LEGACY - The Voice from the Darkside

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Besucher: ca. 4500

Eintritt: Festivalticket 50,- Euro, Tagesticket 30,- Euro

Kalendarisch gesehen sind wir vom Winter bereits eine ganze Ecke entfernt – der Kälte zufolge noch mitten drin. Doch die eisigen Temperaturen halten natürlich keinen echten Fan der heidnischen Klänge und des schwarzen Metalls davon ab, nach Lichtenfels zu pilgern, sein Zelt aufzuschlagen und die Festivalsaison mit dem Ragnarök zu eröffnen.   

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es war ein mehr als gelungener Start in die Festivalsaison, den Ivo Raab mit seinem Team im Jubiläumsjahr auf die Beine gestellt hat. Ein starkes Line-Up mit insgesamt dreißig Bands, perfekt organisierter Ablauf, eine neue, äußerst zuvorkommende Security-Truppe, die die Vorfälle des vergangenen Jahres nahezu vergessen macht und natürlich ein Publikum, das ordentlich zu feiern wusste, schufen die Rahmenbedingungen für das zehnjährige Jubiläum.

Die Eröffnung des Festivals übernehmen in diesem Jahr die Schweizer Folk-Metaller ABINCHOVA, die als Gewinner des Bandcontests für Nachwuchsmusiker bereits im letzten Jahr für diesen Part vorgesehen waren, jedoch krankheitsbedingt in letzter Minute absagen mussten. Das bewährte Konzept, mit zwei Bühnen zu arbeiten, führt zu erfreulich kurzen Umbauzeiten. So legen nach kurzer Pause NOTHGARD los. Mit drei Gitarren plus Bass liefern die Bayern Äxte schwingend nicht nur ein beeindruckendes Bild, sondern auch ein ordentliches Set ab. Zwei Akustikgitarren und Gesang, sonst nichts. So präsentiert sich die Nürnberger Formation HELLRIDE. Eine ungewöhnliche, jedoch durchaus interessante Variante, Metal an den Mann zu bringen. Für ihren riffbasierten, epischen Metal, der mit reichlich Folk- und Doom-Anteilen durchsetzt ist, ernten DARKEST ERA aus Irland viel Applaus vom Publikum, das die Halle inzwischen richtig gut füllt.

Folkig angehauchter Power Metal ist die Basis von WINTERSTORM, die mit ihrem "Mitmach-Metal" auf ein textsicheres Publikum treffen. AVA INFERI wissen nicht richtig zu überzeugen. Sind die Doom-Klänge noch ganz ordentlich, ist der vom portugiesischen Fado-Stil geprägte Gesang doch sehr gewöhnungsbedürftig. Geteilter Meinung ist das Publikum auch von der in der einschlägigen Presse hoch gelobten Band DER WEG EINER FREIHEIT. Während der eine Teil die Franken abfeiert, widmet sich der andere Teil lieber der Verpflegung. Spätestens zum Auftritt von FJOERGYN haben sich dann wieder alle in der Halle versammelt. Bevor die Show beginnt, gedenkt man in einer Schweigeminute des im letzten Jahr in seinem Auto tragisch erstickten Festival-Besuchers. Die Thüringer spielen ein abwechslungsreiches Set und holen für einen Song Ivo Raab als Gastsänger auf die Bühne. Kurioserweise ist das Intro zum Auftritt von AGRYPNIE nicht verfügbar, was nicht nur bei Frontmann Torsten für etwas Verwirrung sorgt. Dieser kleine Hänger ist schnell überwunden, und die Band wird für ihre Mischung aus alten und neuen Stücken ordentlich gefeiert. Auch DORNENREICH liefern ein ordentliches Set ab und halten die Stimmung auf hohem Niveau.

Bei ELUVEITIE, dem Headliner des Abends, fehlt leider krankheitsbedingt Anna Murphy. Frontmann Chrigel Glanzmann verspricht dennoch, allen kräftig in den Allerwertesten zu treten, und so liefern die Schweizer ein durchaus ansprechendes Set ab. Wer jedoch die Eidgenossen mit Vollbesetzung kennt – und das müssten aufgrund der unermüdlichen Dauerpräsenz der Band auf jeglichen Festivals die Mehrzahl der Besucher sein – dürfte das Fehlen der weiblichen Gesangsstimme und der Drehleier schwer vermissen.

