Akustik-Set, das Lagerfeueratmosphäre durch ein ziemlich echtes Lagerfeuer etwas abseits der Bühne zaubert. Ein Pyrotechniker hatte die Idee, deren Umsetzung sehr gelungen ist: Alle Musiker sitzen mit Gitarre um die Flammen und lassen echte finnische Gemütlichkeit aufkeimen. Die Videoaufnahmen in Form zu bringen, war harte Arbeit: „Wir haben mehrere Monate an den Feinheiten des Materials getüftelt“, kommentiert Henrik, „mit den Ergebnissen sind wir aber sehr zufrieden.“

Auf dem Making-Of sieht man übrigens hunderte von Die-Hard-Fans, die sogar aus Ungarn anreisen, um ihre Helden zu sehen. Wofür SONATA ARCTICA am meisten geliebt wird, weiß allerdings selbst Henrik nicht genau: „Keine Ahnung, vielleicht dafür, dass wir uns auf jedem Album etwas Neues einfallen lassen, dynamisch bleiben und grundsätzlich eine positive Lebenseinstellung nach außen tragen.“ Dass dabei Kitsch nie allzu weit entfernt ist, findet er nicht schlimm: „Es gibt bei jeder Musik Tendenzen in Richtung Cheesiness, was aber voll in Ordnung ist. Natürlich versuchen wir, nicht zu cheesy zu werden, was uns hoffentlich gelingt.“ Das klingt glaubwürdig, denn Humor und Selbstironie ist den Band-Mitgliedern nicht fremd. So beantwortet der Bassist Marko Paasikoski die Frage nach dem verrücktesten Gerücht über sich mit „I’m only a bass player, WTF are you talking about?“ und nach der dümmsten Frage, die man ihm gestellt hat mit „Was ist die dümmste Frage, die dir jemals gestellt worden ist“.

Hinsichtlich nationaler Metal-Geheimtipps kann Henrik die Bands Winterborn, Amoral, Diablo und Battle Beast empfehlen. Wer aber nichts anderes als SONATA ARCTICA an Ohr und Seele lässt, darf kommendes Frühjahr aufhorchen, wenn ihr siebtes Studioalbum erneut die Charts erstürmen und den Jungs womöglich ihre fünfte goldene Schallplatte bescheren wird: „Wir proben bereits für die Studio-Sessions, und soweit klingt alles äußerst vielversprechend. Bisher haben wir immer mit unterschiedlichen musikalischen Aspekten experimentiert und werden auch weiterhin Neues ausprobieren. Das heißt, dass es zum Beispiel „Unia 2“ zumindest in naher Zukunft nicht geben wird.“ Das macht ja nichts, solange der ewige Metal-Fluss nicht unterbrochen wird und die Fans was richtig Geiles zum Bangen haben. Headbangen, wohlgemerkt.

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Freitag:
Das Wetter meint es auch dieses Jahr wieder an Pfingsten sehr gut mit den Besuchern in Gelsenkirchen. Gute Laune wohin man blickt! Als die blutjungen Black-Thrasher KETZER das Festival eröffnen, ist es schon beachtlich voll vor der Bühne. Der Sound geht für Opener Verhältnisse voll in Ordnung und wird im Laufe des Sets immer differenzierter. Die Band präsentiert sich gut eingespielt, herrlich rotzig und wirkt durch die Bank authentisch. Die Jungs stehen unübersehbar voll und ganz hinter dem, was sie da tun. Gitarrist und Sänger Executor feuert die Meute immer wieder an und geht voll aus sich heraus. Hier wächst langsam eine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz für Deströyer 666 heran. Am geilsten kommen heute `Satans Terror Brigade` sowie der Überhit `The Fire To Conquer the World`.

