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Aborym

Scheißextrem und antichristlich! 

Die italienische Band ABORYM veröffentlicht in diesen Tagen ihr zweites Album „Fire Walk With Us!“, welches laut Gitarrist Stefano eine perfekte Weiterentwicklung des ABORYM-typischen Sounds darstellt und bei welchem die bandtypischen Aspekte wirklich bis ins letzte Extrem getrieben wurden, um ein wirklich kaltes, maschinelles Industrial Black Metal-Werk zu kreieren. „Wir wurden dabei von allerlei unmenschlichen Energien und Geistern unterstützt,“ weiß Stefano zu berichten. „Ich denke, mit dem neuen Album haben wir dem Black Metal neue Wege eröffnet. Auch unser Line-Up ist nun perfekt...“ Sänger Attila Csihar (Tormentor/Ex-Mayhem), der auf dem Vorgänger noch die Rolle eines Gastsängers innehatte, ist inzwischen der permanente Shouter der Band geworden. „Sein Gesang ist völlig „weird“ und einzigartig. Hör´ dir die Promo an, um eine „near death experience“ zu haben, Olaf.“ Laut Stefano war die Atmosphäre beim Einspielen „dieses scheißextremen und antichristlichen Albums“ sehr mystisch und mental seltsam für die Musiker, die ihre eigenen Alpträume, ihre eigene persönliche Hölle vertonten. Auf das Endergebnis sind ABORYM sehr stolz. „Wir sind während der Aufnahmen neun Monate lang auf einem bösen Trip durch die Dunkelheit gewesen, wo es keinen verdammten Gott und kein Licht gibt!“ Beim ersten Album hatte man gerade in Italien Schwierigkeiten mit der Attitüde der Band, denn von religiöser und politischer Korrektheit halten die Jungs herzlich wenig. „Aber das ist okay. So soll Black Metal sein. Nicht für durchschnittliche, kleingeistige Personen. Black Metal soll nicht von der breiten Masse akzeptiert werden!“ Dabei sagte die Band doch in unserem letzten Gespräch, daß Black Metal tot sei... „Ich weiß nicht, wer das gesagt hat! Ich denke, daß die Mystik des originalen Black Metal-Feelings vergangen ist, aber es gibt immer noch Bands und Personen, die es auf kreative Weise am Leben erhalten.“ ABORYM spiele nun seit ´92 Black Metal und auf provozierende Fragen meinerseits wie eben diese habe er keinen Bock, fährt Stefano fort, gibt aber zu, daß es ihm eigentlich egal ist, wie die Musik bezeichnet wird. Er sähe sich auf jeden Fall als jemanden, der das Feeling nicht verloren hätte. Allerdings wurde im letzten Interview auch angesprochen, daß die Zusammenarbeit mit Attila aufgrund seines Drogenproblems alles andere als leicht gewesen sei. Nun ist er aber hauptamtlicher Sänger der Band. Hat sich da was verändert? „Attila ist drogenfrei! Außerdem geht das niemanden etwas an!“ Die einzige Schwierigkeit sei die Entfernung zwischen Budapest, wo Attila lebt, und Rom, wo der Rest der Band residiert. Der Genuß des neuen ABORYM-Albums wird für mich dadurch getrübt, daß die Italiener sich entschlossen haben, eine Coverversion der Nazi-Black Metal-Wichser Burzum aufzunehmen. Sollte es sich bei den Jungs etwas um Nazi-Unterstützer handeln? „Wir haben uns dazu entschieden, den Song als Tribut an Burzum aufzunehmen, da er eine der interessantesten, kreativsten und energetischsten musikalischen Kreationen aller Zeiten ist. Das Stück ist eines der besten norwegischen Black Metal-Stücke. Das ist der Grund für die Coverversion, nicht daß er ein Nazi ist oder auch nicht. Seine politische Meinung interessiert mich nicht. Ihr Deutschen leidet doch an einer Nazi-Besessenheit. Ihr wart es doch, die den Nationalsozialismus geschaffen und Hitler gewählt haben! (Nein, definitiv nicht, da ich Jahrgang´71 bin. – Anm. d. Verf.) Das ist wie mit den Italienern, die erst Mussolini gewählt haben, aber dann auf seinen Kadaver spuckten.“ In Italien wurde das Debut der Band von einigen Distributoren boykottiert, wegen des Songs ´Roma Divina Urbs´, welcher als faschistischer Titel angesehen wurde. „Ist es aber nicht. Diese Leute können sich ins Knie ficken! Zensur existiert, weil sie Angst haben, daß unser Sound die Werte dieser verkommenen modernen Scheißgesellschaft zerstören könnte. Genau dies ist aber die Intention des Black Metal!“ Die Texte von ABORYM seien nicht politisch. Man beschäftige sich mehr mit allerlei dämonischen Stimmungen, der eigenen Wahrheit und persönlichen Hölle der Bandmitglieder. „Das Konzept des Albums bezieht sich auf die Kraft der Sonne, auf das Verehren des Feuers. Das umgekehrte Pentagramm und das Sonnenrad haben uns inspiriert. Es geht um die Umkehrung beim Erschaffen von Energien. Das scheinende, helle Licht wird zur totalen Dunkelheit, der Abwesenheit der Helligkeit, der kreativen Kraft der Dunkelheit.“ Italien glänzt in letzter Zeit durch allerlei True/Heavy Metal-Bands, denen Stefano aber nichts abgewinnen kann. „All dieser melodische Power Metal-Kram ist christliche, fröhliche Scheiße. Eine Schande für den Metal! Aber auch die italienischen Death und Black Metal-Bands klingen wie Scheiße! Ich mag außer uns und Necrodeath keine italienischen Bands, obwohl es ein paar großartige Black Metal-Bands in Venedig gibt. Hier in Rom akzeptiere ich nur Novembre, Satanik Terrorists, Kentucky Vampire, Void Of Silence, Syron, Black Lord, 111 YRS, Tronus und Abyss.“ Tourpläne hat man im Hause ABORYM bisher nicht, es ist nicht einmal klar, ob die Band, welche über ein sehr extremes Outfit verfügt, jemals live auftreten wird, auch wenn Stefano gerne mal in Deutschland auftreten würde. Zur Zeit arbeitet die Band schon am dritten Album. Ich denke, man sollte über einige fragwürdige Aussagen Stefanos – mit denen ich definitiv nicht einverstanden bin - diskutieren. Was meint Ihr?

Olaf Brinkmann

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