Dass die Shows von SHINING immer etwas speziell sind, ist ja nichts Neues. Wenn es sich Kvarforth mit einer Pulle Jacky auf der Bühne gemütlich macht oder seinem Bandkollegen die Zunge in den Hals steckt, ist das sein Ding, wenn jedoch ein Teil seiner Show darin besteht, die Fotografen, die nur ihren Job machen, im Graben zu bespucken und mit dem Mikroständer zu attackieren, ist das eine andere Geschichte. Betrachtet man, was die Band musikalisch abliefert, stellt man sich die Frage, ob derartige Auswüchse nötig sind. Trotz überzogener Spielzeit finden die Schweden kein Ende, sodass nur das Zuziehen des Bühnenvorhangs der letzten Band des Abends, HERETOIR, ihren Auftritt ermöglicht. Selbst zur fortgeschrittenen Stunde – möglicherweise auch aufgrund der kuschligen Temperaturen - ist in der Halle noch einiges los, was die teilweise an Alcest erinnernde Band den Anwesenden mit einer gehörigen Portion an Spielfreude dankt, bevor sie sie in die kalte Nacht entlässt.

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ELUVEITIE „The Early Years” 2-CD

Wednesday, 12 September 2012 00:00

„Schon wieder eine neue ELUVEITIE-Platte?“, könnte der geneigte Fan fragen. Jein. Auf „The Early Years“ verbergen sich die EP „Vên“ (2003) und das Debütalbum „Spirit“ (2006). Da beide nicht mehr im Handel erhältlich waren, hat sich die Band entschlossen, die EP neu einzuspielen und „Spirit“ zu remastern. Die „Vên“-Songs wurden von den Melodic-Death-Metallern vor wenigen Monaten in zwei Studios aufgenommen: bei Coroner-Gitarrist und Produzent Tommy Vetterli im New Sound Studio (zeichnet auch für den Mix verantwortlich und hat erneut einen guten Job gemacht) sowie bei ELUVEITIE-Co-Stimme Anna Murphy und Marco Jencarelli im Soundfarm Studio. Wenn man die ursprünglichen Aufnahmen mit der Neueinspielung der sechs „Vên“-Songs vergleicht, bemerkt man neben der druckvolleren Produktion den weniger extremen (schwarzmetallisch angehauchten) männlichen Gesang bei Songs wie beispielsweise 'Lament' oder 'Druid'. Bandkopf Chrigel war bei den ursprünglichen Aufnahmen auch noch nicht für die Lead-Vocals verantwortlich. Die Lieder erscheinen etwas „glatter“ interpretiert, was dem einen oder anderen Alt-Fan sicher nicht so schmecken dürfte, aber ganz und gar in Ordnung geht. Der Bonustrack 'Divico', der noch aus den alten „Vên“-Sessions stammt, ziert die Special Edition. Diese kann man nur bei der Band direkt auf der Homepage oder bei deren Konzerten erwerben. Mit diesem Kauf wird die Band somit direkt unterstützt. Der Sound der remasterten elf „Spirit“-Songs ist sozusagen amtlich. Sie glänzen mit den Band-typischen Trademarks und sind überwiegend großartig; so gehören 'Your Gaulish War', 'The Song Of Life', 'Tegernakô' oder 'AnDro' auch zum Live-Repertoire der Schweizer. Fans, die die beiden Scheiben noch nicht im Schrank stehen haben, sollten bei „The Early Years“ unbedingt zugreifen! 

 

 

 

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PERTNESS "Frozen Time"