NECROS CHRISTOS sind zwar nicht mehr ganz so jung wie die Jungs von KETZER, dürfen ausserhalb des Undergrounds aber getrost noch als Newcomer bezeichnet werden. Daher versammelt sich nur eine kleine Schar vor der Bühne, welche die Berliner jedoch umso begeisterter feiert. Zurecht, denn NECROS CHRISTOS schaffen es, ihren knarzigen Gruft-Sound nahezu eins zu eins auf die Bühne zu bringen. So ist es kein Wunder, dass der hypnotisch groovende Death Metal nach und nach mehr Zuhörer in seinen Bann schlägt. Auf der Bühne ist dagegen leider nicht so viel los, allerdings ist es auch der frühen Spielzeit anzulasten, dass NECROS CHRISTOS ihre Show nicht mittels stimmungsvoller Beleuchtung atmosphärisch aufmöbeln können. Trotzdem, ein großartiger Gig einer aussergewöhnlichen Band.

KATATONIA setzen mehr auf Melancholie als auf Okkultismus. Was normalerweise eher im Wiederspruch zur Feierlaune eines Festivals steht, funktioniert heute allerdings ganz gut. Die Band geht engagiert zu Werke und auch Fronter Jonas Renkse wirkt heute nicht so steif wie sonst. So geht der Gig der ausschliesslich die letzten vier Alben berücksichtigt völlig in Ordnung.

Der Kontrast zwischen den nordischen Melancho-Rockern und SABATON könnte kaum größer sein. Die Schweden sind in den letzten Jahren zu einer Party-Granate erster Güte gereift. Und so fahren die Schweden die hart erarbeitete Ernte ein. Zwar kann nicht jeder mit dem keyboardlastigen Power Metal und den Weltkriegs-Lyrics etwas anfangen, doch die Reaktionen des mittlerweile gut gefüllten Amphitheaters sprechen eindeutig für SABATON. Doch während die Band in ihrer Performance mittlerweile Erstliga Niveau erreicht hat, merkt man vor allem dem Material der neuen Scheibe „Coat Of Arms“ erste Verschleisserscheinungen an. Besonders, wenn Klassiker wie `Attero Dominatus` oder `Primo Victoria` intoniert werden, die doch deutlich mehr Durchschlagskraft besitzen als zum Beispiel das neue `Uprising`. Trotzdem, ein geiler Auftritt, der mit der Homage an den Metal `Metal Machine` ausklingt.

Cool as Fuck präsentiert sich heute Mikael von Opeth als Frontmann der göttlichen BLOODBATH. Zerschlissene Lederjacke, spiegelnde Pilotenbrille und optisch einwandfreie Gesten und Posenbleiben hängen. Die herrlich angepisste Gesangsleistung und die humorvollen Ansagen und Kommentare in den Songpausen tun ihr übriges. Viele Besucher freuen sich sichtlich, nach drei eher ruhigen und schwerverdaulicheren Bands nun mal richtig die Sau rauslassen zu können. Nur darum geht es auch den Musikern hinter BLOODBATH, die neben ihren anspruchsvolleren Hauptbands hier einfach nur mal abgehen und ihren Wurzeln huldigen wollen. Wenn sich die Schweden auf ihre Frühwerke konzentrieren (`Breeding Death`, `Blood Vortex`, `Outnumbering The Day`, `Eaten`, `Soul Evisceration`), geht am meisten die Post ab. Ansonsten lässt ein neues Stück das auf einer EP stehe nwird, aufhorchen. Dieses schielt nämlich wieder deutlicher als zuletzt auf die alte Schule. Ein Brett von einem Gig!

