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CHARRED WALLS OF THE DAMNED

Wunderschlagzeuger, Songwriter und Telefonschreck in einer Person

Allstar-Projekte erfreuen sich scheinbar immer größerer Beliebtheit: Auch der ehemalige Death-/Iced Earth-Schlagzeuger Richard Christy hat nach längerer Abstinenz Größen wie Tim "Ripper" Owens am Gesang, Steve Di Giorgio am Bass und Jason Suecof an der Gitarre versammelt, um unter dem Namen CHARRED WALLS OF THE DAMNED ein selbstbetiteltes Album einzuspielen.

Richard wollte unbedingt wieder auf die Bühne zurückkehren, wobei der Wunderschlagzeuger die letzten vier, fünf Jahre vorwiegend Musik auf der Gitarre schrieb. CHARRED WALLS OF THE DAMNEDs Debüt offeriert nun Songs, die sich in der Schnittmenge zwischen Heavy- und Power Metal bewegen. Namen wie Iced Earth, Judas Priest, aber auch Nevermore und Control Denied fallen als direkter Vergleich spontan ein. "Es ist für mich eine Ehre, wenn du unsere Musik mit den von dir genannten Bands vergleichst! Ich glaube, dass jeder involvierte Musiker sein Scherflein zum Gelingen unseres Debüts beitragen konnte. Als ich die Riffs schrieb, hatte ich keinen speziellen Stil im Hinterkopf. Ich schrieb einfach die Ideen auf, die ich für cool befand und die sowohl melodisch als auch heavy und eingängig waren. Ich wollte sichergehen, dass, wenn die Leute unsere Songs hören, diese auf Dauer in ihren Ohren hängen bleiben." Demzufolge zeichnete Richard für die grundlegende Musik sowie für Textideen verantwortlich. "Jason Suecof feinjustierte das Ganze, arrangierte bestimmte Sachen um und gestaltete die Riffs etwas komplexer und besser, weil ich, ehrlich gesagt, nicht der beste Gitarrist bin, wenngleich ich gut genug bin, um Musik zu schreiben. Im Studio kam Jason mit den meisten Gesangsarrangements an, wir griffen jedoch auch auf Arrangements von meinen Demos zurück." Als etwas problematisch gestaltet sich indes die Wahl des Bandnamens: Nach Legion Of The Damned nun also CHARRED WALLS OF THE DAMNED? "Puh, ich hoffe, die Leute verwechseln uns nicht mit dieser Band! Ehrlich gesagt, habe ich von dieser Gruppe bis dato noch gar nichts gehört! Es gibt natürlich bereits schon The Damned als Bandnamen, und ich hatte mir darüber Gedanken gemacht, ob es da einen Anlass zu Verwechslungen geben würde, aber heutzutage ist es so schwer, Namen auszusuchen, da es scheinbar alles schon vorher irgendwie gegeben hat! Ich glaube, dass CHARRED WALLS OF THE DAMNED originell klingt und sich von ähnlich klingenden Namen genug unterscheidet, so dass sich diese fünf Wörter im Gedächtnis der Menschen festsetzen werden!" Kann man CHARRED WALLS OF THE DAMNED nun lediglich als Projekt oder als richtige Band ansehen? IAusgedehnte Tourneen dürften angesichts der anderweitigen Verpflichtungen der Musiker schwer zu organisieren sein... "Ich sehe CHARRED WALLS OF THE DAMNED als richtige Band, da wir uns untereinander sehr gut verstehen und uns hauptsächlich darauf konzentrierten, eingängige Songs und ein großartiges Album abzuliefern. Einerseits ist es natürlich cool, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die sehr bekannt sind, aber ich möchte auch, dass diese Formation als selbständige Band anerkannt wird. Wir haben noch nicht beschlossen, eine richtige Konzertreise durchzuziehen, da alle Mitglieder dieser Gruppe mit verschiedenen anderen Bands und Projekten ausgelastet sind. Aber wir möchten nächstes Jahr definitiv bei einigen Festivals spielen, als auch ein paar Mini-Tourneen durchziehen, wenn wir alle unsere Terminkalender aufeinander abstimmen können." Richtig gut gehen ließen es sich CHARRED WALLS OF THE DAMNED im Studio, wie Richard bekräftigt: "Wir hatten viel Spaß. Ich bin mit Tim, Steve und Jason schon seit so langer Zeit befreundet, dass ich schon im Vorfeld wusste, dass das eine geile Sache werden würde. Die Audiohammer Studios in Florida sind mit einem Swimmingpool, einer Bar und natürlich viel Alkohol ausgestattet! Nach jedem Aufnahmetag schwammen wir ein paar Runden im Pool, kippten uns ein paar Bier hinter die Binde und hatten verdammt viel Spaß. Das war eine hervorragende Zeit!" Mit seinen Ex-Bandkollegen von beispielsweise Death oder Iced Earth versucht Richard, so gut es geht, in Kontakt zu bleiben. "Ich stehe auch immer noch mit vielen unserer ehemaligen Opener-Bands und Roadies vergangener Tourneen in Kontakt. Heavy Metal ist wie eine Familie, und es ist immer schön zu hören, was dieser oder jener in der Szene momentan so alles treibt." Von Burning Inside, einer sehr genialen Death Metal-Band, in der Christy Schlagzeug spielte, werden wir indes scheinbar nie mehr etwas hören, wie der Meister bekannt gibt: "Die Musik Burning Insides ist so technisch, dass es schwer ist, diese Band fortzuführen, wenn man nicht mehrere Stunden am Tag mit allen Bandmitgliedern proben kann. Letzteres ist sehr schwer zu bewerkstelligen, da alle anderen Musiker in Florida leben. Glücklicherweise haben meine ehemaligen Burning Inside-Mitstreiter mittlerweile andere Bands, in denen sie aufblühen, Platten aufnehmen und Tourneen bestreiten können."
Richard ist ja schon seit einigen Jahren bei der berühmt-berüchtigten "Howard Stern Show" fest angestellt. Er schreibt dort Comedy-Stückchen, Songparodien und heckt dann und wann auch mal Telefonstreiche aus. "Das ist mein Traumjob, weil ich seit 1996, als ich das erste Mal nach Florida zog, ein großer Fan der "Howard Stern Show" war. Als ich mit meinen Bands tourte, hatte ich nebenbei noch einen Job als Elektriker, und ich hörte mir jeden Tag die Show im Radio an, was dazu führte, dass jeder Arbeitstag sehr schnell vorbeiging, da ich so viel lachen musste!" Abschließend lassen wir die Karriere Christys noch mal etwas Revue passieren: Auf welche Arbeiten ist der Schlagzeuger besonders stolz? "Am meisten bin ich auf mein Drumming auf "Sound Of Perseverance" von Death stolz. Es war für mich die größte Ehre, zusammen mit Chuck Schuldiner in einer Band zu spielen, und die Musik auf diesem Album ist wirklich unglaublich! Während des Songwriting-Prozesses hatte ich so viel Spaß mit Chuck. Er war meinen Ideen gegenüber sehr aufgeschlossen, und er mochte es, wenn ich mit verrückten Schlagzeug-Parts ankam, die perfekt zu seinen Riffs passten. Seit meinen Highschool-Zeiten in den 80er Jahren in Kansas war ich ein riesiger Death-Fan. Und ich erinnere mich noch daran, dass es damals, als ich 1996 nach Florida zog, mein Traum war, eines Tages mal bei Death einzusteigen. Und ich bin so dankbar dafür, dass das klappte!"

Christian Wachter

www.myspace.com/charredwallsofthedamned

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