Tuesday, 13 November 2012 21:54

Zwei viel beachtete Celtic Power Metal-Alben haben die vier Schweizer von PERTNESS seit 2008 veröffentlicht. Der Autor dieser Zeilen hatte im März die Gelegenheit, die vier Kiltträger aus dem Berner Oberland live in ihrer Heimat zu erleben und war begeistert vom genialen Mix aus Folk-, Power- und Thrash Metal. Eine echte Schande, dass die Jungs um Frontmann Tom Schluchter über die Grenzen ihrer helvetischen Heimat nicht bekannter sind, sondern noch immer unter der Kategorie „Geheimtipp“ laufen. Das dürfte sich mit dem Wechsel zum Label Pure Steel Records und der neuen Platte „Frozen Time“ hoffentlich ändern. Verdient hätten das PERTNESS unbedingt. Der neue Longplayer startet mit 'Frozen Time' und überrascht sofort mit einem fetten Sound, auffallendem Doublebass-Schlagzeugspiel und gnadenlosen Thrash-Riffs. Die Celtic-/Folk-Anteile sind noch zu erkennen, aber zugunsten der Thrash-Anteile im Vergleich zum Vorgänger in den Hintergrund getreten. Klingt super und groovt total! 'Farewell To The Past' beginnt als Midtempo-Nummer mit einem einprägsamen Riff und dem markanten, tiefen Stimme von Schluchter – der Refrain gräbt sich einmal mehr in die Gehörgänge und lässt einen nicht mehr los. Erst mit dem vierten Track 'No More Messiah' nimmt „Frozen Time“ Tempo raus, und PERTNESS zeigen, dass sie sich nicht ganz dem Thrash verschrieben haben. 'No More Messiah' ist eine wundervolle Folk Metal-Ballade mit Flötenklängen, mehrstimmig gesungenen Strophen und einem catchy Chorus inklusive knackiger Riffs. 'The Last Survival' ist eine Thrash-Perle mit kleinen Melodic Death-Anleihen beim Gesang, wie fast bei jedem Lied zeigt das dominante Gitarrenriff des Intros bzw. die Hookline des Refrain die Celtic-Anklänge. Mit 'Lost In Time' nehmen PERTNESS erneut den Fuß vom Gaspedal. Ähnlich wie bei 'No More Messiah' mischt man gemächliches Tempo und Celtic-Melodiebögen exzellent mit Brett-Riffs. 'Shadow Knights' ist das Highlight des Albums – hier treiben die Herren ihre Liebe zu Thrash-Vorbildern wie Heathen oder Testament als Reminiszenz auf die Spitze – schaffen es aber wie schon bei den Vorgänger-Alben, etwas völlig Eigenständiges auf die Beine zu stellen. 'The Eye Of The Storm' schließlich ist eine hochkarätige Power Metal-Nummer mit dem hervorstechenden Thrash-Gesang von Tom Schluchter und hat auch sonst alles, was den Puls zum Hämmern und den Nacken zum Zucken bringt. PERTNESS haben sich mit ihrem dritten Album authentisch und ungekünstelt weiterentwickelt. Der Sound ist kristallklar und opulent, und dem geliebten Thrash hat das Quartett mehr Raum gegeben – und die bewährte Formel funktioniert so besser als je zuvor! Diese Band aus den Schweizer Bergen verdient mit ihrem guten Händchen für einen grandiosen Mix aus Power Metal, Celtic Metal und Thrash, mit dem sie voll aufs Kleinhirn abzielen, einen Platz im Olymp der europäischen Metal-Szene. Mindestens!

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Schweiz-Schweden-Schwabenland

Drei  Bevölkerungsgruppen mit einer sehr eigenen Mentalität und einer Gemeinsamkeit: Heimattreue! Wenn diese drei aufeinander treffen, dann wird zusammen gefeiert, was verbindet. Die Schweizer von ELUVEITIE sind heute im bis auf den letzten Platz vollgestopften Lka in Stuttgart zusammen mit SABATON angereist, um die Metal-begeisterten Schwaben aufs Feinste zu unterhalten und vom keltischen Kriegsgeschehen aus vergangenen Zeiten zu singen. SABATON haben ihr neues Album "Carolus Rex" im Gepäck, das ebenfalls vom Aufstieg und Fall des schwedischen Reichs erzählt. Die Mischungen aus Folk Metal und Power Metal haben also inhaltlich durchaus ihre Gemeinsamkeiten. Aber auch, was das Anheizen von Fans angeht, stehen sie sich in nichts nach. ELUVEITIE sind - genauso wie die dicht gedrängten Fans, die außer Hände-Hochreißen nicht viel Spielraum haben - fast zum Stillstehen verdonnert: Zu acht drängen sie sich im vorderen Bereich der Bühne, denn im Hintergrund ist schon das Set der Schweden aufgebaut. Nichtsdestotrotz ist sofort die Stimmung am Kochen, als Chrigel den Titelsong des aktuellen Albums "Helvetios" zu singen beginnt. Der Sound ist gut, und auch die stimmliche und instrumentale Darbietung lässt keine Kritik laut werden. Die ewig tourenden Schweizer sind routiniert, vielleicht ein wenig zu sehr. Aber das Wichtigste - die Fans aus dem Nuclear Blast-Hoheitsgebiet  haben riesigen Spaß und singen jedes Folk Metal-Lied mit, was man nicht zwangsläufig erwarten konnte, denn 99% tragen heute SABATON-Shirts.