Die Entscheidung, die anschließende Position des Tages-Headliners mit THE DEVILS BLOOD zu besetzen, polarisiert stark. Zirka 20% des Publikums, verlassen nach dem ersten Setdrittel das Amphitheater. Der Rest quetscht sich allerdings vor die Bühne und saugt die magische Show der Holländer voll in sich auf. Heute werden zusätzliche Background-Sängerinnen und eine phänomenale Lightshow aufgefahren. Die Band verzichtet vollständig auf Kommunikation mit dem Publikum und lässt nur die Musik sprechen. Dies wirkt für Zuschauer die nicht mit der Band vertraut sind, etwas befremdlich. Zudem lassen sich THE DEVILS BLOOD heute immer wieder in Minutenlange Jam-Einlagen fallen, die sehr hypnotisch und psychedelisch auf die Crowd wirken. Ausnahme-Gitarrist Selim, seine Schwester sowie die Mitmusiker, spielen sich in einen Rausch und wirken stellenweise wie in Trance. Dies überträgt sich auch auf einen großen Teil des Publikums. Welch geilen Sound diese 3 Gitarristen heute auffahren, ist nicht von dieser Welt. Und wieviel Leidenschaft Selim in seine Soli legt, ebenfalls nicht. Am intensivsten wirken heute `The Anti Cosmic Magic`, `Voodoo Dust`, `Christ Or Cocaine` und `Heavens Cry Out…`. Einer der herausragensten Gigs des gesamten Festivals. Trotz der Erkenntnis, das THE DEVILS BLOOD in kleinen Clubs immer noch einen Tick intensiver wirken als auf einer großen Festival-Bühne.

Samstag:

ORDEN OGAN gelten spätestens seit ihrer letzten Scheibe „Easton Hope“ als die neue deutsche Power Metal Hoffnung. Und in der Tat können die Jungs mit ihren Bombastkompositionen die noch unter den Folgeerscheinungen der letzten Nacht leidenden Zuhörer überzeugen. Auch die in der Mittagssonne wenig effektive Pyro-Show kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit den Arnsbergern in Zukunft verstärkt zu rechnen sein wird.

EVILE dagegen sind ein zweischneidiges Schwert. Der stark an Metallica erinnernde Thrash der Insulaner will einfach zuviel. Einerseits komponieren die Briten Rifflastig und ausufernd, andererseits schleichen sich immer wieder allzu ohrenschmeichelnde Refrains und Melodien ein. Die Mehrheit der Anwesenden hat damit jedoch kein Problem, und so fahren die Jungs den Applaus ein, den ihre Performance freilich verdient hat.

BULLDOZER war in den Goldenen Achtzigern eine der wenigen Metal-Combos aus Italien. Mit ihrem fiesen Thrash-Metal räumen sie heute voll ab! Fronter Alberto Contini zelebriert seine Messe im Priestergewand diabolisch vom Predigerpult und gibt alte und neue Hits zum Besten. Eine echte (Wieder-)Entdeckung!

Wenn vom großen Thrash Revival gesprochen wird mit all seinen Reunions, wird ein Name schnell übersehen: ARTILLERY. Dabei gehen die Dänen derart frisch und energisch zu Werke, dass man kaum glauben mag, es hier mit doch schon etwas betagteren Herren zu tun zu haben. Besonders Shouter Sören Adamsen ist nicht nur ein souveräner Sympath, sondern auch ein erstklassiger Sänger, der auch die höhenlastigen Parts locker rausfeuert. Jetzt müssten ARTILLERY nur noch mit einem Album um die Ecke kommen, dass so knallt wie dieser Gig.

Die Kultband RAVEN zeigt anschließend der neuen Rock- und Metal-Generation eindrucksvoll, wo der Hammer hängt. KEINE andere Band schafft es dieses Wochenende, einen so perfekten Cocktail aus Energie, positiver Aggression, Spielfreude, Charisma sowie Sympathischer Ausstrahlung aufzufahren. Diese Band gibt heute 200% und spielt ihren Gig, als könnt es ihr letzter sein. Die Gallagher Brüder posen wie wild um die Wette und man sieht gerne davon ab, dass das Micky-Maus Mikrofon von Joel etwas eigenartig aussieht. Dafür fetzt er wie ein Berserker über die Bühne. Nebenbei wird erwähnt, dass die Heavy-Metal-Punk-Speed Veteranen bereits seit 1462 im Geschäft sind. Glücklicherweise gibt es wenig neues Material (`Breaking You Down`) und viele Klassiker von den ersten Alben (`All For One`, `Mind Over Metal`, `Speed Of The Reflex`, `Take Control`) zu hören. Wenn es überhaupt etwas zum motzen gibt, dann lediglich das mit `Lambs To Slaughter` und `I Don`t Need Your Money Honey` zwei der größten Gassenhauer fehlten. Bitte möglichst bald wieder in der Co-Headliner Position!