Setlist ELUVEITIE:

Helvetios
Luxtos
Neverland
Uxellodunon
A Rose For Epona
Divico
Inis Mona
Thousandfold
Alesia
The Uprising
Havoc

SABATON werden von Beginn an frenetisch gefeiert, die Stimmung ist so gigantisch, dass sie Ausfallschritt-Joakim gleich beim ersten Song eine dicke Gänsehaut zaubert. Fanclubs, mit Flaggen bewaffnet und im SABATON-Look, zeigen ihren uneingeschränkten Support für die Band - trotz des Line-Up-Wechsels zu Beginn des Jahres. Joakim Brodén und Bassist Pär Sundström sind die einzigen verbliebenen Mitglieder, und beide haben zu Beginn der Tour große Bedenken geäußert, dass die Fans sich für den Wechsel mit gestrecktem Mittelfinger bedanken könnten. Am 2. April 2012 wurden Chris Rörland, Thobbe Englund (beide E-Gitarre) und Robban Bäck (Schlagzeug) als neue Bandmitglieder bestätigt. Da bis dato kein neuer Keyboarder gefunden wurde, laufen auf der Tour alle durch Daniel Mÿhr eingespielten und aufgenommenen Keyboardspuren vom Band. Die neue SABATON-Crew ist großartig, die Band wirkt wie ein jahrelang eingespieltes Team mit einer dermaßenen Spielfreude - einfach geil! Für die Begeisterung unter den Fans, die nicht ein einziges Mal während der Tour den Mittelfinger gegen die Band gehoben haben, bedankt sich Joakim nach fast jedem gespielten Song. Natürlich darf der Running Gag „ Noch-ein-Bier“ nicht fehlen, bei dem es um das „Exen“ des Getränks geht - normalerweise erledigt das der Sänger. Dieses Mal treten die Fans gegen ihn an. Der schnellste im Lka schafft es, das Glas in 3,3 Sekunden zu leeren. 0,5 Hundertstel schneller als Joakim. Überhaupt ist der Frontmann der Schweden ein Entertainer und Meister in der Interaktion mit Fans. Die Crowd stimmt durch lautes Gebrüll ab, was SABATON spielen sollen, klar, dass so jeder auf seine Kosten kommt und auch wirklich alle Hits ihren Platz finden. `Karolinens bön` wird komplett in Schwedisch gesungen, genau wie auf der Special Edition von "Carolus Rex" - hier wurde das komplette Album noch einmal in Schwedisch eingesungen. Beim Instrumental `The Hammer Has Fallen` setzt sich Joakim Broden selbst an die Keyboards, begleitet von Akustikgitarre. Schade nur, dass das Amon Amarth-Cover `Twilight Of The Thundergod` in der Setlist fehlt. SABATON sind und bleiben Rampensäue - eine exzellente Live-Band, die nie enttäuscht. Es ist ein historischer Abend im Lka.

Setlist SABATON:

The March To War
Ghost Division
Gott mit uns
Poltava
Swedish Pagans (Wahl des Publikums)
White Death (Wahl des Publikums)
Carolus RexKarolinens bön
40:1
Cliffs Of Gallipoli
Uprising (Wahl des Publikums)
Midway
Dominium Maris Baltici
The Lion From The North
The Hammer Has Fallen
Attero Dominatus
The Art Of War
Primo Victoria
Metal Crüe

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FINSTERFORST „Rastlos”

Wednesday, 03 October 2012 20:32

Manchmal gibt es noch solche Momente, wenn sie auch leider viel zu selten werden: Man beginnt, eine CD zu hören, und ist vom ersten Moment an regelrecht gefesselt. Die süddeutsche Formation FINSTERFORST mit dem neuen Album „Rastlos“ hat das Potential, solche Stimmungen zu erzeugen. Musikalisch irgendwo zwischen Eluveitie und alten Equilibrium beheimatet, pendeln FINSTERFORST beständig zwischen grenzenlos schöner Melodie und metallischer Rohheit hin und her. Die so gar nicht kitschigen Folk-Elemente passen wunderbar zum hymnenhaften schwarzmetallischen Sound, starke Chöre und Black-Voice harmonieren zu den teils langgefassten Tracks, die aber zu keiner Zeit sperrig oder verschachtelt anmuten. Auch die Keyboards klingen keineswegs nach Plastik, sondern unterstreichen die düstere, melancholische Atmosphäre der Songs deutlich. Ob nun 'Nichts als Asche', 'Fremd', 'Lichtschein' oder 'Flammenrausch' – FINSTERFORST haben einfach das Gespür für geniale Musik. Da kann noch so einiges erwartet werden. Und Napalm Records haben da einen richtig dicken Fisch an der Angel, Glückwunsch!

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Besucher: ca. 2.500

Eintritt: 31,- Euro

 

Mit ihrem neuen Album "Carolus Rex" im Gepäck, das zwei Tage zuvor Goldstatus in Schweden erreicht hatte, lieferten die schwedischen Power-Metaller SABATON, die ELUVEITIE und WISDOM als Support dabei hatten, vor circa 2.500 Zuschauern im Rahmen ihrer "Swedish Empire Tour" in der Geiselwinder Eventhalle ein fantastisches Konzert ab. 

Kurz vor 20 Uhr starten WISDOM mit dem Aufwärmprogramm. Die Ungarn mit ihrem soliden Power Metal, der nicht zuletzt auch wegen der stimmlichen Ähnlichkeit von Frontmann Gábor Nagy mit Tobias Sammet stark an Edguy erinnert, kommen beim Publikum, das sich bereits sehr zahlreich vor der Bühne versammelt hat, gut an.

Nach kurzer Umbaupause stürmen ELUVEITIE die Bühne, die vom ersten Ton an frenetisch abgefeiert werden. Konnte man beim Sound des Openers noch geringe Defizite ausmachen, so passt nun alles. Chrigel Glanzmanns Growls klingen rauher als auf den Alben, und Anna Murphys' Clear Vocals bilden einen herrlichen Kontrast dazu. Mit 'Helvetios', 'Luxtos' und 'Neverland' gehen die Schweizer von Anfang an in die Vollen. Eine kurze Verschnaufpause für das Publikum gibt es mit 'A Rose For Epona'. Die Setlist besteht größtenteils aus Stücken des "Helvetios"-Albums, einzig der Klassiker 'Inis Mona' wird eingeflochten. Als Chrigel bereits nach einer halben Stunde mit 'Havoc' den letzten Song ankündigt, ist die Menge doch etwas überrascht. Leider gibt es auch keine Zugabe, sodass der Auftritt der Eidgenossen zwar als klasse, aber von den meisten auch als zu kurz empfunden wird. 

Die etwas längere Pause, die benötigt wird, um die Bühne komplett umzubauen, lässt die Menge langsam ungeduldig und die "Sabaton, Sabaton"-Gesänge lauter werden. Als dann das altbewährte 'Final Countdown' aus den Boxen schallt, ist es endlich soweit - SABATON entern die Bühne und legen mit 'Ghost Division' und 'Gott mit uns' gleich mächtig los. "Noch ein Bier, noch ein Bier"-Gesänge aus dem Publikum lassen Frontmann Joakim Broden kaum die Gelegenheit zur Begrüßung. Natürlich steigt der bestens gelaunte Frontmann auf diese Vorlage ein und veranstaltet unter den Anwesenden ein kleines Wettsaufen, bevor die Band weiter ihr musikalisches Feuerwerk abbrennt, das sich aus aktuellen Stücken und Klassikern wie 'Attero Dominatus', '40:1', 'Primo Victoria' und 'Cliffs Of Gallipoli' zusammensetzt. Die Kommunikation mit dem Publikum kommt natürlich auch nicht zu kurz. Immer wieder wird die äußerst textsichere Menge in die Songauswahl eingebunden. Es ist offensichtlich, dass sowohl die Konzertbesucher als auch die Band mächtig Spaß am heutigen Abend haben. Joakim dankt es der Fangemeinde mit einem "Fuck the Setlist" und erweitert diese kurzerhand. Als nach über 100 Minuten Show die letzen Akkorde von 'Metal Crüe' verklingen, feiern die Fans noch minutenlang die Schweden und hoffen auf eine weitere Zugabe. Daraus wird dann allerdings nichts mehr, was aber diesem erstklassigen Konzerterlebnis keinen Abbruch tut.