Nachdem RAVEN die Auszeichnung für die Spielfreudigste und Sympathischte Show bekommen haben, fahren die New Orleans Thrash-Urgesteine EXHORDER die Auszeichnung für den brutalsten und tightesten Gig des Festivals ein. Was für eine Urgewalt! Auch wenn sich die Musiker nicht mehr so viel und sick wie in den 90s bewegen (ein fanatischer Anhänger der Band aus dem inneren Rock Hard Kern meinte, etwas Speed hätte helfen können), haben sie nichts, aber auch gar nichts von ihrer Intensität eingebüßt. Sänger Kyle Thomas steht einem Phil Anselmo in Hochform nichts nach. Die Saitenfraktion ist mit NOLA Saints Shirts und Stickern dekoriert und agiert mit einer Präzision, die nichts anderes als Bewunderung und Ehrfurcht herbeiruft. Die Rhythmusfraktion peitscht unerbittlich nach vorne und dem extrem vielseitigen sowie extrem talentierten Drummer Tommy Buckley (Soilent Green, Crowbar) bei der Arbeit zuzusehen, ist eine echte Augenweide. EXHORDER gelingt das Kunststück, sehr tough und angepisst, aber trotzdem sympathisch zu wirken. Dem Godfather Of Metal, wie er in NOLA genannt wirt, entlocken die extremen Reaktionen im Pit immer wieder ein Grinsen. Aufgrund der subjektiv zu kurzen Spielzeit, bleiben leider einige Hammer-Songs ungespielt. Mit `Slaughter In The Vatican`, `Homicide`, `The Law`, `The Exhorder`, `Desecrator` und `Tragic Death`, stehen aber die wichtigsten Tracks im Set. Einer der geilsten Thrash-Gigs des Jahres, bitte MEHR davon!

ACCEPT mit – nicht nur stimmlich – herausragendem und absolut passendem neuen Sänger Mark Tornillo gehören zu den Abräumern des Festivals! Der Fünfer legt eine enorme Spielfreude an den Tag und ballert einen Hit nach dem anderen raus: ´Metal Heart´, ´Son Of A Bitch´, ´London Leatherboys´, ´Balls To The Wall´, ´Princes Of A Dawn´, ´Fast As A Shark´! Lediglich ein, zwei Stücke vom Überalbum „Russian Roulette“ fehlen zur Superbeglückung. Wie gut das – inklusive zweier starker neuer Songs – bei alten und jungen Fans ankommt, zeigt auch die Masse an Crowdsurfern. U.D.O hat definitiv eine extrem starke Konkurrenz bekommen!

Nach der phänomenalen ACCEPT Show stellt sich die Frage, ob hier KREATOR als Headliner noch einen draufzusetzen haben. Sie haben! Die Altenessener geben heute wirklich 200%. Mille verzichtet auf diverse eigenartige Ansagen der letzten Zeit und die Band präsentiert sich bestens eingespielt. Trotzdem wirken KREATOR weniger routiniert und kühl, als dies bei den letzten Shows der Fall war. Mille singt heute mit viel Power und Leidenschaft, was von einer sich nahe an der Perfektion bewegenden Video- und Lightshow sowie Sound gekrönt wird. Das Quartett ließ im Rahmen von „25 Jahre KREATOR“ zuvor ein Voting über die Band-Webseite laufen. Es sollten einige ältere, länger nicht gespielte Songs zum Zuge kommen. Auch wenn sich so mancher etwas mehr davon gewünscht hätte, werden die Tracks `Endless Pain`, `When The Sun Burns Red` und `The Pestilence` mit viel Euphorie aufgenommen. Die Titeltracks der Alben Nummer zwei bis fünf stehen genauso wie `Phobia`, `Hordes Of Chaos`, `Enemy Of God`, `Violent Revolution` und das intensive `Amok Run` im Set. Gemessen an den Publikums-Reaktionen, können KREATOR mit die enthusiastischsten Reaktionen des Wochenendes einfahren.