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Am 17. August veröffentlichen ELUVEITIE ihre beiden Frühwerke "Vên" und "Spirit" als schmuckes 2-CD-Package zur Feier des zehnten Bandjubiläums neu. Dabei wurde die EP "Vên" komplett neu aufgenommen und "Spirit" remastered. Beide Scheiben sind inzwischen zu gesuchten Sammlerstücken avanciert. Der nun veröffntlichte Song 'Lament' stammt von der "Vên"-EP.

Der Track kann außerdem hier kostenlos herunter geladen werden. Im ELUVEITIE-Songpier warten darüber hinaus weitere Gimmicks und Downloads auf Euch.

www.eluveitie.ch | www.myspace.com/eluveitie

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KRAMPUS „Survival Of The Fittest“

Wednesday, 18 July 2012 19:42

Wenn der Nikolaus den Krampus mitbringt, dann gibt es meist wenig zu lachen – besonders für unartige Kinder. Wenn sich jetzt ein Großteil der Leser womöglich fragt, wer oder was zum Teufel denn bitte ein „Krampus“ ist, der möge vorab gerne erst mal Wikipedia befragen. Wie hier in Bayern scheint das auch in Italien wohl ein Begriff zu sein. Grund genug, seine Band danach zu benennen? Anscheinend, die Folk-Metaller aus Udine tun nämlich genau das. Mit „Survival Of The Fittest“ legen die hoffnungsvollen Talente nun ihr Debütalbum vor. Und das ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Abseits des ganzen Pagan-Mainstreams präsentieren KRAMPUS eine erfrischende Version aus Melodic Black-, Melodic Death- und Folk Metal. Episch anmutende Keyboards, die keineswegs kitschig oder pathetisch klingen, runden die Sache nach oben hin ab. Stellenweise werden sogar Erinnerungen an alte Equilibrium wach. Aber auch Eluveitie können durchaus als Vergleich herangezogen werden. Die Folk-Elemente passen sich wunderbar in das Soundgefüge ein und klingen nicht störend, was so oft an anderer Stelle der Fall ist. Der Wechsel von Death-/Black-Voice zu Clear-Voice steht den Songs ebenso sehr gut zu Gesicht. ‚Beast Within‘, die wuchtigen Tracks ‚Rebirth‘ und ‚Aftermath‘, das melancholische ‚The Bride‘ oder das düstere ‚Kronos'  Heritage‘ – die Liste der starken Songs ist lang. Ehrlich gesagt, gibt es gar keine wirklichen Ausfälle. „Survival Of The Fittest“ ist ein sehr starkes Debüt, das einem den Glauben an dieses Genre eine Spur weit zurückgeben kann. KRAMPUS sind somit „am besten angepasst“ und werden sicherlich überleben.

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Montag 04.06.2012

Auch der Montag bringt nicht mehr Zuschauer, so dass die Kroaten STIMULANS ihren guten Heavy Metal zu früher Stunde vor etwa 50 Fans intonieren, was die Spielfreude der jungen Truppe jedoch nicht mindert. Das erste Highlight des zweiten Tages sind HUNTRESS, wobei das Medieninteresse an Frontfrau Jill Janus größer ist als das Interesse der Fans an der Band. Nachvollziehbar, denn was auf der Bühne abgeht, ist eine One-Woman-Show, die von belangloser Musik von annehmbaren Musiker untermalt ist. Für einige Zuschauer die Verlierer des Festivals.

NEXUS INFERIS und SEPTICFLESH wecken dann die Krachfraktion, wobei sich auch hier der Zuschauerandrang überschaubar gestaltet, da wohl für beide Bands gilt, dass man diese Musik entweder mag oder für völlig belanglos hält. Gespannt hingegen sind viele auf POWERWOLF, war es doch nicht klar, inwieweit die Bühnenshow und der Akzent von Attila Dorn auch in nicht deutschsprachigen Ländern funktionieren. Für die Show kann man bedenkenlos den Daumen nach oben zeigen, aber wo ist der herrliche Akzent bei den englischen Ansagen? Dennoch ist der Frontman der Wölfe stets Herr der Lage und erklärt auch international, dass 'Resurrection By Erection' kein Song für die Frauen ist und dass das „Ha“ bei 'Werewolves Of Armenia' kurz und knackig sein muss. POWERWOLF liefern 45 Minuten tollen „Mitmach“-Metal ('Raise Your Fist, Evangelist') ab, wenngleich der Keyboardsound vom Band kommt, da die Band auf Falk Maria Schlegel verzichten muss. Dass sie den Spaßfaktor von ALESTORM locker erreichten, zeigten auch die ersten Crowdsurfer des Tages.  