Sonntag:
SACRED STEEL wird die Ehre zu Teil, den dritten, erfreulicherweise erneut sonnigen Festivaltag, zu eröffnen. Die süddeutschen Kult-True-Metaller nutzen ihre Chance und begeistern schon zu früher Stunde – und das obwohl Fronter Gerrit bekennt, dass er völlig verkatert ist („Und kacken muss ich auch bald wieder!“). Höhepunkt des Auftritts ist sein Wandeln durchs Publikum und das Platznehmen auf der Tribüne während er den Hammer-Song „Carnage Victory“ zum Besten gibt und sich dabei mit Fans fotografieren lässt! Größere Fannähe geht nicht. Klasse!
KEEP OF KALESSIN können den Stimmungspegel ähnlich hoch halten. Die dem düsteren Extrem-Metal fröhnenden Norweger begeistern unter anderem mit gleich drei Songs von der neuen Platte „Reptilian“ (´The Awakening´, ´Judgement´ und ´The Dragontower´), die deren Qualität verdeutlicht und zugleich das (jüngere) Band-Faible für Hymnen und Nackenbrecher offenbart.
Die nachfolgenden CRASHDIET halten leider nicht ganz so dolle mit, was auch am durchwachsenen Sound liegt. So genannten Poser-Metal hat man von der jüngeren Generation schon weitaus innovativer gehört und gesehen (etwa von Hardcore Superstar). Dennoch gehen nicht wenige Fans unter Anleitung der neuen Frontsau Simon Cruz (mit schönem Poser-Iro) ordentlich mit. Fazit: kurzweilig.
ORPHANED LAND sind nicht nur qua Herkunft (Israel) sondern auch mit ihrem um orientalische Klänge angereicherten Sound exotisch. Sänger Kobi kommt im Messias-Gewand auf die Bühne und ist mit seiner bärtigen Truppe eine echte Offenbarung – inspirierend anders. Ihr aktives und zugleich relaxtes Acting bringt die Fans zum intensiven Abgehen: bei Highlights wie ´Sapari´ und ´Ocean Land´.

Exoten sind VIRGIN STEELE höchstens wegen ihrer seltenen Live-Auftritte. Ansonsten sind sie wie sonst höchstens noch Manowar der Inbegriff des True Metals. Umso erfreulicher für alle Fans der New Yorker, in den Genuss einer der seltenen Shows kommen zu können. Das David DeFeis allerdings derart gut bei Stimme ist, hätte sicher niemand erwartet. Besonders nach der schwachen und keyboardüberfrachteten letzten Scheibe ist es eine Wohltat `Kingdom Of The Fearless`, `Wings Of vengeance` oder das göttliche `Noble Savage` um die Ohren gefeuert zu bekommen. Das obwohl die Show als „Classic Set“ angekündigt wurde, jedoch kaum Songs der frühen Alben gespielt werden, trübt die Stimmung allerdings etwas. Dennoch, VIRGIN STEELE können es noch, und sollten auch durchaus mal wieder auf Tour gehen. Von DeFeis Theaterkram bekommt doch eh kaum einer was mit.

NEVERMORE sind Live ja eigentlich immer ein Bank. Böse Zungen die behaupten, dass Warren ausgewimpt sei seit er nicht mehr säuft, werden heute eines besseren belehrt. In ihrem Genre gehört die Band ohne wenn und aber zum Besten, was die Szene aktuell zu bieten hat. Da ändert auch das etwas durchwachsene neue Album nichts daran. Der Opener `Beyond Within` verpasst einem sofort Gänsehaut und die Crowdsurfer und Banger dominieren den Pit. Wer jetzt weiter oben von den Treppen in den Pit blickt, bekommt ein wirklich geiles Augenkino geboten. Wer direkt vor der Bühne steht, kann dafür begutachten wie Mr. Loomis Finger zu `Heart Collector`, `Enemies Of Reality` und `This Godless Endeavour` übers Griffbrett flitzen. Manchmal wirken NEVERMORE einen Tick zu routiniert, ansonsten kann man diesen Ausnahmemusikern aber wirklich absolut nichts ankreiden. Mehr Songs vom besten Album „Dead Heart In A Dead World“, könnten allerdings mal wieder im Set stehen. Oder gleich die ganze Platte. Starker Gig!

Wer den schnellen Double Bass Euro Metal der Finnen SONATA ARCTICA schätzt, wird an diesem Sonntag enttäuscht. Die Setlist setzt sich zum größten Teil aus den blutleeren Bombast-Rockern der letzten beiden Platten zusammen, was möglicherweise seriöser aber auch gleichsam langweiliger ist. Besonders fällt hier der schon immer sterile Sound der Band negativ ins Gewicht. Was für pfeilschnellen Gute Laune Metal taugt, lässt jegliches Gefühl vermissen, wenn man plötzlich lieber wie Queen oder Aerosmith klingen will, als nach Gamma Ray oder Helloween. Dass die Band ganze 15 Minuten vor der Zeit von der Bühne verschwindet, dürfte daher nicht jeden traurig stimmen.

Ganz anders dagegen der Karaoke Jam. Während die exzellente Cover Band Rokken mit Airbournes `Stand Up For Rock`n`Roll` das Stimmungsbarometer steigen lässt, kommt man im folgenden in den Genuss zweier bemerkenswerter Perfomances. Sieger Patrick präsentiert Iron Maidens `Aces High` und hinterlässt einen saustarken Eindruck, während DIOs `Holy Diver` von Tanja angemessen geehrt wird.

In der langwierigen Umbaupause für RAGE mit Orchester, geht uns MAMBO KURT mit seinem total ausgelutschten Heimorgel Programm auf den Sack. Was vor einigen Jahren noch originell und etwas neues war, ruft bei den meisten heute nur noch ein müdes gähnen hervor. Zudem sind die Songs die verwurstet werden (`Killing In The Name Of` von Rage Against The Machine, `Jump` von Van Halen, `South Of Heaven` von Slayer, `Engel von Rammstein und `Paradise City` von Guns `n Roses), alles andere als originell.

Als RAGE mit dem LINGUA MORTIS Orchester die Bühne entern, hat schon so mancher Fan das Amphitheater verlassen oder sogar den Heimweg angetreten. Schade eigentlich, denn wer in der Stimmung für diese Art der Darbietung ist, bekommt das ideale Konzert, um ein wieder einmal phänomenales Festival, gemütlich und stimmungsvoll ausklingen zu lassen. Natürlich werden heute Fans von „XIII“ und „Lingua Mortis“ wesentlich mehr bedingt als Liebhaber der frühen Speed-Metal Kracher. Ganz im Gegensatz zu den Open Air Shows im letzten Jahr, für die so manch alter Klassiker ausgegraben wurde und Ex-Musiker wie Manni Schmidt die Bühne enterten. Heute verschaffen `From The Cradle To The Grave`, `Suite Lingua Mortis`, `No Regrets` und `Higher Than The Sky` den Ohrgasmus! Sound und Performance sind wirklich astrein. Klassik-Fans merkten allerdings an, dass die Gitarre von Saitenhexter Viktor Smolski ganz schön laut gemischt war.

Nach RAGE sieht man nur glückliche, zufriedene Gesichter das Amphitheater verlassen bzw. die Heimreise antreten. Einmal mehr geht ein astreines Rock Hard Festival zuende, dass erneut ganz klar zu den absoluten Highlights der Festival Saison zu zählen ist.
(GT, SES und MWM)

 

Fotogalerie: Wiebke Hörmann, Rock Hard Festival 2010

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