Mit GRAND MAGUS entern die ersten Gewinner des Festivals die Bretter. Mit ihrer leichten Stilkorrektur hin zum traditionellen Metal kommt der schwedische Dreier auf der Hauptbühne sehr gut an und schafft es, die fast 1.000 Fans gut zu unterhalten. Bei ihrer Setlist legen sie weniger Wert auf die doomigen Anfänge als auf die neueren, eingängigeren Stücke. So findet mit 'Valhalla Rising' sogar ein Track des neuen Albums "The Hunt" den Weg ins Set, der Appetit auf das neue Werk macht.

Mit dem Death Metal von VADER konnte ich mich noch nie recht anfreunden, woran auch dieser Auftritt nichts ändert. Den Fanreaktionen zufolge muss es wohl ein gelungenes Set sein, das jedoch aus einiger Entfernung eher gleichförmig anmutet. Doch aufgrund der Zunahme der VADER-Shirts im Laufe des Abends müssen die Polen vieles richtig gemacht haben, denn der Merch-Stand ist hoch frequentiert. ELUVIETIE treffen mit ihrer fröhlichen Spielart des Pagan Metal genau den Nerv des Publikums, das in vorzüglicher Feierlaune ist. Als großes Plus entpuppt sich, dass die Fiedlerin und Sängerin Meri Tadic Kroatisch spricht und somit die Gunst des Publikums sofort für sich gewinnen kann. Bei der Songauswahl wird das Hauptaugenmerk auf das neue Album "Helvetios" gelegt. Das einzige Manko der guten Show lag darin, dass die Bühne für die acht (!) Musiker viel zu klein ist und sie sich während der knappen Stunde ständig fast auf den Füßen stehen.

Gespannt war man auf dem Metalfest auf SYMPHONY X und wie ihr Progressive Metal auf einer großen Festivalbühne funktionieren würde. Von Beginn an schaffen es die Amerikaner um Ausnahmesänger Russell Allen nicht nur, technisch brillante Songs in die Menge zu feuern, sondern auch eine gute Show abzuliefern. Als Einsteiger dienen drei Songs vom aktuellen Album "Iconoclast", der Titelsong selbst, 'The End Of Innocence' und 'Dehumanized'. Im weiteren Verlauf werden Highlights früherer Longplayer zum Besten gegeben. Trotz aller progressiven Elemente ist das Set nicht nur etwas für Prog-Liebhaber, die sicherlich das eine oder andere Mal verzückt die Augen verdrehen, sondern auch spaßig für den gemeinen Metalhead, der richtig abgehen kann.

BEHEMOTH locken dann mit ihrem Black- und Death Metal wieder die „böseren“ Jungs vor die Bühne und zelebrieren eine Stunde lang einen Auftritt, der bei ihren Fans zufriedene Gesichter hinterlässt.. Das Inferno, das über die kroatische Halbinsel hereinbricht, ist wahrlich beeindruckend. KREATOR, Headliner des zweiten Tages, zeigen, wer Herr im Ring ist und machen keine Gefangenen. Mit einem Hitfeuerwerk thrashen sie sich durch ihr 75-minütiges Set und machen jedem deutlich, dass sie auch international zu den Größten des Genres gehören und sich vor den Big 4 nicht verstecken müssen. Mille und Co. sind in absoluter Topform und der Gig absolut brillant. Die Setlist spricht für sich: 'The Patriarch', 'Violent Revolution', 'Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)', 'Phobia', 'Phantom Antichrist', 'Extreme Aggression', 'People Of The Lie', 'From Flood', 'Into Fire', 'Coma Of Souls', 'Enemy Of God', 'Endless Pain', 'Pleasure To Kill', 'Terrorzone', 'Betrayer', 'Flag Of Hate' und 'Tormentor'.

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